Verlag Traugott Bautz |
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MAZZARELLO, Maria Domenica, Mitbegründerin der Don-Bosco-Schwestern (Töchter Mariä Hilfe der Christen), * 9.5. 1837 in Mornese (Piemont), † 14.5. 1881 in Nizza Monferrato (Piemont). - Das älteste von sieben Kindern des Ehepaares Giuseppe und Maria Maddalena M. arbeitete zunächst in der elterlichen Landwirtschaft mit. Als der Seelsorger von Mornese, Don Domenico Pestarino (1817-1874), im Jahre 1855 die Gründung der "Pia Unione delle Figlie dell'Immacolata" (Fromme Vereinigung der Töchter der unbefleckt Empfangenen) veranlaßte, schlossen sich dieser neben M.D.M. vier weitere unverheiratete Frauen an, die in ihren Familien verblieben, aber ein gemeinsames Gebetsleben pflegten. 1860 wurde das Dorf von einer Typhusepidemie betroffen, und die inzwischen größer gewordene Gruppe der Figlie dell'Immacolata kümmerte sich um die Pflege der Erkrankten. M.D.M. selbst wurde dabei angesteckt und befand sich zeitweise in Todesgefahr. Nach ihrer Genesung und einer Ausbildung im Schneiderhandwerk eröffnete sie zusammen mit einer Gefährtin eine Nähschule, in der auch Katechese betrieben wurde. 1862 traf Don Pestarino mit dem Turiner Priester und Erzieher Don Giovanni Bosco (1815-1888) zusammen. Aus dieser Zeit datieren erste Überlegungen, die Vereinigung von Mornese in das Apostolat Don Boscos einzubeziehen, gewissermaßen als weibliches Pendant des im Entstehen begriffenen Männerordens der Salesianer Don Boscos. Don Pestarino legte 1863 die Gelübde als Salesianer ab, blieb aber auf Wunsch Don Boscos als Seelsorger in seiner Gemeinde. Ein Besuch des Turiner Jugendapostels am 7.10.1864 in Mornese führte zur persönlichen Begegnung mit M.D.M. Ab 1871 unternahm Don Bosco konkrete Schritte zur Gründung einer weiblichen Ordensgemeinschaft; er entwarf Ordensregeln, besprach die Angelegenheit mit dem Obernkapitel der Salesianer und mit Papst Pius IX.; außerdem gab er dem zu gründenden Orden einen Namen: "Figlie di Maria Ausiliatrice" (Töchter Mariä Hilfe der Christen). In Mornese hatte mittlerweile ein Differenzierungsprozeß stattgefunden: Einige der 27 Figlie dell'Immacolata befanden sich weiterhin in ihren Familien; andere, darunter M.D.M., führten ein gemeinschaftliches religiöses Leben und bildeten so die Keimzelle des künftigen Ordens zur Erziehung der weiblichen Jugend. Am 29.1.1872 wurde M.D.M. zur Leiterin der Vereinigung gewählt. Der 5.8.1872 kann als das eigentliche Gründungsdatum der Figlie di Maria Ausiliatrice angesehen werden. An diesem Tag empfingen in Gegenwart Don Boscos sowie des Diözesanbischofs von Acqui 15 Frauen das Ordensgewand; 11 von ihnen, darunter M.D.M., legten ihre ersten Gelübde auf die von Don Bosco verfaßten Regeln ab. Don Pestarino fungierte bis zu seinem Tod im Mai 1874 als geistlicher Direktor der Schwesterngemeinschaft; M.D.M. führte den Titel einer Vikarin. Bei der Wahl einer Oberin am 15.6.1874 erhielt sie sämtliche Stimmen (bis auf ihre eigene). Noch im selben Jahr entstand die erste Zweigniederlassung des jungen Ordens in Borgo San Martino (Piemont), und schon 1877 erfolgte eine Aussendung von Missionsschwestern nach Argentinien. Das Jahr 1879 brachte zwei entscheidende Ereignisse mit sich: die bischöfliche Anerkennung der Kongregation und die Verlegung des Mutterhauses von Mornese nach Nizza Monferrato, die auf Betreiben Don Boscos erfolgte. Bis zu ihrem frühen Tod leitete M.D.M. von dort aus die in raschem Wachstum begriffene Ordensgemeinschaft. Als sie gerade 44jährig am 14.5.1881 in Nizza Monferrato starb, gab es 200 Schwestern in 28 Niederlassungen. - M.D.M. wurde 1938 selig- und 1951 heiliggesprochen. Heute sind die Don-Bosco-Schwestern mit weltweit mehr als 16.000 Mitgliedern der - nach den Vinzentinerinnen - größte Frauenorden der katholischen Kirche.
Lit.: Giovanni Battista Lemoyne/Angelo Amadei, Memorie Biografiche di San Giovanni Bosco, Bd. 10, Turin 1937; - Eugenio Ceria, Santa M.M., Turin 1952; - Ferdinando Maccono, Santa M.D.M., 2 Bde., Turin 19604; - Guido Favini, Santa M.D.M., Turin 1962; - Ders., Le Figlie di Maria Ausiliatrice nelle Memorie Biografiche di Don Bosco, Rom 1972; - Giselda Capetti (Hrsg.), Istituto Figlie di Maria Ausiliatrice. Cronistoria, 5 Bde., Rom 1974-1978; - Maria Pia Giudici, Una donna di ieri e di oggi. Santa M.D.M. (1837-1881), Turin 1980; - Felix Karlinger, Die Heilige M.D.M. Leben und Wirken, Rottenbuch 1981; - Mario Midali, Madre M. Il significato del titolo di confondatrice, Rom 1982; - Carlo Colli, "Geist von Mornese". Das geistliche Erbe der hl. M.D.M., München 1983; - Maria Esther Posada (Hrsg.), Attuale perché vera. Contributi su S. M.D.M., Rom 1987; - Anita Deleidi/Maria Ko, Sulle orme di Madre M. donna sapiente, Rom 1988; - Georg Söll, Die heilige M.D.M. 1837-1881, München 19912; - Maria Esther Posada, Storia e santità. Influsso del teologo Giuseppe Frassinetti sulla spiritualità di S. M.D.M., Rom 1992; - Domenico Agasso, M.M. Il comandamento della gioia, Turin 1994; - Luigi Càstano, Perfezione cristiana in Don Bosco e Madre M., Turin 1996; - Piera Cavaglià/Anna Costa (Hrsg.), Orme di vita, tracce di futuro. Fonti e testimonianze sulla prima comunità delle Figlie di Maria Ausiliatrice (1870-1881), Rom 1996; - Francis Desramaut, Don Bosco en son temps (1815-1888), Turin 1996; - Maria Pia Giudici, M.M. von Mornese, Innsbruck 1996; - Alois Kothgasser/Giovanni Battista Lemoyne/Alberto Caviglia, M.D.M. Profezia di una vita, Rom 1996; - Luigi Càstano, Salesianità di Don Bosco, di Madre M. e delle Figlie di Maria Ausiliatrice, Turin 1998; - Enciclopedia Cattolica VIII, 134; - Dizionario degli Istituti di Perfezione III, 1609-1613; V, 949-951; - LThK2 VII, 218 f.; - LThK3 VII, 18.
Norbert Wolff
Literaturergänzung:
2005
Ana María Fernández, Le Lettere di M.D.M. Testimoni e mediazione della sua missione carismatica. Diss. Rom 2005; -
2008
M.E. Posada ; A. Costa ; P. Cavaglia, Sagesse d'une vie. Lettres de M.-D. M. 2. éd. Paris 2008.
Letzte Änderung: 09.04.2011