Verlag Traugott Bautz
www.bautz.de/bbkl
Zur Hauptseite
Bestellmöglichkeiten
Abkürzungsverzeichnis
Bibliographische Angaben für das Zitieren
Suche in den Texten des BBKL
Infobriefe des aktuellen Jahres

NEU: Unser E-News Service
Wir informieren Sie vierzehntägig über Neuigkeiten und Änderungen per E-Mail.

Helfen Sie uns, das BBKL aktuell zu halten!



Band XVI (1999)Spalten 1185-1186 Autor: Ekkart Sauser

PAMPURI, Richard: hl. Arzt und Barmherziger Bruder des hl. Johannes v. Gott, * 2.8. 1897 in der Lombardei, † 1.5. 1930 in Brescia, Fest: 1.5. - In der Taufe erhielt er den Namen Erminio Filippo in einem kleinen Dörfchen der lombardischen Tiefebene. Sein Vater war Gastwirt und Weinhändler. Als seine Mutter starb, kam er in das Haus seiner Großeltern in Torrino. Hier war ein Onkel von ihm Landarzt. Während der Schulferien gründete er in Torrino mit Feuereifer eine Jugendgruppe der »Katholischen Aktion«. Dann kam er als Medizinstudent an die Universität in Pavia. Hier gehörte er zu den eifrigsten Mitgliedern der kath. Verbindung »Severinus Boetius« und des Vinzenzvereines, der ein Vorläufer der heutigen Caritas ist. Mit 19 Jahren mußte er im Ersten Weltkrieg an die Front - und zwar wirkte er 1917 in einem Feldlazarett am Isonzo. Nach dem Krieg beendete er seine Doktorarbeit in Medizin über die Bestimmung des Arteriendrucks mit einem neuentwickelten Meßgerät. - Dann übernahm P. die Landarztpraxis im Dorf Marimondo. Hier wirkte er nicht nur als Arzt. Er wurde zum Sozialarbeiter schlechthin, Kleidersammler und Lebensmittelverteiler, warb bei Kaufleuten um finanzielle Unterstützung für eine bescheidene Kirchenzeitung, wirkte dazu noch als Küster in der Kirche und gründete eine Musikkappelle, um die Menschen für den Gottesdienst zu interessieren. Mutig trat der Arzt dem Faschismus Mussolinis entgegen. - Es verwunderte nicht, daß bald der Gedanke in P. auftauchte, in einen Orden einzutreten. Zunächst versuchte er es bei den Jesuiten - doch diese lehnten ihn wegen schlechter Gesundheit ab. So wandte er sich an die Barmherzigen Brüder von Johannes von Gott und trat 1927 ins Noviziat in Brescia ein. P. wirkte als einfacher Bruder »an allen Ecken und Enden« - aber seine ärztliche Tätigkeit stand hinter allem. Im Kloster wurde ihm vor allem die zahnärztliche Ambulanz übertragen. - Total aufgebraucht starb er am 1. Mai 1930, erst 32jährig. - An Allerheiligen 1989 sprach ihn Papst Johannes Paul II. heilig.

Lit.: L'Osservatore Romano deutsche Ausgabe vom 10.11.1989, Nr. 45, 2; - Chr. Feldmann: Der verrückte Dorfarzt von Morimondo vor hundert Jahren wurde der heilige Richard Pampuri geboren, in: Regensburger Bistumsblatt, Nr. 31, 3. August 1997, 9.

Ekkart Sauser

Literaturergänzung:

Rino Cammilleri, Il dottor Carità. Vita di San R.P. Casale Monferrato 2007.

Letzte Änderung: 14.12.2007