NASE, Julius, Reformierter Pfarrer und Lokalkirchenhistoriker, * 19.10. 1861 in Kamen (Eltern: Stellmacher Wilhelm Nase und Karoline Amalie Höning), † 29.11. 1946 in Hiddesen / Lippe. - N. studierte nach seiner Schulzeit im Gymnasium Burgsteinfurt evangelische Theologie an den Fakultäten in Leipzig, Greifswald und Bonn. Die kirchlichen Examina legte er vor dem evangelischen Konsistorium in Münster im Herbst 1883 und Herbst 1885 ab. Am 2.2. 1887 trat er die Stelle als Pfarrer in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Birkelbach im Kirchenkreis Wittgenstein an. Bei seiner Einführung wurde N. auch ordiniert. N. blieb über 40 Jahre als Pfarrer in der Kirchengemeinde Birkelbach im Pfarrdienst tätig, es war seine einzige Pfarrstelle. Am 31.3. 1928 ging N. in den Ruhestand; er zog mit seiner Gattin Alwine Gräfer (14.6. 1889 geheiratet) nach Hiddesen. - N. gilt als einer der Pioniere der wittgensteiner Kirchengeschichtsschreibung, der beim Aufbau des Vereins für Geschichte und Volkskunde Wittgensteins mithalf und sich in seiner Gemeinde für die Erhaltung alter Bauwerke und historischen Hausrats stark machte. Sein besonderes pastorales Interesse galt der Jugendarbeit im Katechumenen- und Konfirmandenunterricht. Schwerpunkte setzte N. in der Christenlehre für junge Erwachsene.
Werke: Die Reformation in Wittgenstein, in: Evangelisches Sonntagsblatt für das Siegerland und Wittgenstein, 1905, Nr. 18-41 [lose Fortsetzungen]; Das Nibelungenlied, der Runensang vom deutschen Gedanken, Bd. 1, Stuttgart 1927 (Coautor: Heinrich Lhozky); Chronik des Kirchspiels Birkelbach (handschriftliches und maschinengeschriebenes ungedrucktes Manuskript im Archiv der Ev. Kirchengemeinde Birkelbach, AdKW Birkelbach 39, 1-2); Ein Goldmacher im Wittgensteiner Lande (Johann Konrad Dippel), in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Volkskunde Wittgensteins, 2. Jg. (1914), Heft 1, 19-24 und (Fortsetzung) in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Volkskunde Wittgensteins, 2. Jg. (1914), Heft 2, 44-48; Eine weltgeschichtliche Dankesschuld unseres Vaterlandes an das kleine Wittgenstein, in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Volkskunde Wittgensteins, 3. Jg. (1920), Heft 3, 11-15; Ein Lob Wittgensteins. Gedicht eines Schwarzenauer Separatisten (Albertini), in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Volkskunde Wittgensteins, 4. Jg. (1921), Heft 1, 21f.; Ein Loblied auf die Stadt Berleburg. Pfarrer Nicolai aus Birkelbach (1649-53), in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Volkskunde Wittgensteins, 6. Jg. (1923), Heft 1, 32; Erklärung einer altüberlieferten Sage aus dem Hause Wittgenstein (Grafen sollen von Hubertus abstammen), in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Volkskunde Wittgensteins, 6. Jg. (1923), Heft 2, 8-10; Vom Heidentum zum Christentum in Wittgenstein, in: Das schöne Wittgenstein 1929, Heft 4, 161-170.
Lit.: Bauks, Friedrich Wilhelm, Die evangelischen Pfarrer in Westfalen von der Reformationszeit bis 1945, Beiträge zur Westfälischen Kirchengeschichte, Bd. 4, Bielefeld 1980, Nr. 4384.
Ulf Lückel
Letzte Änderung: 09.04.2011