PANAYOTTI BICHARA, Dona Emily, * 13. Oktober 1902 in Bethlehem, Palestina, † 6. Juni 2000 in Naga City, Philippinen. - Emily Panayotti entstammte einer angesehenen Familie in Bethlehem. Ihr Vater Miguel Panayotti war Bürgermeister in der Geburtsstadt Jesu, die Mutter Catalina (Katrina) Simeon stammte aus Kairo. Die Familie Panayotti gehörte der Russisch Orthodoxen Kirche an. Als Bürgermeister mahnte Miguel P. beim Patriarchen von Bethlehem - der nicht nur die religiöse Führerschaft inne hatte, sondern dem auch die Ernennung und Berufung des Bürgermeisters und anderer Führungskräfte oblag - Reformen für die Einwohner an. Nachdem der Patriarch mehrere Ersuchen ignorierte, trat M. Panayotti als Bürgermeister zurück und konvertierte wenig später zur Römisch-katholischen Kirche. Dem Übertritt schlossen sich fast vierhundert weitere Familien in Bethlehem an. In der Folgezeit war M. Panayotti als Reisender in der ganzen Welt unterwegs, um religiöse Artikel (Rosenkränze, Kruzifixe, Andachtsgegenstände und Medaillons etc.) zu verkaufen. - Die Reisen führten ihn auch auf die Philippinen und in die USA, wo er Niederlassungen gründete. Von dem verdienten Geld konnten ein großes Haus in Bethlehem erbaut und ein Haus in Colorado, USA erworben werden. Nach dem frühen Tod seiner Ehefrau Catalina ließ Miguel P. seine Kinder Julia, Alex und Emily (fünf weitere Kinder waren früh verstorben) auf die Philippinen kommen. Dort hatte er in Sorogon ein Geschäft gegründet. Emily P. besuchte eine Schule, an der gut ausgebildete Lehrer aus den USA wirkten und ging im Alter von fünfzehn Jahren nach Manila, um dort das Colegio Sta. Isabel zu besuchen. Im Alter von 18 Jahren kehrte Emily P. nach Naga zurück. Am 5. Dezember 1920 heiratete sie Victor Bichara in der Sta. Cruz Church in Manila. Die Familie ließ sich anschließend in Naga City nieder. Dort wurde später ein großes neu erbautes Haus Domizil der Familie Bichara. Aus der Ehe gingen 12 Kinder hervor. Emily Panayotti Bichara war tief im christlichen Glauben verwurzelt. Ihre besondere Verehrung galt der "Muttergottes von Fatima". Entsprechend war ihr Leben und Handeln ausgerichtet. Im Wohlstand lebend, den die Familie durch die Geschäftstüchtigkeit ihres Mannes Victor erreicht hatte, engagierte sich Emily für viele kirchliche, caritative und soziale Einrichtungen und Belange. Sie ermöglichte etlichen Studenten durch ihre finanzielle Unterstützung das Theologiestudium. Sie war Vorsitzende, Vorstandsmitglied oder förderndes Mitglied in vielen kirchlichen und zivilen Organisationen und Institutionen in Naga City. Zu einer Krise in der Familie kam es, als sich die Tochter Milagring mit dem Gedanken trug Nonne zu werden. Während Vater Victor dagegen votierte (er hatte kein Verständnis dafür, dass seine Tochter auf Wohlstand verzichten und in ein Kloster eintreten wollte), setzte sich die Mutter vehement für den Wunsch ihrer Tochter ein. Milagring Bichara trat 1950 in ein bei Naga gelegenes Kloster ein und legte 1955 als "Sister Margaret Mary of the Sacred Heart, D.C. ihre ewigen Gelübde ab. 1996 war Sister Margaret Mary Superiorin des Klosters. Wie schon erwähnt, verehrte Emily Panayotti Bichara in besonderer Weise die "Muttergottes". Auf der großen Terasse des Familienhauses Bichara in Naga stand ein Altar, hinter dem die bekannte Statue der Muttergottes von Fatima aufgestellt war. Jeden 1. Samstag im Monat wurde eine Messe zu Ehren der Muttergottes gefeiert, die in der Regel der Rektor des "Holy Rosary Seminay", das in der Nähe lag, zelebrierte. Für ihr kirchliches, soziales und caritatives Engagement wurden Emily Panayotti Bichara viele Ehrungen zuteil: Urkunde und Medaille der Kath. Frauenvereinigung der Erzdiözese Caceres; Ehrung des "Colegio de Santa Alumini Association" in Naga City; Ehrung durch die "Congregation of the Mission and the Company of the Daughters of Charity"; mehrere Ehrungen des Philippinischen Roten Kreuzes und der "Ladies of Charity of the Philippines", Inc.; "Service Award" des "Carmel of the Immaculate Heart of Mary" in Naga City; Ehrung durch "The Holy Rosary Minor Seminary"; "Pro Ecclesia Medaille" for her leadership and involvement in various religious, civis und charitable organizations, such as Ladies of Charity, Mother Butlers Mission Guild, CSI Alumni Association, Our Lady of Penafrancia Association; Catholic Women´s League, Philippine Red Cross, Camarines Sur Chapter and the CSA Scholarships Foundation.
Lit./Quellen: Hemmerle, Bernhard, Handschriftliche Notizen über die Gespräche mit Dona Emily Panayotti Bichara und "Mother Margaret Mary of the sacred heart" in Naga City im April 1996; - Teresa Ojeda Aureus, Emily. A Biography of Dona Emily Panayotti Bichara, Naga City, Philippinen 1996. Freundliche Mittlg. von Dorothee Kessler- Bichara, Enkelin von Emily Panayotti Bichara.