MANSUETUS (Mansuy): hl. Bischof von Toul, geb. 3./4. Jh., gest. 4. Jh. in Toul. Fest: 5.4. - Er gilt als der erste Bischof von Toul. Wenngleich historische Einzelheiten über sein Leben fehlen, ist seine Existenz unbestritten und hat sich seit dem 10. Jh. eine reiche legendarische Vita um sein Leben gerankt. Diese von Adso verfaßte Vita (PL 137, 619-644) nennt M. einen »Schotten«, den der hl. Apostel Petrus nach Toul sandte. Reliquien von M. wurden von Bischof Gerhard von Toul in die von ihm gegründete Abtei St-Mansuy (Toul) übertragen. Heute befinden sich diese Gebeine nach W. Böhne in der Kathedrale von Toul wie in St-Gengoult zu Toul. Sein Name bedeutet, der »Milde«, »der Sanftmütige«. - In der Kunst wird er dargestellt als Bischof, wie er predigt oder wie er Tote zum Leben erweckt.
Lit.: LThK
2 Bd. VI, Sp. 1366 (W. Böhne); - ActaSS Sept I (1746) 615-658; - Duchesne FE III 58-62; - BHL 5209-5218; - Baudot-Chaussin IX 73; - V. Schauber: Pattloch Namenstagskalender, Dokumentation von H. M. Schindler, Augsburg 1994, 261; - V. Schauber-H. M. Schindler, Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, Augsburg 1998, 459; - J. Torsy: Lexikon der deutschen Heiligen, Köln 1959, Sp. 367; - A. Schütte: Handbuch der deutschen Heiligen, Köln 1941, 62; - Stadler IV, 76; - LThK
1 Bd. VI, Sp. 858 (G. Allemang); - LThK
3 Bd. VI, Sp. 1285 (J. Staub); - G. Bönnen: Die Bischofsstadt Toul und ihr Umland während des hohen und späten Mittelalters, Trier 1995, bes. 25 f., 92-101, 134-150 (Lit.); - LChJ Bd. VII, Sp. 486 (S. Kimpel), Detzel II 505; - Réau III/2, 868; - BiblSS VIII 632-635, Doyé I, 739.
Ekkart Sauser
Literaturergänzung:
Monique Goullet, Les vies de Saint Mansuy (Mansuetus), premier éveque de Toul. Apercu du dossier et édition critique des textes inédits, in: AnBoll 116.1998, S. 57-105.
Letzte Änderung: 09.04.2011