KONRAD II. von Hildesheim, * Ende des 12. Jahrhunderts, +
18.12. 1249 im Kloster Schönau. - K. war nicht Ordensmann, sondern
gehörte dem Weltklerus an. Er studierte in Paris, von wo er als Magister
der Theologie nach Deutschland zurückkehrte. Seinen priesterlichen
Dienst übte er an verschiedenen Orten aus. Zunächst wirkte er als
Domscholaster (Canonicus scholasticus) in Mainz; von dort ging er
nach Speyer, wo er das Amt eines Domdechanten ausübte; als päpstlicher
Kaplan war er auch Pönitentiar am Speyerer Dom. Im Jahre 1221 wurde
K. Bischof von Hildesheim. Er wurde auch in die Kämpfe mit den Stedingern,
einem friesisch-sächsischen Bauernvolk beiderseits der unteren Weser,
die im Streit mit dem benachbarten Erzbischof von Bremen wegen der
Abgabe des Zehnten lagen, miteinbezogen. Religiös und theologisch
viel schwerwiegender waren jedoch seine Auseinandersetzungen mit dem
häretischen Goslarer Propst Minneke in Neuwerk. K. predigte in seinem
Bistum auch den Kreuzzug. Er leitete auch den Heiligsprechungsprozeß
für die am 17.11. 1231 verstorbene Landgräfin Elisabeth von Thüringen;
die Heiligsprechung erfolgte bereits am 27.5. 1235. - Durch den
Rückkauf von Vogteien, die einst der Kirche gehörten, und den Bau
von Burgen sicherte Bischof K. II. die Unabhängigkeit des Hildesheimer
Hochstifts, an welchem vor allem die benachbarten Welfen großes Interesse
zeigten. Mitte des 13. Jahrhunderts war die Diözese übersät mit Kirchen,
bischöflichen Burgen, Schlössern und Klöstern; denn der Bischof zeigte
sich auch den Orden gegenüber großzügig und gewährte den Bettelorden,
Franziskanern und Dominikanern, ebenso Niederlassungen wie den weiblichen
Orden der Magdalenerinnen und Augustinerinnen. Im Jahre 1246 verzichtete
K. II. auf sein Bistum. Mit ihm endete eine Periode der Blüte des
Bistums. Nachdem Kaiser Friedrich II. am 15.8. 1235 dem Bistum Hildesheim
die politische Unabhängigkeit gewährt hatte, zwang die politische
Situation die Bischöfe oft zur Vernachlässigung ihrer eigentlichen
geistlichen Aufgaben.
Lit.: A. Bertram, Die Bischöfe von Hildesheim, Hildesheim
1896; - Ders., Gesch. des Bistums Hildesheim, Hildesheim 1899,
I, 226-245; - H. Hoogeweg, in: Zschr. des hist. Vereins für Niedersachsen
(Hannvoer 1899), 238-265; - A. Peeters, ebd. (1905), 215-278;
- LThK 2VI, 465.