Verlag Traugott Bautz |
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OSWALD, König von Northumbrien, hl. Märtyrer, * um 603, † 5.8. 642. - O., Sohn König Ethelfrids, flüchtete 616 nach Schottland, als Edwin Northumbrien an sich riß und wurde in Iona Christ. Nach Edwins Tod kehrte O. nach Northumbrien zurück. Nachdem seine Brüder vom Tyrannen Cadwall erschlagen worden waren, besiegte O. diesen mit einem kleinen Heer in Hevenfelt bei Hexham und tötete ihn. Dem von ihm berufenen (hl.) Aidan schenkte er die Insel Lindisfarne zur Gründung eines Klosters und Bischofssitzes nahe seiner Residenz Bamburgh. Aidan gründete viele Kirchen und Klöster und christianisierte das Land. Auch andere angelsächsische Könige erkannten die Oberhoheit O.s an. Er heiratete Cyneburg, Tochter König Cynegils von Wessex, dessen Taufpate O. war. Nach acht Jahren vorbildlich christlicher Regierung wurde O. von dem heidnischen König Penda von Mercien in der Schlacht von Masserfield (Shropshire), erst 38 Jahre alt, erschlagen, sein Körper zerstückelt, Kopf, Arme und Hände auf einen Stock gesteckt. - Der Kopf wurde in Lindisfarne beigesetzt und dort 1827 im Grabe des hl. Cuthbert wieder aufgefunden. Aber auch Echternach und Hildesheim rühmen sich, den Kopf zu besitzen. Auch von Herford (Westf.) soll der Kopf in den Paderborner Dom gelangt sein. Ein Arm kam nach Bamburgh, später nach Ely, ein anderer nach Gloucester oder Durham, der Körper nach Oswestry (Shropshire), jedoch wurde dieser auch vom Kloster St. Winnoc in Bergen (Belgien) beansprucht. Auf O. wurden zahlreiche Kirchen in England und auf dem Kontinent geweiht. Er gilt als englischer Nationalheld. Sein Fest wird am 5.8. gefeiert, die Translatio in Evesham und Gloucester am 8.10.
Wilhelm Kohl
Literaturergänzung:
1995
Nicholas Orchard, The English and German masses in honour of St O. of N., in: ALW 37.1995, S. 347-358;-
1998
Nicholas Orchard, The English and the German masses in honour of St. O. of N. A postscript, in: ALW 40.1998, S. 49-57; -
2001
Eric John, The church of Worcester and St O., in: Belief and culture in the Middle Ages. Oxford 2001, S. 142-157.
Letzte Änderung: 09.04.2011