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Band VI (1993)Spalten 887-888 Autor: Gunnar Smedberg

NIKOLAUS HERMANNI, schwedischer Bischof und Hymnendichter, * 1325 oder 1326 in Skänninge als Sohn Herman Rotgerssons, † 2.5. 1391 in Linköping. N.H. studierte in Paris und Orléans und wurde Baccalaureus der Rechte. 1350 wurde er Kanoniker in Linköping und Uppsala, I361 Archidiakon in Linköping, wo er 1374 zum Bischof »durch Eingebung des heiligen Geistes« gewählt wurde. Während der Studienjahre ist er Hauslehrer der Kinder der hl Birgittas gewesen. Er gehörte immer zum engsten Kreis um die Heilige. N.H. war als liturgischer Dichter hervorragend. In Schweden hat wohl vorher niemand so melodiöse lateinische Versen geschrieben wie N.H. Er hat mehrere Offizien gedichtet. Sehr berühmt ist das Offizium zu Ehren der hl Birgitta »Rosa rorans bonitatem«. 1384 hat N.H. das Mutterkloster des Birgittenordens Vadstena eingeweiht. Die Freiheit der Kirche soll er gegen Übergriffe vom König und Fürsten tapfer verteidigt haben. N.H. wurde früh für seine Frömmigkeit bekannt. Er galt als Weissager and Wundertäter. Bald nach dem Tod hat man den Prozeß um die Kanonisierung N.H.s eingeleitet, aber erst am 16.3. 1499 wurde er von Papst Alexander VI beatifiziert oder seliggesprochen. 1515 hat man seine Reliquien feierlich in den Schrein gelegt.

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Werke: Hymnologische Dichtung (Ansgar, Anna, Birgitta, Erik): Analecta hymnica medii aevi, ed Dreves-Blume. Provinzialstatuten: Statuta synodalia, ed H Reuterdahl, Lund 1843 (S. 56-85).

Lit.: Jarl Gallén, Nicolaus Hermanni, Kulturhistoriskt Lexikon för Nordisk Medeltid XII, Malmö 1967; - Tryggve Lundén, Sankt Nikolaus' av Linköping Kanonisationsprocess, Stockholm 1963; - Herman Schück, Ecclesia Lincopensis, Stockholm 1959.

Gunnar Smedberg

Literaturergänzung:

2008

Cordelia Heß, Heilige machen im spätmittelalterl. Ostseeraum. Die Kanonisationsprozesse von Birgitta von Schweden, Nikolaus von Linköping u. Dorothea von Montau. Berlin 2008.

Letzte Änderung: 04.05.2012