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Band XIV. (1998) Spalten 1331-1333 Autor: Ekkart Sauser

OLYMPIAS, hl. Diakonin, † 25.7. 408 in Nikomedien (?). Fest 24.7. (Konstantinopel), 17.12. (Martyr. Rom.). - Sie gehört zu den »historisch bestbezeugten großen Frauen der frühen Christenheit.« (E.M. Synek). Besonders Johannes Chrysostomus ist ihr als Freund und geistlicher Vater sehr verbunden. 17 Briefe schrieb Chrysostomus aus der Verbannung an O. Sehr ausführlich wird O. beschrieben in der Kirchengeschichte des Sozomenos. Gregor von Nyssa widmete ihr seinen Kommentar zum Hohenlied. Nikephoros Kallistos widmete ihr im 14. Jh. ein langes Kapitel in seiner Kirchengeschichte mit der Überschrift: »Über die heilige und seligzupreisende Olympias, die Diakonin der Großen Kirche zu Konstantinopel war.« O. wurde zwischen 361 und 368 in Konstantinopel geboren. Die Familie gehörte dem Hochadel an. Da O. wahrscheinlich früh verwaiste, wurde der Stadtpräfekt Prokopios von Konstantinopel ihr Vormund. Erzogen wurde sie durch Theodosia, der Schwester von Amphilochios, des Bischofs von Ikonion. Vielleicht hat sich auch Gregor von Nazianz um die Erziehung von O. bemüht. O. Hochzeit mit Nebridios war nur von sehr kurzer Dauer. Nach ca. zwei Monaten Ehe starb ihr Mann und O. entschied sich für die Witwenschaft. Als sie 391 die Verfügungsgewalt über ihr Vermögen wieder erhalten hatte, gab sie dies den Armen und der Kirche. Sie errichtete eine Unterkunft für durchreisende Priester und Bischöfe. Ihre Gastfreundschaft brachte sie in Kontakt zum hohen Klerus. Hier steht Johannes Chrysostomus an erster Stelle, der sie sogar ermahnte, ihr Vermögen nicht wahllos zu verschenken. Weiter errichtete sie in Konstantinopel ein Spital und unterstützte die soziale Tätigkeit des Johannes Chrysostomus. Ihre Lebensführung war asketisch - aber sie ging diesen Weg nicht allein, sondern versammelte um sich gleichgesinnte Frauen. In deren Gemeinschaft war Chrysostomus oft zu Gast. Dieser Konvent schloß sich unmittelbar an die Bischofskirche von Konstantinopel an. Schon in jugendlichem Alter wurde sie vom Vorgänger von Chrysostomus, Nektarios, unter die weiblichen Diakone an der Bischofskirche von Konstantinopel aufgenommen. Neben Olympias gab es noch andere Diakoninnen aus dem Umkreis von Chrysostomus: Palladia, Martyria, Elisanthia, Pentadia, Prokla und Amprokla. Viele Bischöfe vertrauten sich der O. an. Am meisten Chrysostomus. Im 12. Brief bekennt er sich zu ihrer geistlichen Kompetenz mit den Worten: »Du besitzt Erkenntnis, die mächtige ist als jeder Wintersturm, du besitzt die Kraft der Seele eines Philosophen, welche stärker ist als jede Tausendschaft an Soldaten und mächtiger als Waffen, sicherer als Türme und Wälle«. Im Zuge der Intrigen gegen Chrysostomus wurde auch O. vor Gericht gestellt und zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Es wurde ihr auch Brandstiftung an der Bischofskirche von Konstantinopel vorgeworfen. Schließlich starb sie in der Verbannung in Nikomedien. O. wird stets in den byzantinischen wie im armenischen Synaxar genannt.

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Lit.: E.M. Synek, Heilige Frauen der frühen Christenheit - Zu den Frauenbildern in hagiographischen Texten des christlichen Ostens. (Das östliche Christentum NF Bd. 43), Würzburg 1994; - LThK VII2, 1153 (B. Kötting); - LCHI VIII, 83, 173-190, (F. Tschochner).

Ekkart Sauser

Literaturergänzung:

2004

Heike Grieser, O.v.K. u. ihre biograph. Zeugen. Habil.-Schr. Mainz 2004; -

2007

Laura DeAngelis, Reading the Bios Olympiados. Some reflections upon widowhood in the early Byzantine Empire, in: Hag 14.2007, S. 41-76; - Maria Laura Natali, Le amicizie nell'età antica. Girolamo e Paola, Giovanni Crisostomo e Olimpiade, in: ViCon 43.2007, S. 482-502.

Letzte Änderung: 09.04.2011