LADURNER, Justinian: Franziskanerpater, * 1808 in Meran, † 14.10. 1874 in Innsbruck. - In Meran wurde er als Sohn des Wirtes "Zum Goldenen Adler" geboren. Hier besuchte er auch das Gymnasium der Benediktiner. Sein Studium der Philosophie absolvierte er in Trient. Im Jahre 1829 trat er in den Franziskanerorden ein. 1833 wurde er zum Priester geweiht und bekleidete dann das Amt eines Religionsprofessors am Franziskanergymnasium zu Bozen. Seit 1853 lebte er ganz der Geschichtsforschung. Josef Innerhofer nennt ihn "einen Bahnbrecher der kritischen Geschichtsforschung". (In: Die Kirche in Südtirol: Gestern und Heute... S. 186). - Obwohl er auf diesem Felde Autodidakt gewesen ist, ist die Kirchengeschichtsforschung Südtirols ohne seine Urkundenforschung wohl nicht gut zu denken. - Prof. Hermann Wopfner, der Vater der tirolischen Volkskunde, sagt von L.: "Mit staunenswerter Arbeit ging er daran, alle ihm erreichbaren Urkunden abzuschreiben oder in Regestenform ihren Inhalt festzuhalten. Die hinterlassenen Schriften umfassen beiläufig 14.000 Urkundenabschriften, deren Wert umso größer ist, als viele Originale in entlegenen und heute kaum mehr zugänglichen Privatarchiven zu suchen wären, nicht weniges aber auch schon verloren oder verschollen ist. Sachlichkeit, Gewissenhaftigkeit, ruhiges und nüchternes Urteil nebst unermüdlichem Arbeitseifer bilden den Grundzug seiner gesamten Persönlichkeit, ohne daß er deshalb ein gelehrter Pedant wurde." (In: Die Kirche in Südtirol... S. 186).
Lit.: J. Innerhofer: Die Kirche in Südtirol - Gestern und heute, Bozen 1982, 185-186; - J. Gelmi: Geschichte der Kirche im Tirol, Innsbruck-Wien-Bozen 2001, 328.