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Band XV (1999) Spalten 1114-1115 Autor: Ekkart Sauser

PANKRATIOS von Tauromenion: hl. Märtyrerbischof, geb. in Antiochien(?), gest. in Tauromenion auf Sizilien unbekannten Datums. Fest: 9.7. - Der Überlieferung nach soll P. zur Zeit der Apostel gelebt haben. Er stammte wohl aus der Gegend um Antiochien und empfing die Taufe in Jerusalem. Zur selben Zeit empfingen auch sein Vater und seine Mutter am selben Orte die Taufe. Als seine Eltern gestorben waren, verließ er seine Güter und lebte nun in einer Höhle, in der Gegend des Pontus. Der Tradition nach soll der hl. Petrus in diese Gegend gekommen sein. Er nahm P. mit und so gelangte dieser nach Antiochien und nach Kilikien. Dort angekommen, traf P. den hl. Paulus. Dieser nun, so die Sage, weihte drei Männer zu Bischöfen: Kreszentios für Galatien, Martianos für Syrakus und Pankratios für Tauromenion. Schließlich wurde P. auf verräterische Weise von den Heiden in einem Hinterhalt erschlagen. Das Tropaion zu seinem Feste am 9. Juli bringt die Verbindung des P. mit den Aposteln so zum Ausdruck: »Als Jünger der Apostel im Leben und Nachfolger auf ihren Thronen hast Gottbegeisterter Du die Lebensweise gefunden zur ewigen Schau. Das Wort der Wahrheit hast Du getreulich ausgeteilt und im Glauben gekämpft bis aufs Blut. Märtyrerbischof Pankratios tritt ein bei Gott für die Rettung unserer Seelen.« Sein Grab befindet sich in Taormina. Der Kult zu seinen Ehren ist vor allem nach dem Sarazeneneinfall verbreitet. - Dargestellt wird P. als bärtiger Bischof in Phelonion mit Omophorion und Kodex. Das älteste Bild findet sich mit anderen Petrusschülern in den Miniaturen im Menologion Basilius II., Ende des 10. Jh. Cod. Vat. gr. 1613 fol. 388. - Auch kommt sein Bild vor auf Ikonen, so etwa auf Monatsikonen des Juli im Ikonenmuseum zu Recklinghausen, 18. Jh., wie in der Ikonensammlung Prof. Sauser, Trier-Innsbruck.

Lit.: Liturgikon-»Meßbuch der byzantinischen Kirche« (Ed. Neophytos Edelby), Recklinghausen 1967, 941-942; - LCHI Bd. VIII, Sp. 111 (L. Schütz).

Ekkart Sauser

Letzte Änderung: 07.03.1999