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Band XXXI (2010) Spalten 849-851 Autor: Matthias Wolfes

MAU, Heinrich August, evang. Theologe, * 20. November 1806 Hollingstedt (Propstei Gottorf), † 21. August 1850 in Kiel. - M. war ein Sohn des Pastors Johann August Mau († 13. Juni 1861), der mit einigen religiösen Reden und Schriften literarisch hervorgetreten ist. Er wuchs in Propsteierhagen in Schleswig auf, wohin der Vater 1807 berufen worden war. Nach dem Besuch des Lübecker Catharineums studierte er von 1826 bis 1830 Klassische Philologie und Theologie in Leipzig und Kiel. Seine wichtigsten akademischen Lehrer waren Gottfried Hermann (1772-1848) und August Detlev Twesten (BBKL XII, 758-761), dessen Vorlesungen über Religionsphilosophie ihn stark beeindruckten. 1830 nahm er eine Stelle als Hauslehrer bei dem Herrn von Rumohr auf Rundhof in Angeln an. Dessen Tochter Louise heiratete er 1839; der Ehe entstammten zwei Töchter und vier Söhne, darunter der Archäologe August Mau (1840-1909) (NDB 16, 421-422). 1831 absolvierte M. in Schleswig das theologische Examen "mit dem ersten Charakter". Im Folgejahr wurde er Substitut des Subrectors an der Kieler Gelehrtenschule (Gymnasium). 1834 erwarb er den Grad eines Dr. phil. an der Universität Kiel und habilitierte sich dort an der Theologischen Fakultät. 1836 wurde er zum außerordentlichen Professor und drei Jahre später zum Ordinarius berufen. Ebenfalls 1839 promovierte ihn die Theologische Fakultät honoris causa zum Dr. theol. 1841 erhielt er die Würde eines Ritters vom Danebrog. 1847 schlug M. einen Ruf an die Königsberger Theologische Fakultät, verbunden mit der Berufung in das Konsistorium der Provinz Preußen, aus. In den Universitätsjahren 1844/45 und 1849/50 war er Rektor der Kieler Universität. 1850 wurde er in die Historisch-Theologische Gesellschaft zu Leipzig aufgenommen. Im selben Jahr, im Alter von nur dreiundvierzig Jahren, erlag er binnen kürzester Frist der Cholera. - In seinem Unterricht und den meisten wissenschaftlichen Publikationen widmete er sich der exegetischen Theologie. Theologisch war er von Schleiermachers bewußtseinstheoretischem Ansatz geprägt, wie er auch dessen unionskirchlichen Standpunkt gegenüber einem übersteigerten lutherischen Konfessionalismus zur Geltung brachte. Während der politischen Unruhen im Zusammenhang mit der schleswig-holsteinischen Erhebung (1848 bis 1851) stand er auf seiten der Provisorischen Regierung und der Landesversammlung.

Schriftenverzeichnis: Eduard Alberti: Lexikon der Schleswig-Holstein-Lauenburgischen und Eutinischen Schriftsteller. Zweite Abtheilung: M - Z, Kiel 1868, 33.

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Werke: Vom Tode, dem Solde der Sünden und der Aufhebung desselben durch die Auferstehung Christi. Eine exegetisch-dogmatische Abhandlung (Separat-Abdruck aus: Theologische Mitarbeiten. Jg. 1838 Heft 2 und Jg. 1840 Heft 4), Kiel 1841; Commentatio De Norma Iudicii Extremi Quam Proposuit Christus Apud Matth. XXV. 31-46, Kiliae 1841; De Christologia novi testamenti observationes, Kiliae 1843; Die Schleswig-Holsteinische Sache. Entgegnung auf No. 24. und 25. dieses Jahres der Evangelischen Kirchenzeitung. Nach dem Tode des Verfassers aus dem Juliheft des Jahres der Evangelischen Kirchenzeitung besonders abgedruckt [Mit einer Vorrede von Christian Nikolaus Thomsen], Kiel 1850.

Nachrufe: Christian Nikolaus Thomsen: Nekrolog über Prof. Heinrich August Mau († 21. Aug. 1850 in Kiel), in: Theologisches Literatur-Blatt zur Allgemeinen Kirchenzeitung 1851, Nr. 1; - Neuer Nekrolog der Deutschen. XXVIII. Jahrgang (1850). Erster Theil, Weimar 1852, 551-558.

Lit.: Henning Ratjen: Geschichte der Universität zu Kiel, Kiel 1870; - Carsten Erich Carstens: Geschichte der theologischen Facultät der Christian-Albrechts-Universität in Kiel [Separatabdruck aus: Zeitschrift der Gesellschaft für die Geschichte der Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg. Band 5], Kiel 1875, 91; - Hans Nikolai Andreas Jensen: Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, nach hinterlassenen Handschriften, überarbeitet und herausgegeben von Andreas Ludwig Jakob Michelsen. Band IV, Kiel 1879; - Hans-Joachim Birkner: Kiel, Universität, in: Theologische Realenzyklopädie. Band XVIII, Berlin / New York 1989, 134-138; - Jendris Alwast: Geschichte der Theologischen Fakultät [Teil 1] 1665-1865. Von ihrer Gründung an der Gottorfisch-Herzoglichen Christian-Albrechts-Universität bis zum Ende der gesamtstaatlichen Zeit, Norderstedt 2008.

Lexika: Eduard Alberti: Lexikon der Schleswig-Holstein-Lauenburgischen und Eutinischen Schriftsteller. Zweite Abtheilung: M - Z, Kiel 1868, 32-33; - ADB 20 (1884), 683 (Carsten Erich Carstens); - Deutsches Biographisches Archiv I 814, 108-117.

Matthias Wolfes

Letzte Änderung: 09.04.2011