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Band XVIII (2001)Spalten 1112-1113 Autor: Daniel Heinz

OSTER, Frank Friedrich (Frederick), Missionar; * 12.7. 1881 in Frutigen, Schweiz, † 22.3. 1960 in San Diego, Kalifornien/USA. - O. wuchs in Wisconsin auf und erlernte das Schneiderhandwerk. Nach Abschluß seines Studiums am Walla Walla College, Washington, und Vorbereitungskursen in Friedensau bei Magdeburg und Baku, wo er sich mit dem Farsi bekanntmachte, wurde er 1911 als adventistischer Missionar nach Persien entsandt. Er nahm die Arbeit zunächst in Urmia (Resaiye) auf. Dort waren bereits seit Mitte des 19. Jh. protestantische Missionsgesellschaften unter nestorianischen Christen tätig. 1913 kam ihm Missionar O. Staubert aus Deutschland zu Hilfe. Später arbeitete O. mit seiner Frau Florence, die ihm treu zur Seite stand, in Maragha (Maraghe). 1915 zählte die adventistische Mission in Persien über 40 Mitglieder. Die Gruppe bestand jedoch hauptsächlich aus Siebenten-Tags-Adventisten russischer und deutschrussischer Herkunft, die von Baku aus an die südwestlichen Küste des Kaspischen Meeres gezogen waren. O. wirkte hingebungsvoll, doch seine Arbeit gestaltete sich durch Krankheit, Kriegseinwirkungen und die feindliche Umgebung schwierig. Nur zwei Familien hatten sich der Mission nach 8-jährigem Wirken angeschlossen. Als Schweizer konnte O. während des Weltkrieges im Land bleiben. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in den USA (1919/20) kehrte er 1922 wieder zurück und blieb - mit kurzen Unterbrechungen - bis 1938 im Iran. 1923 gründete er die erste Gemeinde und eine Schule in Täbris. 1926 wurde dort auch die erste adventistische Kirche des Landes erbaut. Einen Durchbruch in der Mission erzielte er durch den Einsatz der Missionsärzte H. E. Hargreaves und A. Arzoo, die in Sultanabad (Arak) ein Hospital einrichteten. Die Jahre von 1927 bis 1937 waren für O. die fruchtbarsten Jahre seines Wirkens. Aus Deutschland wurden ihm weitere Missionare zur Seite gestellt. Er suchte nun den Zugang zur islamischen Bevölkerung durch medizinische Hilfeleistung, Wohlfahrtsarbeit und Schulunterricht. Während des 2. Weltkrieges leitete O. die adventistische Mission in der Türkei und kehrte 1943 in die USA zurück. Sein Sohn, Kenneth S. Oster, setzte 1946 die Arbeit seines Vaters im Iran fort. - O. zählt zu den erfolgreichsten Moslem-Missionaren der Adventisten. Die praktischen Erfahrungen seines langjährigen Dienstes im Iran sind sowohl Modell als auch Inspiration für die christliche Mission unter Moslems.

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Lit.: R. Rühling, Quer durch Persien, Hamburg 1934; - E. W. Bethmann, Bridge to Islam, Nashville, TN 1950; - M. S. Beitzakhar, Light Through the Shadows, Washington, D. C. 1953; - K. Harding, The First Thirty Years of the Development of Seventh-day Adventist Mission Work in Iran, 1911-1941 (unveröffentl. Ms.), 1974; - K. S. Oster, Evangelism Among Muslims (Diss. Andrews Univ., MI), 1975; - Ders., Islam Reconsidered, Smithtown, NY 1979; - Ders., To Persia, With Love (Biographie von O.), Mountain View, CA 1980; - Ders., The Role of Christianity and Islam in the Cosmic Perspective of God and Man, Colfax, CA (1992); Seventh-day Adventist Encyclopedia, 1996 (2. Aufl.), 271-72.

Daniel Heinz

Letzte Änderung: 09.04.2011