Verlag Traugott Bautz
www.bautz.de/bbkl
Zur Hauptseite
Bestellmöglichkeiten
Abkürzungsverzeichnis
Bibliographische Angaben für das Zitieren
Suche in den Texten des BBKL
Infobriefe des aktuellen Jahres
Spenden für die Arbeit am BBKL
Um auch weiterhin die Arbeit am BBKL zu ermöglichen, brauchen wir Ihre Unterstützung..
NEU: Unser E-News Service
Wir informieren Sie über Neuigkeiten und Änderungen per E-Mail.
Helfen Sie uns, das BBKL aktuell zu halten!
Bestellmöglichkeiten

Band IV (1992) Spalten 751-753 Autor: Werner Beyer

KÜHN, Gotthelf Bernhard, Liederdichter, Erbauungsschriftsteller, Redakteur des Evangelischen Allianzblattes * 1. Dezenber 1863 in Penig/Sa. als Sohn des Schumachers Karl Robert Kühn und dessen Ehefrau Johanna Eleonore geb. Doberenz, + 20. März 1914 in Markersbach bei Penig/Sa. - Ab 1879 als Kaufmannslehrling beim Peniger Tageblatt beschäftigt, wird K. vom 15.-22. Lebensjahr von den Grundfragen des Lebens und Glaubens umgetrieben. 1883 bekommt er eine Stellung in einer Buchbinderei in Duisburg. Der Tod seiner Schwester, zerstörte Ideale, Enttäuschungen im Beruf wecken um 1883 in ihm Selbstmordgedanken. Im Juli 1885 greift er zum Neuen Testament und liest es mit bis dahin nicht gekannter Aufnahmebereitschaft. Im Mai (1886?) erlebte er auf einem Missionsfest »bei Erweckten im schwarzen Muldental... die Stunde seiner Wiedergeburt«. Nach seiner Hochzeit mit Martha Teich nimmt er eine Stellung in Dresden bei einem Juristen an. 1889-1901 arbeitet er im Landesverein für innere Mission Dresden zunächst als Expedient und Registrateur, später als Bundes- und Gemeinschaftspfleger. Während dieses Dienstes kommen ihm Bedenken im Blick auf die Landeskirche. So folgt er einem Ruf nach Frankfurt/M. als Sekretär im »Hilfsbund für christliches Liebeswerk im Orient.« Dort läßt er sich taufen. Ab 1. Juli 1903 wird er als Redakteur des »Evangelischen Allianzblattes« und Sekretär des Blankenburger Zweiges der Evangelischen Allianz ins Evangelische Allianzhaus nach Bad Blankenburg gerufen. Ein Allianzfreund spendete für 5 Jahre sein Gehalt. Hier hatte er das Organ gefunden, durch das er seine Erkenntnisse publizieren und den verspürten Drang zur Verkündigung in die Tat umsetzen konnte. Allerdings, seine streitbare Feder im Evangelischen Allianzblatt bringt ihn und den Blankenburger Zweig der Evangelischen Allianz in Gegensatz zu zahlreichen Vertretern der Deutschen Ev. Allianz, u.a. auch zu dem langjährigen Vorsitzenden Andreas Graf von Bernstorff. K. nimmt 1904 und 1905 an den Brieger Wochen teil, er gehört am 5. September 1905 auch zum Komitee der neugegründeten Allianzbibelschule in Berlin (später Wiedenest), wo er die »Offenbarung« lehrt. Nachdem Ernst Modersohn am 1. Mai 1906 Leiter des Ev. Allianzhauses geworden war, siedelt er bald nach Berlin über. Dort konnte er besser an der Schule mitarbeiten und Verbindungen zu den Persönlichkeiten der Allianz wahrnehmen, die ihn auch bei dem nun wöchentlich erscheinenden Ev. Allianzblatt unterstützen. 1907 wird er in die GmbH des Allianzhauses gewählt. Er tritt weiterhin streitbar gegen Landes- und Freikirchen auf. Auch Ernst Modersohn scheidet 1910 u.a. wegen des scharfen antikirchlichen Tons im Allianzblatt aus der Leitung des Allianzhauses aus; er sah sich in seiner freien Evangelisationstätigkeit behindert. Besonders scharf stritt K. gegen die »Pfingstbewegung«. Nach schwerer Erkrankung, er hatte sein Herz auf der rechten Seite, siedelt er 1909 nach Triberg/Schwarzwald über, das er aber bereits im Sommer 1911 verläßt, um nach Markersbach bei Penig/Sa. ins Haus des Schwiegervaters zu ziehen. In den letzten Jahren wirkt er noch als Erbauungsschriftsteller. Den Plan, eine Zeitschrift mit dem Titel »Wahrheit und Freiheit« herauszugeben, konnte er nur noch seinem Freund Walther Meichsner zur Verwirklichung übergeben. Nach einem schweren Todeskampf stirbt er dort 1914. - Als Liederdichter, Herausgeber des Evangelischen Allianzblattes und Schriftsteller für apologetische und Erbauungsliteratur, sowie als Konferenzredner und Seelsorger gewann er für zahlreiche Menschen Bedeutung. Trotz großer Hingabe an die Allianzsache fehlte ihm leider weitgehend das Verständnis für die vielerlei Verwirklichungen der Nachfolge Jesu.

weiterlesen ...
Werke: A) Liederbücher: Glaubens- und Erweckungs-Lieder. Liederbuch für christliche Gemeinden und Gemeinschaften. Herausgegeben von B.K.; Dem Herrn mein Lied. Ausgewählte Gedichte aus allen Gebieten des Lebens; Beim Leuchten des Morgensterns. Neuere Gedichte; Die christliche Botschaft von der Geburt des Herrn in Wort und Lied. 80 S.; Im Heiligtum. 70 selbstgedichtete Lieder mit vierstimmigem Notensatz für christliche Versammlungen, Gesangchöre und Häuser; 19071; Auf Glaubenshöhen; Allem Volk! (Luk.2,10) 20 neue Evangelisationslieder (nach volkstümlichen Melodien). B) Erbauungsliteratur: Aus den Wogen des Zweifels auf den Fels des Glaubens. Lebenserinnerungen; Gotha 1909; Geschichten und Bilder aus dem Leben eines Gemeinschaftsmannes. Selbsterlebtes zur Verteidigung des christlichen Gemeinschaftslebens. Krankheit und Heilung. Belehrung, Licht und Trost für unsere Kranken aus der Heiligen Schrift und der Erfahrung; Bonn 1912; Seufzet nicht widereinander. Ein Wort zum Frieden in der Tauffrage; Gotha, 1906, 21 S.; Winke und Ratschläge für das Versammlungswesen der Kinder Gottes. Geisweid i. Westf. 80 S. o. J.; Die Sünde nach dem ersten Johannesbrief. Beitrag zur Überwindung eines kräftigen Irrtums; Neumünster. 78 S. o.J.; Was ist's mit der Geistestaufe? Schriftstudie über Eph. 5,18. Neumünster. 24 S. o.J.; Die »Pfingstbewegung« im Lichte der Heiligen Schrift und ihrer eigenen Geschichte; Dies ist Mein Leib! Gedanken über das Mahl des Herrn und seine schriftgemäße Feier; Hat der Herr auf die Gemeinde zu warten, oder hat die Gemeinde auf den Herrn zu warten?; Zurück zur ersten Liebe. (Zusammengefaßte Artikel aus dem Evangelischen Allianzblatt); Die Einheit und Einigkeit der Kinder Gottes. Gotha 1903, 48. S.; Fürsten des Glaubens. (Ebräer 11); Was ist Christentum? Ein Appell an solche, welche mit Ernst Christen sein wollen. Bethanien. Eine kleine Geschichte von großer Bedeutung; Drei Stücke wahren Christentums (Wiedergeburt - Zielbewußtes Christsein - Einheit) 39 S.; Die Ankunft und der Tag des Herrn; Wie Christen Weihnacht feiern. Zurück zur urchristlichen Freiheit und Einigkeit!; Aus meines Vaters Garten. Blankenburger Briefblätter.

Lit.: H. Lödel, Bernhard Kühn. Blätter der Erinnerung. in: Wahrheit und Freiheit, 12. Jg. 1925, 16 ff.

Werner Beyer

Letzte Änderung: 06.11.2011