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Band VII. (1994) Spalten 127-129 Autor: Ingun Montgomery

PEDERSEN, Christiern, dänischer Historiker, einer der bedeutendsten dänischen Humanisten. * vor 1480, + 1554. Unbekannte Eltern, aber von bürgerlicher Abstammung. C. P. heiratete nach 1532 Else Jacobsdatter in Malmö, die 1539 ebendort starb. Sie war Tochter des Bürgermeisters Jacob Mikkelsen und seiner Frau Anne Hansdatter. - C. P. ging in Roskilde zur Schule, 1496 immatrikulierte er an der Universität Greifswald wo er als Pedell, und folglich sehr arm, 1498 sein baccalaureus erwarb. 1505 ist er wieder in Lund, als Kanonikus. 1508-1515 befindet er sich in Paris als Mitglied der »germanischen Nation« wo er Magister des artes liberales wird. Diesen Titel trägt er zum ersten Mal im Sept. 1511. - C. P. verblieb bis 1515 in Paris, wo er Schriften in Latein und Dänisch verfaßte. Sein erstes Werk, ein Latein-Dänisches Wörterbuch »Vocabularium ad usum Dacorum« erschien zum ersten Mal 1510. Danach gab er die Gesta Danorum des alten dänischen Historikers Saxo Grammaticus aus. Durch diese Ausgabe von allen Gelehrten gepriesen, die 1514 erschien, hat C. P. allgemeine Anerkennung als Wissenschaftler gewonnen. Mit dieser Ausgabe sind die Werke Saxos für spätere Generationen bewahrt worden, da die Handschrift, die der Erzbischof ihm gegeben hatte, bald verlorengegangen ist. Im selben Jahr gab er auch das Missale des Erzbistums Lund und einige dessen Statuten aus. - 1514 ließ C. P. »Vor Frue Tider«, eine Sammlung Gebete »in recht Dänisch ... dem König Christian zum Gefallen ... übersetzt«, herausgeben. (1517 in Leipzig neu gedruckt). Im selben Jahr erschien auch »Om at høre Messe« (Von dem Hören der Messe), eine Auslegung für die Laien von der Messe und ihrer Bedeutung. Die Messe wird hier in humanistischer Weise symbolisch erklärt. 1515 kam eine Sammlung von Predigten über die Evangelien- und Episteltexte des Jahres mit Vorbilder aus dem täglichen Leben oder den Legenden. Es war das größte Werk, das bis jetzt in dänischer Sprache herausgegeben war und wird »Jærtegnspostillen« (die Zeichenpostille) genannnt. Sie war für die Leute geschrieben, die nicht Latein verstanden in der Überzeugung, daß das Wort Gottes in jeder Sprache gleich heilig sei. Seine dänische Autorschaft wurde von großer Bedeutung unter den Laien, die sich um ein frommes Leben bemühten. C. P. strebt hier die Moral des Humanismus und der Glaube an Zeichen des Volksglaubens zu harmonieren. - C. P. kehrte dann um 1515 als Domherr nach Lund zurück. Der Erzbischof Birger Gunnersen unterstützte seine wissenschaftliche Arbeit. C. P. schrieb noch eine Übersetzung von Saxo, die verlorengegangen ist. 1522 wird er Kanzler bei dem neuen Erzbischof Johann Weze. Als der Erzbischof König Christian II. aus dem Lande gefolgt war, wurde C. P. als Verräter gesehen und mußte fliehen. Der neue Erzbischof Aage Sparre ließ ihn 1525 wegen Hochverrat in den Bann tun und sein Eigentum einziehen. Seine Druckerei in Malmö wurde dabei aufgelöst. 1526 fuhr C. P. nach Deutschland, wo er König Christian II. in Berlin traf. Er folgte ihm in die Niederlande und verblieb die nächsten fünf Jahre in seinem Gefolge in Lier. - Er war auch in dieser Zeit mit literarischer Arbeit beschäftigt. 1529 gab er eine neue Übersetzung des Neuen Testaments in Antwerpen heraus. Diese Arbeit hat ihm den Titel des Vaters der dänischen Schriftsprache gegeben. Im Vorwort (14.8.29) gibt er als Grund an, daß die Übersetzung von Hans Mikkelsen 1524 schwer zu verstehen sei. Hinter der neuen Übersetzung lag der Text der Vulgata mit den Verbesserungen von Erasmus und Luther. Ihre zweite Auflage kam schon 1531. Im Vorwort bekannte C. P., daß er Lutheraner geworden war und nahm von seinen früheren `Sünden' abstand, besonders den `Zeichen' in der Postille von 1515. Jetzt legte er auch sein Priesteramt nieder wie auch die Würde als Domherr. Die Regentin der Niederlande Margarethe von Österreich verlangte dann, daß Christian II., dessen Hofkapellan er war, ihn aus ihrer Nähe entfernen sollte, was er jedoch nicht tat. - 1531 erschien seine Übersetzung von den Psalmen Davids. Im selben Jahr übersetzte er auch einige Schriften von Luther. Ab 1532 konnte er wieder seine Schriften in seiner neu aufgebauten Druckerei in Malmö drucken. Auch eine Schrift Agricolas von dem Gesetz in der Predigt ließ er bearbeiten und übersetzen. Die erste Bibel in dänischer Sprache erschien 1550 mit der sog. Bibel Christians III.s. Mit gutem Grund wird vermutet, daß die Übersetzung hauptsächlich von C. P. gemacht ist, denn spätestens 1543 hatte er die ganze Bibel gut ins Dänische, auf Befehl des Königs und mit Zustimmung der Universität zu Kopenhagen, übertragen.

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Werke: Chr. Pedersen, Danske Skrifter, Hrsg. C.J. Brandt, Th. Fenger, 1850 ff.

Lit.: Dansk Biografisk Lexikon, XVIII, Hrsg. P. Engelstoft, S. Dahl, 1940; - Den danske kirkes historie. III, Hrsg. N.K. Andersen, P.G. Lindhardt, 1965; - B. Molde, Källorna till Christian III.s Bibel 1550, 1949; - Bidrag til den danske Bibels Historie, Hrsg. Århus Universitet, 1950; - C.J. Brandt, Om Lunde-Kanniken Christiern Pedersen og hans Skrifter, 1882; - E. Jørgensen, Historieforskning og Historieskrivning i Danmark indtil Aar 1800, 1931.

Ingun Montgomery