JONATHAN, der Makkabäer, 160-143 v. Chr. Feldherr, Fürst und Hohepriester
der Juden. J. (jehonatan = »Geschenk Jahwes«)
ist nach 1.Makk 2, 1-5 einer der fünf Söhne des Makkabäers Mattathias
gewesen, der sich den Hellenisierungsmaßnahmen unter dem Seleukidenherrscher
Antiochus IV. Epiphanes und seinen Nachfolgern in Palästina massiv
entgegenstemmte. Wie sein Bruder Judas setzte J. mit großer Unterstützung
des Volkes den Kampf gegen die Überfremdung des jüdischen Kultes erfolgreich
fort (s. 1.Makk 9,23-13,32). Durch seine Kriegserfolge ist er zu einem
gewichtigen und daher umworbenen Bündnispartner in der Auseinandersetzung
vor allem zwischen Seleukiden, Ptolemäern und Römern um die Herrschaft
in Palästina geworden, was er durch taktisches Geschick zugunsten
seiner makkabäischen Interessen auszunutzen verstanden hat. Doch schließlich
ist er von dem Ptolemäer Tryphon gefangengenommen und umgebracht worden
(vgl. auch JosAnt XIII, 1-10).
Lit.: Emil Kautzsch, Die Apokryphen u. Pseudepigraphen
d.AT I, 1900 (Nachdr. 1962), 24-81; - Martin Noth, Gesch. Israels, 1950 (1976
8), 333, 336 ff., 362; - Julius Wellhausen, Israelit.
u. jüd. Gesch., 1958, 241-258; - Martin Rehm, Art. »Jonathan 3.«,
in: LThK V, 1960, 1117; - Martinus Adrianus Beek, Gesch. Israels,
1961 (1976
4), 136-140; - Martin Metzger, Grundriss d. Gesch.
Israels, 1963, 181 ff., 190; - Antonius H. J. Gunneweg, Gesch.
Israels bis Bar Kochba, 1972 (1976
2), 156-160, 164, 166; -
Siegfried Herrmann, Gesch. Israels in alttestamentl. Zeit, 1973 (1980
2),
444-448, 451, 463.
Hartmut Rosenau
Letzte Änderung: 09.04.2011