OSMOND, Antoine Eustache d', Bischof; * 6.2. 1754 San Domingo; + 27.9.
1823 Nancy. - O. entstammt einer aus Médavy stammenden noblen
Familie und sein Vater war Beamter in S. Domingo. Seine Studien absolvierte
er in S. Sulpice und S. Magloire und an der Sorbonne unter der Aufsicht
seines Onkels Charles, der Bischof von Comminges war. Nach der Priesterweihe
von 1777 durch Bischof Brienne von Toulouse sollte er Nachfolger seines
Onkels werden, der zu seinen Gunsten zurückgetreten war. O. wurde
1785 zum Bischof geweiht und verbrachte fünf ereignisarme Jahre in
seiner Diözese. Doch den Beschlüssen der Revolution widersetzte er
sich total und zog sich in das einsame Val d'Aran zurück. Später floh
er über Spanien nach England und wurde 1801 der erste emigrierte Bischof,
der aufgrund des Breve »Tam multa« seine Demission einreichte. 1802
wurde er zum Bischof von Nancy gewählt und galt später als unbedingter
Vertrauensmann von Napoleon. - Zur Diözese Nancy gehörten noch
die Departemente Meurthe, Vogesen und Meuse, was zu einer unglaublich
großen Arbeitsbelastung führte. Zusätzlich Probleme entstanden, weil
der vorherige Bischof von Nancy nicht demissioniert hatte und in Meurthe
und Vogesen mußten gegen etlichen Widerstand zwei Generalvikare eingesetzt
werden. Da der gefangene Papst die Inthronisation der von Napoleon
ernannten Würdenträger verweigerte, kam es zur Auseinandersetzung,
als O. 1810 zum Erzbischof von Florenz ernannt wurde. Obwohl der Papst
und das Kapitel gegen ihn waren, blieb er in Florenz und kehrte erst
1814, fast heimlich, nach Nancy zurück und nahm die Administration
der Diözese wieder wahr. Der Restituierung der Diözesen S. Dié und
Verdun, die kurz vor seinem Tod stattfand, setzte er keinen Widerstand
entgegen.
Lit.: Pierre-Etienne Guillaume, Vie épiscopale de Mgr.
A.-E. O, évêque de Nancy. Nancy 1862; - Louis Baunard, L'épiscopat
français 1802-1905. Paris 1907, 382-385; - J. Contrasty, Histoire
es évêques de Comminges. Toulouse 1940; - NBG 38, 908; - Catholicisme
X, 314-316; - Archive biographique français. Paris-London 1988,
MF 799, 225-229.