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Band IV (1992) Spalten 994-996 Autor: Hans Fritzsche

LAHUSEN, Christoph Friedrich, ev. Theologe und Kirchenführer, * 22.3. 1851 in Bremen als Sohn eines Kaufmanns, + daselbst 17.10. 1927. - Nach manchen inneren Kämpfen fand der junge L. den Weg »vom Kaufmannshaus zur Kanzel«, wobei der Biblizist Tobias Beck, der große Prediger Rudolf Kögel und der begnadete Seelsorger Emil Frommel seinen theologischen Werdegang bestimmten. Nach dem Studium in Berlin, Tübingen und Bonn war er Hilfsprediger und Schulleiter an der deutschen Botschaft in Rom, absolvierte anschließend das Domkandidatenstift in Berlin, kam 1878 als Pfarrer nach Mettmann (Rheinland), von dort 1883 nach Hamm (Westfalen) und 1886 nach Bremen, wo er 13 Jahre als Pfarrer an der Liebfrauenkirche seiner Vaterstadt wirkte. Im Jahre 1899 wurde er als Nachfolger von Ernst Dryander Pfarrer an der Dreifaltigkeitskirche in Berlin. Seine kirchenregimentliche Arbeit begann er 1902, zunächst im Brandenburger Konsistorium, dann als Oberkonsistorialrat im Ev. Oberkirchenrat, wo er u.a. Dezernent für die Auslandsgemeinden war. 1911 wurde L. Generalsuperintendent von Berlin, von 1918-1921 als Nachfolger Dryanders geistlicher Vizepräsident des Ev. Oberkirchenrates, als welcher er noch anfangsweise am Neubau der ev. Kirche nach dem Zusammenbruch mitwirkte. L. war Mitglied des Herrenhauses und Propst des Stiftes Heiligengrabe in der Mark Brandenburg. - Unter den Aufgaben des Kirchenregiments und der Generalsuperintendentur blieb ihm, wie er in seiner Autobiographie schreibt, die Verkündigung des lebendigen Gotteswortes immer das Höchste und Heiligste. »In allen Stellungen und Ämtern wollte er nur `Pastor bleiben' und nichts anderes als ein Prediger und Seelsorger sein.« Davon zeugen seine in großer Zahl veröffentlichten Predigten und die von seinem Sohn Hermann L. herausgegebenen Briefe. In den kirchlichen Auseinandersetzungen seiner Zeit war L. stets um Aussöhnung bemüht.

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Werke: Ein Abschieds- und Antrittswort an die Mettmanner ev. Gemeinde (zusammen mit Pfarrer Petersen). 1878; Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Predigt über Gal 6, 32. 1894; Konfirmationsrede, gehalten Palmsonntag, den 18. März 1894. 1894; Alles und in allen Christus; Predigten. 1899; Er wohnte unter uns. Predigt aus dem Leben Jesu.2 1904; Das Evangelium des Paulus, des Apostels Jesu Christi. Predigten. 1907; Das apostolische Glaubensbekenntnis für unsere Zeit der Gemeinde ausgelegt.2 1910; Herr, hier bin ich, sende mich. Predigt am Schlußgottesdienst des 35. Kongresses für Innere Mission in der Stiftskirche zu Stuttgart. 1910; Gottes Zeugnis von seinem Sohn. Ein Wort zu der Frage, ob Jesus gelebt hat. Predigt über Joh. 15, 6-12.21910; Blutsverwandtschaft und Geistesverwandtschaft. Predigt am 19. Sonntag nach Trinitatis 1911. 1911; In entscheidungsvoller Zeit die rechte Wahl. Predigt am 21.1. 1912. 1912; Sola fide. Allein durch den Glauben; Ein evangelisches Zeugnis in Tagen des Streites. 1912; Der Glaube ist nicht jedermanns Ding. Predigt. 1913; Die Tafeln vom Sinai im Lichte Jesu. Predigten. 1913; Himmelfahrt, Mt 11, 27-30. Predigt. 1913; Wohl dem Volk, das jauchzen kann; Festpredigt zur 100-Jahrfeier der Schlacht bei Leipzig. 1913; Wider Furcht, Schlaf und Tod. Vier Predigten. 1913; In ernster Stunde. Zum Massenstreik gegen die Staatskirche. 1914; Nur Mut und Treue; Predigt am Kirchensonntag 1914. 1914; Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Predigt am 16.8. 1914 in der Dreifaltigkeitskirche zu Berlin. 41914. Immanuel, Gott mit uns. Zwei Predigten, Weihnachten 1914 und Neujahr 1915. 1915; Das Vater Unser. Predigten. 1915; Unser täglich Brot gib uns heute. Predigt am 20.2. 1915. 1915; Die fünfte Bitte des Vaterunsers und England. Predigt am 7.3. 1915 in der Dreifaltigkeitskirche zu Berlin. 1915; Christbaum und Schwert, Kriegspredigten (zusammen mit Max Braun). 1915; Durch Dienst zum Thron. Predigt am 19.3. 1916. 1916; Ernte und Sieg. Ernte-Bittsonntag Rogate 1916. Predigt. 1916; Seid geduldig und getrost; Zwei Predigten. 1916; Wann kommt das Reich Gottes? Predigt am 11.2. 1917. 1917; Das unbewegliche Reich. Predigt zu Himmelfahrt 1917. 1917; Allein durch den Glauben. Predigt zur Reformationsfeier 1917. 1917; Wenn Gott nur mit uns ist! Predigt am 31.12. 1916. 1917; Sieg und Frieden. Predigt zur 4. Jahreswende des Krieges am 4.8. 1918. 1918; Die unergründlichen Wege Gottes. Predigt am außerordentlichem Landes-Bettag, den 20. Oktober 1918 in der Dreifaltigkeitskirche in Berlin. 1918; Wir wollten Jesum gerne sehen. Abschnitte aus dem Ev. des Joh. in Predigten ausgelegt. 1920.

Lit.: Autobiographie in: »Die neue Christoterpe«. 1926; - Hermann Lahusen: D. Friedrich Lahusen, Vater und Seelsorger. Briefe an seinen Sohn. 1929; - Oskar Söhngen (Hrsg.): Hundert Jahre evangelischer Oberkirchenrat der altpreussischen Union 1850-1950. 1950, 185.

Hans Fritzsche

Letzte Änderung: 09.04.2011