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Verlag Traugott Bautz
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JOHANNES GAFRIDI (Gaufridi, Jean Jouffroy), * etwa 1412 in Luxeuil, † 24. November 1437 in Rully. Studierte Rechtswissenschaften in Köln und Pavia, wo er bereits im Alter von 23 Jahren eine Professur erhielt. Dort lehrte er drei Jahre. Er nahm am Konzil von Basel und dann in Ferrara teil, wo er loyal zu Papst Eugen IV. stand. J. erfreute sich der Gunst des Herzogs Philipp des Schönen von Burgund, dessen vertrauter Berater er war. Er wurde 1448 dessen Gesandter bei Papst Nikolaus V. und anschließend bei König Alfons von Portugal (1449/50). Im Jahre 1449 wurde er auch Abt der Benediktinerabtei Luxeuil. Vier Jahre später wechselte er als Bischof nach Arras. Pius II. machte ihn 1461 zu seinem Legaten in Frankreich mit dem Ziel, die Aufhebung der pragmatischen Sanktion von Bourges zu erreichen. In demselben Jahr erhielt er die Kardinalswürde, ein Jahr darauf das französische Bistum Albi und zuletzt die Abtei Saint-Denis (1464). König Ludwig XI. ernannte J. zu seinem Almosenar. In Rom versuchte er, die französischen Ansprüche auf Neapel geltend zu machen. Im Jahre 1472 kommandiert J. im Namen des Königs ein Heer, das nach erfolgreicher Belagerung den Grafen Jean V. von Armagnac in Lectoure tötete.
Reden: L. d'Achéry (Hrsg.), Veterum aliquot scriptorum ... specilegium, VII, Paris 1655ff., 13-20.
Lit.: P. J. Grappin, Éloge historique de Jean Jouffroy, Besançon 1785; - Ch. Fierville, Le cardinal Jean Jouffroy et son temps, Paris 1874; - R. de Mandrot, Louis XI, Jean d'Armagnac et le drame de Lectoure, in: Revue historique 38 (1888). 241-304; - J. Calmette, Louis XI, Jean II et la révolution catalane (1401-75), Paris 1903; - Pastor II, 101-103. 110-124.; - ECatt VII, 594; - LThK2 V, 1034.
Johannes Madey
Textanmerkung
Das Geburtsdatum wird um 1405/1410 angenommen, nicht 1412.
Literaturergänzungen
Märtl, Claudia, Kardinal Jean Jouffroy († 1473). Leben und Werk, Sigmaringen 1996.
Letzte Änderung: 16.01.2000