LUDWIG XVIII. (1755), König von Frankreich, * 17.11. 1755 in Versailles,
† 16.9. 1824 in Paris, Bruder von Ludwig XVI.. Als Prinz hieß
er Louis Stanislas Xavier Graf von Provence. - Während der Frz.
Revolution war er mit seinem jüngeren Bruder, dem Grafen von Artois
(dem späteren Karl X.) das Haupt der frz. Emigranten in Koblenz. Nach
der Hinrichtung seines Bruders Ludwig XVI. rief er den Dauphin als
Ludwig XVII. zum König aus und nahm nach dessen Tod selbst den Königstitel
an (1795). Von Napoleon verfolgt, führte L. ein unstetes Wanderleben;
seit 1807 lebte er in Großbritannien. Nach Napoleons Abdankung zog
L. am 3.5. 1814 als König in Paris ein. Wenig aktiv, war er doch
klug genug, den von ihm bejahten Absolutismus durch eine halbliberale
Verfassung («Charte constitutionnelle«) zu mildern und zunächst der
schroffen Reaktion der Ultraroyalisten zu widerstehen. Erst nach der
Ermordung des Thronfolgers, des Herzogs von Berry (1820), nahm seine
Regierung eine reaktionäre Wendung. In der internationalen Politik
unterstützte L. das Vorgehen der konservativen Mächte gegen die liberalen
Bewegungen Europas (Niederwerfung des spanischen Aufstandes 1822).
Das zwischen Pius VII. und ihm vereinbarte Konkordat (auf den Grundlagen
des Konkordats von 1516) trat nich in Kraft, da man die Opposition
der Kammern befürchtete. Statt dessen griff man auf das Napoleon.
Konkordat von 1801 zurück. - L. gebührt das historische Verdienst,
das geschlagene Frankreich der Revolution und Napoleons wieder in
den Kreis der europäischen Mächte zurückgeführt zu haben.
Lit.: M.-G. Pallain, Correspondance, inédite de Talleyrand
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Lavisse, Hist. de la France contemporaine IV, 1921; - J. Lucas-Dubreton,
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