NIKETAS, Abt des Medikionklosters, Heiliger († 3.4. 824). -
Quellen für das Leben des Heiligen N. sind die zwei Varianten seiner
Vita, geschrieben vom Mönch Theosteriktos (ed.: ASS Apr. I 1675 xxii
f.) und von Johannes Hagioelites (ed. T.E. Evangelides), sowie die
fünf Briefe, die ihm Theodoros Studites adressiert hat (epp. 176,195,224
Mai-Cozza Luzi, II 78,154 Sirmond [255,280,319,422,452 F.]). Demnach
wurde N. im bithynischen Kaisareia geboren, wahrscheinlich in den
fünfziger Jahren des 8. Jahrhunderts. Die erste asketische Unterweisung
bekam er von einem Anachoreten namens Stephanos. Die Priesterweihe
erhielt er vom Patriarchen Tarasios, nachdem er in das Kloster Medikion
eingetreten war, das in der Nähe der Stadt Trigleia in Bithynien lag.
Als der Bildersturm unter Leon V. erneut ausbrach, leistete N. zunächst
Widerstand; im Dezember 814 war er unter den Geistlichen, die vom
Kaiser in den Palast von Konstantinopel zitiert wurden und dort an
einem Streitgespräch teilnahmen. Bald darauf ist jedoch dem ikonoklastischen
Patriarchen Theodotos Kassiteras gelungen, den Widerstand des N. sowie
einiger Bischöfe und Äbte noch zu brechen und sie dazu zu bringen,
Gemeinschaft mit ihm zu halten (Ende Sommer 816, vgl.Theod.Stud.ep.
222 F.). Nach kurzer Zeit überwand jedoch N. seinen Abfall und nahm
den Widerstand gegen die Ikonoklasten wieder auf: deshalb ist er zunächst
auf die Insel Prokonnesos und dann auf die Insel Hagia Glykeria verbannt
worden. Nach dem Tode des Kaisers Leon V. (25.12. 820) kehrte N. aus
dem Exil in das Medikionkloster zurück. Ständiger Begleiter in seinem
Exil war der Mönch Arsenios, sein Amanuensis, der ebenfalls Adressat
eines Briefes des Theodoros Studites ist (ep.195 Mai-Cozza Luzi [281
F.]). N. hat eine kurze Schrift über die Verehrung der Heiligen Bilder
hinterlassen, überliefert durch den Codex Vatic.gr.511 f.10 f.
Er ist während des Patriarchats des Methodios (843-847) heiliggesprochen
worden.
Lit.: J. Pargoire, Saints iconophiles. EO 4 (1900-1901)
351 f.; - E. von Dobschütz, in ByZ 18 (1909) 81 f.; -
B. Menthon, Une terre de légendes, l'Olympe de Bithynie. Paris 1933,
32 f.; - Beck 510 f.; - G. Fatouros, Theodori Studitae
epistulae, I. Berlin 1992, 305* A. 552.
Georgios Fatouros
Literaturergänzung:
1984
Calogero Riggi, La figura di N. di Remesiana secondo la biografia Gennadiana, in: Augustinianum 24.1984, S. 189-200.