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Band XIV. (1998) Spalten 1299-1301 Autor: Ekkart Sauser

NAS (Nasi) Johannes, Franziskaner, Weihbischof in Brixen, * 19.3. 1534 in Eltmann b. Bamberg, + 16.3. 1590 in Innsbruck. - Zunächst Schneider, war er bald wandernder Geselle in Nürnberg, Regensburg, Augsburg, München. In seiner Jugend begeisterte er sich für Martin Luther. Nachdem er jedoch die »Nachfolge Christi« studiert hatte, konvertierte er, wurde katholisch (1552) und trat in das Franziskanerkloster in München ein. 1553 legte er seine Gelübde ab. Immer noch war er als Schneider im Kloster tätig. Nach seiner Priesterweihe im Jahre 1557 übersiedelte er 1559 in das Kloster in Ingoldstadt. Nun begann er ein Universitätsstudium, wirkte 1560 als Kontroversprediger, übernahm 1566 das Predigtamt in Straubing und wurde 1567 von Kardinal O.v. Truchseß als Prediger zur Provinzialsynode in Dillingen berufen. 1567 traf er als Prediger in Ulm und Bruck an der Ammer ein. Dann kam er als Prediger nach Würzburg, wurde 1569 Custos der Straßburger Ordensprovinz, weilte 1571 beim Generalkapitel in Rom. Dort war er als Prediger vom Papst und von den Kardinälen sehr geschätzt. Der Papst schenkte ihm den Titel: »Sedis apostolicae concinator«. Ferdinand II. berief ihn nach Innsbruck, wo er in Nachfolge des Petrus Canisius Hofprediger wurde. Als solcher geriet »der wortgewaltige und streitsüchtige Franziskaner« (J. Gelmi) schnell mit den Jesuiten in Streit. Trotz allem erwarb sich N. für die Errichtung der Tiroler Franziskanerprovinz große Verdienste. Bald darauf wurde er (1580) Weihbischof in Brixen. Auch da gab es Streit um ihn: 1583 brach ein offener Konflikt aus mit dem Brixner Generalvikar Adam von Arz. 1585 wurde dieser in Rom beigelegt. Nach kurzem Aufenthalt in Lambach in Oberösterreich kam N. 1586 wieder nach Brixen. Im selben Jahr erfuhr N. auch starke Anfeindungen von seinen eigenen Ordensbrüdern. Lapidar umreißt Gelmi die Persönlichkeit des N.: »N. war begabt, aber exzentrisch und an vielen Konflikten durch seine grobe Art selbst schuld. Er erwarb sich um die Erneuerung der Tiroler Kirche große Verdienste.« (S. 494) Sein Grab findet sich in der Hofkirche zu Innsbruck. Es ist geschmückt durch einen Grabstein von A. Colin. Dieser findet sich im linken Seitenschiff, vorne, links vom Mariä-Himmelfahrtsaltar.

weiterlesen ...
Lit.: E. Gatz, Die Bischöfe des Heililgen Römischen Reiches 1448 bis 1648, Berlin 1996, 494; - J. Schilling, Das Lebensschicksal des Franziskanerbischofs Johannes Nas 1535-1590, Haßfurt 1976; - J. Gelmi, Eine weitgehend unbekannte Kurzbiographie über Johann Nas, in: Ecclesia Militans II, 475-490; - Ders., Kirchengeschichte Tirols, Innsbruck-Wien-Bozen 1986, 90-91; - J. Hepp, Das Predigtwerk des Johann Nas 1535-1590, Diss. Würzburg 1963; - M. Enzinger, Nicolaus Cusanus und Johannes Nass. Zwei Brixner Bischöfe im deutschen Geistesleben, in: Die Brennerstraße. Deutscher Schicksalsweg von Innsbruck nach Bozen, hrsg. vom Südtiroler Kulturinstitut (Bozen 1961), 208-214.

Ekkart Sauser

Literaturergänzung:

1989

Harry Oelke, Konfessionelle Bildpropaganda d. späten 16. Jhrs. Die Nas-Fischart-Kontroverse 1568/71, in: ARG 87.1996, S. 149-200; -

2009

Jennifer Spinks, Monstrous births and Counter-Reformation visual polemics. J.N. and the 1569 "Ecclesia militans", in: SCJ 40.2009, S. 335-363.

Letzte Änderung: 04.05.2012