KARL X., König von Frankreich, * 9.10. 1757 als Graf von Artois in
Versailles, † 6.11. 1836, emigrierte bereits am 17.7. 1789 und
versuchte, die französische Revolution vom Ausland aus zu bekämpfen.
Ab 1795 überließ er die Emigrantenbewegung seinem Bruder Ludwig XVIII.,
dessen Thronbesteigung er 1814 in Paris vorbereitete. Am 16.9. 1824
trat K. die Nachfolge Ludwigs XVIII. an, wurde aber erst am 29.5.
1825 zum König gesalbt. - K.s Herrschaft zeichnete sich durch
klerikale Tendenzen und eine ultraroyalistische Politik gegenüber
der liberalen Opposition aus, die 1830 zur Juli-Revolution führte,
in deren Verlauf K. abdanken mußte.
Lit.: P. de la Gorce, La Restauration, Paris 1928; -
J. Vincent, Charles X., Paris 1958; - Vincent W. Beach, Charles
X. of France. His life and times, Boulder/Colo. 1971; - David
Henry Pinkney, The French Revolution of 1830, New Jersey 1972; -
DHGE; - LThK V, 1354.