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Band II (1990) Spalten 1543-1544 Autor: Karen Allihn-Schrapel

JANDEL, Vinzent Alexandre, 73. Generalmeister des Dominikanerordens, * 18.7. 1810 in Gerbéville (Lothringen), + 11.12. 1872 in Rom. - J. wurde 1834 Priester. Ab 1835 war er Suberior am Knabenseminar in Pont-à-Mousson. Hier fand er Anschluß an P. Lacordaire, den berühmten Kanzelredner, der in Frankreich den Dominikanerorden wiederherstellte. 1841 trat J. in den Orden ein. Nach seinem Noviziat in La Quercia (Viterbo) ging er zunächst nach Boscop bei Alessandria (Oberitalien), wo er die französischen Fratres betreute und als Lektor tätig war. 1843 stand er als Superior dem ersten neugegründeten Konvent der französischen Provinz in Nancy vor. Danach war er Prior und Lektor in Calais, Prior in Flavigny sowie Lektor in Paris. J. wurde 1850 von Papst Pius IX. als Generalvikar des Ordens eingesetzt. Eine große Visitationsreise führte ihn 1851 durch Frankreich, England, Irland und Holland. Am 17.12. 1855 dann ernannte ihn Pius IX. zum Ordensmeister. Eine weitere Visitationsreise führte ihn 1856 durch Belgien, Holland, Österreich, Ungarn, Böhmen, Mähren, Galizien und Deutschland. 1862 wurde J. vom Generalkapitel in Rom auf 12 Jahre als Ordensmeister gewählt. - Der Predigerorden der Dominikaner verdankt J. (neben Lacordaire) seine Reform und Ausbreitung im 19. Jahrhundert. Die Ziele J.s waren - nach seinem Vorbild Raimud von Capua (+ 1399) -: Einführung der strengen Observanz (z. B. Nachtchor, Fasten, vita communis), die Gründung von Ordenskonventen in jeder Provinz sowie die Förderung der Heidenmission. In diesem Sinne revidierte er Konstitution, Studienordnung und Liturgie, den 3. Orden sowie die Rosenkranz- und Namen-Jesu-Bruderschaft. Unter dem Generalat J.s wuchs der Orden an innerer Kraft und äußerer Ausdehnung. Der Versuch, 1856 in Materborn eine Niederlassung zu gründen, die Erweiterung der Provincia Bohemia 1857, sowie - im Jahre 1860 - die Gründung der Niederlassung in Düsseldorf und das Fußfassen des Ordens in Berlin seit 1867 gehen nicht zuletzt auf J.s ständige Bestrebungen um die Wiederbelebung des Ordens zurück. Die zahlreichen Schwierigkeiten, auf die er dabei stieß, resultieren u. a. aus der mangelnden Anpassung der Konstitutionen an die lokalen Verhältnisse in Deutschland.

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Werke: Manuel des Frères et Soers du Tiers Ordre, 1849; - Zahlr. Briefe in: Lohrum, M., 1971, 229, 230, 232 f., 238.

Lit.: H. M. Cormier, Vie du Révérendissime Père Alexandre J., 1890, 5 ff.; - R. Devas, The Dominican Revival in the Nineteenth Century, 1913, 4 ff.; - A. Duval, Les premiers entretiens du Père Lacordaire et de l'abbé J. sur la restauration dominicaine en France (31. octobre 1839), in: AFP 36, 1966, 493-542; - Meinolf Lohrum, Die Wiederanfänge des Dominikanerordens in Dtld. nach der Säkularisation 1856-1875, in: Walberger Studien der Albertus-Magnus-Akad., Theol. Reihe 8, 1971; - Antonin Mortier, Hsitoire des maitres généraux de l'ordre des Frères Precheurs, Bd. 7, 1914; HdKG, 425, 650 ff.; - Herders Konversations-Lex., 1905, Bd. 4, 1001; - LThK III, 487; - LThK V, 864; - Theol. Realenzyklopädie IX, 1982, 131, 134.

Karen Allihn-Schrapel

Literaturnachtrag

1989

Luigi G. Esposito, La riforma domenicana in Italia a metà ottocento. Dal progetto di mons. Ghilardi al governo di J., in: AFP 59.1989, S. 213-266.

Letzte Änderung: 09.04.2011