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Verlag Traugott Bautz
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NIKOLAUS V. (Tommaso Parentucelli), Papst seit 6.3. 1447 (Krönung am 19.3.), * 15.11. 1397 in Sarzana, † 24.3. 1455 in Rom, Grab zunächst in Alt St. Peter; beim Neubau der Petersbasilika wurde das Grabmal dann zerstört die Reste, vor allem der Sarkophag, befinden sich heute in den Vatikanischen Grotten. N. stammte aus einer Arztfamilie und erhielt seine Ausbildung in Florenz und Bologna. In Florenz war er zunächst bei Rinaldo degli Albizzi, dann bei Palla de'Strozzi als Hauslehrer tätig. Über diese beiden Familien fand er Zugang zur Welt der Kunst und Wissenschaft. Großen Einfluß nahm auf ihn der Bf. und spätere Kard. Niccolò Albergati OCarth., in dessen Dienste er 1420 nach Abschluß der Studien mit dem Magister in Theologie und Empfang der Priesterweihe trat. Im Gefolge Albergatis hielt er sich ab 1426 an der Kurie auf und begleitete den Kardinal auf dessen diplomatischen Missionen. Für seine auf dem Konzil v. Florenz geleisteten Dienste ernannte Papst Eugen IV. ihn zum Apostolischen Subdiaconus und verlieh ihm ein Archidiakonat in Frankreich. 1443 wurde er Apostolischer Vicecamerarius, 1444 Bf. v. Bologna, doch konnte er wegen eines Streites zwischen der Stadt und dem Papst sein Bistum zunächst nicht in Besitz nehmen. Eugen IV. sandte ihn zusammen mit Kard. Juan de Carvajal als Legaten nach Deutschland. Dort gelang es ihm, in der Auseinandersetzung mit dem Basler Konzil mit Erfolg für die Anerkennung des Papstes einzutreten. 1446 wurde er zum Kard.presbyter mit der Titelkirche S. Susanna erhoben, galt indes weiterhin als Card. Bononiensis. Im Konklave vom März 1447 in S. Maria sopra Minerva wurde er als Kompromißkandidat zum Papst gewählt. Nach der Wahl nahm er nach Humanistenart den Namen seines Gönners Albergati an. N., der ein bestechendes Gedächtnis und glänzende rhetorische Fähigkeiten besaß (seine Leichenrede für Eugen IV. scheint einen gewissen Einfluß auf den Verlauf des Konklaves gehabt zu haben), galt als umfassend gebildet, wenngleich er nicht mit eigenen literarischen Werken hervorgetreten ist, im Lebenswandel untadelig, zudem als kluger Diplomat und Schlichter. Als Papst förderte er Wissenschaft und Künste, berief Schriftsteller und Gelehrte nach Rom (Poggio Bracciolini, Lorenzo Valla, Vespasiano da Bisticci u.a.), das er mit Erfolg zu einem Zentrum des abendländischen Kulturschaffens ausbaute und so das Ansehen des Papsttums zu mehren suchte. Die ehrgeizigen Bauprojekte (Papstresidenz, Wehrburg in der Leostadt und vor allem der Neubau von St. Peter) konnten wegen der großen Ausmaße in der Kürze des Pontifikats nicht verwirklicht werden. Ein besonderes Interesse richtete N. auf die Übersetzung von Werken der griechischen Antike und der griechischen Väter. Hervorzuheben ist der großzügige Ausbau der Vatikanischen Bibliothek, in die seine ca. 1200 Bände umfassende Handschriftensammlung einging, so daß er als deren eigentlicher Begründer gilt. Doch beschränken sich die Verdienste des Pontifikats nicht auf die Förderung des Humanismus. N. gelang die Beilegung mancher unter Eugen IV. entstandener Wirren. Die Aussöhnung mit Kg. Friedrich III. führte 1448 zum Wiener Konkordat, das bis zum Ende des Alten Reiches Geltung haben sollte und u.a. die Wahl der Bischöfe durch die Domkapitel anerkannte sowie dem Papst das Pfründenbesetzungsrecht in den ungeraden Monaten des Jahres zusprach. Zu einer Überwindung der später in den »Gravamina nationis germanicae« benannten Mißstände im Bereich des kurialen Verwaltungs-, Besteuerungs- und Prozeßverfahrens konnte das Konkordat jedoch nicht wirksam beitragen. Am 16. März 1452 segnete N. in Alt-St. Peter zu Rom die Ehe Friedrichs III. mit Eleonore v. Portugal ein; am 19. März fand die Kaiserkrönung statt - die letzte in Rom. N. gelang im Zusammenwirken mit Frankreich und Kräften des Reichs die endgültige Überwindung des noch bestehenden Schismas mit dem Basler Konzil, das sich nach der Abdankung des Gegenpapstes Felix V. am 7. April 1449 am 25. des gleichen Monats selbst auflöste. So konnte man 1450 in Rom ein Jubiläumsjahr mit großem Glanz feiern, bei dem u.a. die Heiligsprechung Bernadins von Siena einen herausragenden Höhepunkt bildete. Das Jahr 1453 wurde von der Verschwörung des Stefano Porcaro überschattet, der ein Attentat auf N. versuchte, um nach Art des Cola di Rienzo die geistliche Herrschaft in Rom abzuschaffen. Die Verschwörung wird als Reakation des Niederen Adels und des römischen Bürgertums auf N.s Politik gesehen, die Lage in der Stadt Rom und im Kirchenstaat durch Allianzen mit den führenden Familien Orsini, Colonna, Malatesta, Ordelaffi etc. in den Griff zu bekommen. Glücklos war die Politik des Papstes in der Frage der Griechenunion. N. war sowohl um die Ratifizierung der auf dem Konzil von Florenz beschlossenen Einheit als auch um die Verteidigung Konstantinopels gegen die Türken bemüht, erreichte aber beides nicht. Der von N. nach dem Fall von Konstantinopel ausgerufene und u.a. von Johannes von Capestrano mit großem Nachdruck gepredigte Kreuzzug blieb ohne durchgreifende Wirkung. Die europäischen Mächte waren unfähig, sich wirksam zur Verteidigung des Abendlandes zusammenzuschließen. Erst der Vertrag von Lodi (1454), dem N. 1455 als »Protector et Custos« beitrat, schaffte die Voraussetzungen zu einem späteren energischeren Vorgehen gegen die Türken während des Pontifikats Calixts III. Tragisch an der Gestalt N.s ist, daß er wegen seiner Persönlichkeit zwar positiv zu beurteilen ist, die dringend notwendige Kirchenreform aber nicht zustande kam, so daß in dem mit seinem Pontifikat beginnenden Renaissance-Papsttum einem zunehmenden Prozeß der Verweltlichung des Papsttums und der Kurie nicht hinreichend entgegengewirkt wurde.
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Johannes Grohe
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Letzte Änderung: 18.12.2007