NIKOLAUS HERMANNI, schwedischer Bischof und Hymnendichter, * 1325
oder 1326 in Skänninge als Sohn Herman Rotgerssons, † 2.5. 1391
in Linköping. N.H. studierte in Paris und Orléans und wurde Baccalaureus
der Rechte. 1350 wurde er Kanoniker in Linköping und Uppsala, I361
Archidiakon in Linköping, wo er 1374 zum Bischof »durch Eingebung
des heiligen Geistes« gewählt wurde. Während der Studienjahre ist
er Hauslehrer der Kinder der hl Birgittas gewesen. Er gehörte immer
zum engsten Kreis um die Heilige. N.H. war als liturgischer Dichter
hervorragend. In Schweden hat wohl vorher niemand so melodiöse lateinische
Versen geschrieben wie N.H. Er hat mehrere Offizien gedichtet. Sehr
berühmt ist das Offizium zu Ehren der hl Birgitta »Rosa rorans bonitatem«.
1384 hat N.H. das Mutterkloster des Birgittenordens Vadstena eingeweiht.
Die Freiheit der Kirche soll er gegen Übergriffe vom König und Fürsten
tapfer verteidigt haben. N.H. wurde früh für seine Frömmigkeit bekannt.
Er galt als Weissager and Wundertäter. Bald nach dem Tod hat man den
Prozeß um die Kanonisierung N.H.s eingeleitet, aber erst am 16.3.
1499 wurde er von Papst Alexander VI beatifiziert oder seliggesprochen.
1515 hat man seine Reliquien feierlich in den Schrein gelegt.
Werke: Hymnologische Dichtung (Ansgar, Anna, Birgitta,
Erik): Analecta hymnica medii aevi, ed Dreves-Blume. Provinzialstatuten:
Statuta synodalia, ed H Reuterdahl, Lund 1843 (S. 56-85).
Lit.: Jarl Gallén, Nicolaus Hermanni, Kulturhistoriskt
Lexikon för Nordisk Medeltid XII, Malmö 1967; - Tryggve Lundén,
Sankt Nikolaus' av Linköping Kanonisationsprocess, Stockholm 1963;
- Herman Schück, Ecclesia Lincopensis, Stockholm 1959.
Gunnar Smedberg
Literaturergänzung:
2008
Cordelia Heß, Heilige machen im spätmittelalterl. Ostseeraum. Die Kanonisationsprozesse von Birgitta von Schweden, Nikolaus von Linköping u. Dorothea von Montau. Berlin 2008.
Letzte Änderung: 04.05.2012