KIRKBRIDE, Joseph, * 29.9. 1662 in Oulton, † 1.3. 1738 in Bucks County (Philadelphia). Quäker. - Joseph Kirkbride wurde in Oulton, einer Ortschaft westlich von Charlisle in Cumberland (England) geboren. Seine Eltern waren Matthew und Magdalena Kirkbride. Obwohl vom Elterhaus her arm, erhielt er eine gute Schulbildung. Schon in seiner Jugendzeit schloß er sich den Quäkern an und gehörte zum Pardsley Cragg Monthly Meeting in Cumbria, England. 1681, nachdem er als Lehrjunge vor seinem Meister geflüchtet war, emigrierte er über Pennsylvanien nach Jersey, mit einem neuen Dreschflegel in seinem Reisegepäck, der es ihm ermöglichte, ohne Verzögerung mit neuem Gerät an die Arbeit zu gehen. Dies war auch notwendig, da Krikbridge sich verpflichtet hatte, im Gegenzug für die Kosten der Überfahrt für eine bestimmte Summe im neuen Land zu arbeiten, was damals eine gängige Praxis war. Zunächst arbeitete er in Pennsbury Manor, dann in West Jersey. Schnell konnte er sich freikaufen, wurde wohlhabend, betätigte sich auch als Landvermesser und zählte bald zu den bedeutenden Landbesitzern unter den Quäkern. 1687 zog er von Jersey nach Pennsylvanien und wurde Mitglied des Falls Monthly Meeting. Ab jetzt wurde er häufig als Zeuge zu gerichtlichen Verfahren herangezogen, was seinen gesellschaftlichen Aufstieg dokumentiert. In Pennsylvanien betätigte sich Kirkbride als Grundstücksspekulant und tätigte undurchsichtige An- und Verkäufe. 1688 heiratete er am 13. März Phebe Blackshaw, die Tochter von Randal und Alice (geb. Burges) Blackshaw, mit der er bis zu ihrem Tod im September 1701 sechs Kinder hatte: Phebe (1689-1796), Joseph (1690-1736), Matthew (1692-1705), Mary (1692-1694), Martha (1695-1742) und Hannah (1698-1703). Am 17. Dezember 1702 heiratete er in zweiter Ehe Sarah Stacey, die Tochter von Mahlon und Rebecca (geb. Ely) Stacey. Die wohlhabende Frau, die u.a. 12.000 Acres Land besaß, verstarb allerdings schon im Herbst 1703 bei der Geburt ihres Sohnes Mahlon (1703-1724). Joseph Kirkbride ließ sich nicht entmutigen und heiratete sofort im Januar 1704 Mary (geb. Fletcher) Yardley (gest. 1751), eine Witwe, deren gesamte Familie 1703 an den Pocken verstorben war. Aus dieser Ehe sind noch einmal sieben Kinder hervorgegangen: John (1706-1753), Robert (1708-vor 1736), Mary (um 1710-1712), Thomas (* 1712), Sarah (1714-1737), Thomas Jr. (1716-1747) und Jane (1719-1741). - In der Keithian-Kontroverse, die die Quäker Nordamerikas gegen Ende des 17. Jahrhunderts erschütterte, zeugte Kirkbride 1692 als Minister (Prediger) gegen George Keith (1638-1716). 1695 bereiste er mit dem Quäker Hugh Roberts (um 1644-1702) New England, und 1699 besuchte er für einige Monate seine europäische Heimat und traf dort mit William Penn (1644-1718) zusammen, den er bereits in Pennsylvanien kennengelernt hatte. Auf dem Schiff "Welcome" reiste er nach Pennsylvanien zurück, wo er ein Jahr zuvor als Vertreter in die gesetzesgebende Versammlung gewählt worden war. 1710 bereiste er noch einmal New England, diesmal in Begleitung von John Lee. 1738 verstarb Joseph Kirkbride im Alter von 75 Jahren und wurde noch an seinem Todestag, dem ersten März, bestattet. Seine drei Sklaven, Isaac, Cuffa und Ishmael vererbte er seinem Sohn Joseph.
Lit. (Auswahl): Josef Kirkbride. In: The Friend. A religious and literary journal, XXIX, 50, 1856, 396; - Kirkbride, Sherman Asher: A brief history of the Kirkbride family. Withn special reference to the descendents of David Kirkbride, 1775-1830. (Alliance) 1913.