PAESSCHEN, Pieter-Jan van, * 23. September 1809 in Zonhoven (Belgien), 1887 in 's-Hertogenbosch (Niederlande), Komponist von Kirchenmusik. Er erhielt Musikunterricht in Peer, Hasselt und Meerhout, spielte unterdessen die Orgel in der Kapelle von 'Ten Eikenen' in seinem Geburtsdorf sowie die damals neue Robustelly-Orgel in der dortigen St. Quintinuskirche. Seine ersten Schritte im Berufsleben machte er in Hasselt, wo er zwischen 1830 und 1839 als Organist an der Kathedrale und Musiklehrer tätig war. Im Jahre 1839 bestand er glanzvoll ein dreitägiges öffentliches vergleichendes und sehr schwieriges Examen für den freien Platz als Organist an der berühmten St Jan-Kathedrale von 's-Hertogenbosch. Er gründete und dirigierte verschiedene Chöre, unter ihnen 1843 die erste Liedertafel von Holland (die es noch immer gibt!), womit er im ganzen Land Ruhm erwarb. Der Kathedralchor wurde im Jahre 1847 gegründet. Außerdem war er Musiklehrer und Direktor der städtischen Musikschule. Bis ins hohe Alter war er bekannt für die Sorgfalt seiner begeisternden Aufführungen. - In der Musikstadt Den Bosch spielte diese markante Figur eine äußerst wichtige Rolle als Stütze des Musiklebens. Nachdem er beinahe fünfzig Jahre auf der berühmten Orgel gespielt hatte, starb Pieter Jan im Jahre 1887 nach einem Schlaganfall an seiner Orgel. - Vom Komponisten sind ungefähr zweihundert Werke erhalten (fast alle im Kathedralarchiv). Es sind mehrstimmige Chorwerke für den Gottesdienst (darunter sechs Messen für mehrstimmigen Chor und Orgel, die Orgel allerdings oft orchestral eingesetzt), verschiedene Laudes (darunter viele Ave Marias und zwei Te Deums), alle mit Orgelbegleitung. Daneben schrieb er Dutzende profaner (Solo-) Lieder, einige Pianostücke und Dutzende mehrstimmiger Männerchöre: es war die Zeit der Männerchöre. Eine Große Sonate für Piano vierhändig ist verlorengegangen. Sein Werk, - sehr fachkundig und in der romantischen Tradition seiner Zeit geschrieben -, ist auch heute noch interessant genug, um es kennenzulernen. Es war die Zeit, in der die Orchestermusik in die Kirche kam, mit großartigen Arien für Soli und Duette, abgewechselt mit großen Chören (die 1865 verboten wurden). Am Ende seines Lebens, genauer gesagt in seiner letzten Messe (Missa Brevis) versuchte Van Paesschen nach den Richtlinien des Cäcilianismus zu schreiben, der eine Rückkehr zur Schlichtheit des Stils Palestrinas einläutete. Zitat: 'Van Paesschen schrieb in der Art derer, deren Werke er dirigierte. Ohne Van Paesschen-Stil und in seinem zeitgebundenen, nicht erneuernden Versuch einer Volksveredlung erwarb er nur nationale Bedeutung. In seinen Werken fühlen wir eine lyrische Haltung, denn Van Paesschen hatte die Seele eines Künstlers'.
Lit.: Bogaerts, Robert: Pieter-Jan Van Paesschen (1809-1887) Vlaams musicus, komponist en organist in de Kathedraal te 's-Hertogenbosch, Zonhoven, 1987.