Verlag Traugott Bautz
www.bautz.de/bbkl
Zur Hauptseite
Bestellmöglichkeiten
Abkürzungsverzeichnis
Bibliographische Angaben für das Zitieren
Suche in den Texten des BBKL
Infobriefe des aktuellen Jahres

NEU: Unser E-News Service
Wir informieren Sie vierzehntägig über Neuigkeiten und Änderungen per E-Mail.

Helfen Sie uns, das BBKL aktuell zu halten!



Band IV (1992) Spalten 383-384 Autor: Johannes Madey

KONRAD MILANI von Ascoli Piceno, * 18.9. 1234 in Ascoli Piceno, + 19.4. 1289 ebd. - K. entstammte einer adligen Familie; sein Vater war Francesco M., seine Mutter Agnese geb. Saladini. Von Kindheit an befreundet mit Girolamo Massi (dem späteren Papst Nikolaus IV., 1288-1292), trat er mit ihm dem Fransziskanerorden bei. Nach seiner Priesterweihe machte er sich zunächst einen Namen als Prediger in Rom, wo er auch Theologie lehrte. Nach 1274 wirkte K. eine Zeitlang als Missionar in Libyen. Er muß dort sehr erfolgreich gewesen sein. Er gibt einen Bericht, nach dem er dort mehr als 6.400 Personen getauft habe, der sich jedoch nicht als zuverlässig erwiesen hat. K. war jedoch der erste, der aus diesem Missionsgebiet Kinder nach Europa brachte, damit sie hier eine höhere Bildung erhielten. Im Jahre 1278 schickte Papst Nikolaus III. K,. zusammen mit Girolamo Massi, der inzwischen Generaloberer des Franziskanerordens geworden war, an den französischen Königshof. Die beiden Franziskaner sollten den König von Frankreich bewegen, mit dem König von Spanien (Aragón) Frieden zu schließen. Nach dieser Mission lehrte K. in Paris Theologie. Auch hier erlangte er Berühmtheit durch seine Unterweisung, seine Predigten und seine karitative Tätigkeit. Nachdem sein Jugendfreund den Stuhl Petri bestiegen hatte, rief er K. nach Rom, um ihm die Kardinalswürde zu verleihen. Auf der Reise dorthin starb er in seiner Heimatstadt Ascoli. Bald geschahen an seinem Grab zahlreiche Wunder. Im Jahre 1371 überführten die Franziskaner seine Gebeine in ihre neue Kirche. Seine Verehrung als Seliger wurde offiziell von Papst Pius VI. am 5.2.1792 bestätigt. Im Ordenskalender der Franziskaner ist sein Festtag am 19. April.

Lit.: B. Mazzara, Leggendario francescano, Venedig 1676, 544-546; - Acta SS. Aprilis, Paris 1865, II, 738-740; - P. Tasso, Corrado d'Ascoli ..., S. Maria degli Angeli 1898; - M. R. P. Leone, L'Aureola serafica. Vita dei Santi e Beati dei tre Ordine di S. Francesco, Quarracchi 1898, II, 88-94; - L. Wadding, Annales, V (1931), 237-240; - Felice da Porretta, Vita del Beato Corrado Ascoli, Rom 1934; - O. van der Vat, Die Anfänge der Franziskanermission und ihre Weiterentwicklung im nahen Orient und in den mohammed. Ländern während des 13. Jh.s, Werl 1934, 240; - Martyrologium Franciscanum, Rom 1938, 147; - A. Mulders, Missionsgesch. Die Ausbreitung des kath. Glaubens, Regensburg 1960, 190; - ECatt IV, 631; - LThK 2VI, 462.

Johannes Madey

Letzte Änderung: 09.06.1998