Verlag Traugott Bautz
www.bautz.de/bbkl
Zur Hauptseite
Bestellmöglichkeiten
Abkürzungsverzeichnis
Bibliographische Angaben für das Zitieren
Suche in den Texten des BBKL
Infobriefe des aktuellen Jahres
Spenden für die Arbeit am BBKL
Um auch weiterhin die Arbeit am BBKL zu ermöglichen, brauchen wir Ihre Unterstützung..
NEU: Unser E-News Service
Wir informieren Sie über Neuigkeiten und Änderungen per E-Mail.
Helfen Sie uns, das BBKL aktuell zu halten!
Bestellmöglichkeiten

Band VI (1993)Spalten 347-348 Autor: Johannes Madey

MUHLENBERG, William Augustus, einflußreicher Priester der Protestantischen Episkopalkirche in den Vereinigten Staaten, * 1796, † 1877. - M. entstammte einer deutschen ev.-lutherischen Familie und wurde in der lutherischen Kirche Amerikas getauft. Sein Großvater war Henry (Heinrich) Melchior Mühlenberg (1711-1787), den man allgemein den »Patriarchen der Lutherischen Kirche in Amerika« nannte und der aus Einbeck stammte. Durch seine Erziehung war W. A. M. Episkopaler (= Anglikaner). Seine Studien vollendete er an der Universität von Pennsylvanien im Jahre 1815. Im Jahre 1817 wurde er Diakon und 1820 Priester der amerikanischen Protestantischen Episkopalkirche. Durch die von ihm gegründeten Schulen in Long Island im Staate New York erwarb er sich einen bedeutenden Namen. Im Jahre 1846 wurde er Rector (Pfarrer) der Church of the Holy Communion in New York City. Diese Pfarrei hatte nicht nur ihre eigenen sozialen Einrichtungen, sie stand auch liturgisch an der Spitze einer Bewegung, die bald in der ganzen Episkopalkirche Allgemeingut geworden ist. So wurde in ihr das tägliche Stundengebet und die wöchentliche Feier der heiligen Eucharistie gepflegt; auch die Feier der Karwoche wurde in besonderer Weise begangen. Im Jahre 1850 gründete M. das St. Luke's Hospital; für den Dienst an diesem Krankenhaus gründete er eine Diakonissengemeinschaft, der er den Namen »Sisters of the Holy Communion« gab. Bei einem Besuch in England lernte er Pusey, Newman und die Oxford-Bewegung kennen, die ihn stark beeindruckten. So entwickelte er nach seiner Rückkehr seine eigenen Ideen von einem »Evangelischen Katholizismus« (Evangelical Catholicism). Es gelang ihm auch, die Spannungen zwischen den beiden Richtungen innerhalb der Episkopalkirche - »High Church« und »Broad Church« - zu mindern. Im Jahre 1853 legte er dem »House of Bishops«, dem Leitungsorgan der Episkopalkirche, das sog. »M. Memorial« vor, das, obwohl strittig, letztlich doch zur Bildung einer Kommission für Kircheneinheit (Commission on Church Unity) und zur Durchführung liturgischer Reformen führte.

weiterlesen ...
Lit.: A. Ayres, Life and Work of W. A. M., New York 1894; - C. E. Olmstead, History of Religion in the United States, Englewoods Cliffs, N. J. 1960, 318-320; - Encyclopedic Dictionary of Religion, Philadelphia-Washington, D. C. 1979, 2456.

Johannes Madey

Literaturergänzung:

2008

Augustus: Paul A. Baglyos, From pietism to virtue. Frederick Augustus Conrad M. in Halle and Philadelphia, in: Halle Pietism, colonial North America, and the young United States. Stuttgart 2008, S. 225-232.

Letzte Änderung: 09.04.2011