PAPADOPOULOS, Chrysostomos I., Erzbischof von Athen und Ganz
Griechenland, 10.3. 1923 - 22.10. 1938, * 1.7. 1868 Madytos (Thrakien),
+ 22.10. 1938 Athen. - Nach Absolvierung der Mittelschule
in Konstantinopel (1885-87), Jerusalem (1887-88) und Smyrna (1889)
studierte P. Theologie in Athen, Kiew und Sankt Petersburg (1891-95),
wo er auch sein Diplom erwarb. 1895-1909 lehrte er an der Theologischen
Schule des Heiligen Kreuzes (Qeologik2 Scol2 to* Timiou
Stauro*) des Patriarchats von Jerusalem, deren Direktor er 1899
wurde. Nach der Schließung der Schule, inzwischen (1900) zum Priester
(Archimandrit) geweiht, wirkte er 1909-1911 als Pfarrer in Alexandreia
und widmete sich seinen Studien. Der Veröffentlichung seines Werkes
»Geschichte der Kirche von Jerusalem« folgte im selben Jahr 1910 die
Ernennung zum Ehrendoktor der Universität Athen. 1911 übernahm er
die Leitung der `RizareioV 'Ekklhsiastik2 Scol2
von Athen, die er, obwohl er 1914 zum Professor für Kirchengeschichte
an der Universität Athen berufen worden war (ab 1923 Honorarprofessor),
bis 1923 innehatte. In Würdigung seines vielfältigen Wirkens wurde
P. 1923 zum Erzbischof von Athen gewählt. Es gelang ihm durch die
Gesetze, die er 1923 und 1932 seitens des Staates erwirkte, die Kirche
von Griechenland zu modernisieren, den Gregorianischen Kalender einzuführen,
und die Beziehungen zwischen Kirche und Staat auf eine neue, bessere
Basis zu stellen, das nicht zuletzt auch aufgrund seines gemäßigten
und konzilianten Charakters. Die Bürde seines hohen Amtes hinderte
ihn jedoch nicht, seine wissenschaftliche und schriftstellerische
Tätigkeit weiterzuführen. Es wundert deshalb kaum, daß er 1926 als
eines der ersten Mitglieder der Akademie von Athen ernannt wurde.
Auf wissenschaftlichem Gebiet galt sein Interesse vor allem der Kirchengeschichte,
und seine zahlreichen (ca. 500) Publikationen dienten primär der Darstellung
der Geschichte der einzelnen orthodoxen Kirchen. Seinem Elan ist schließlich
die Gründung der theologischen Zeitschriften Nea Siwn
in Jerusalem (1903) und Qeologia und 'Ekklhsia
in Athen (1923) zu verdanken.
Lit.: Michael Konstantinidis, Life and Work in the Diocese
of Athens. London 19362; - Demetrios S. Mpalanos, CrusostomoV
PapadopouloV (1868-1938). Athen 1938; - Gregorios Papamichael
- Chrysostomos von Zakynthos - Demetrios S. Mpalanos - Konstantinos
I. Dyobouniotes - Amilkas S. Alibizatos - Michael Konstantinides,
CrusostomoV PapadopouloV, #rciepiskopoV 'AJhn)n
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