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Band VI (1993)Spalten 1494-1496 Autor: Nikolaos Petrakos

PAPAMICHAIL, Grigorios (1874-1956). Eine der wenigen Persönlichkeiten der griechischen (orthodoxen) Theologie der neueren Zeit. Professor der Theologischen Fakultät der Universität Athen, Mitglied der Akademie von Athen, bedeutender kirchlicher Mann, Herausgeber, Übersetzer und Journalist. - 1874 auf Lesbos geboren. Nach der üblichen Schullaufbahn studierte er Theologie an der Theologischen Fakultät vom Kreuze in Jerusalem, an der Theologischen Fakultät auf Chalki/Konstantinopel und schließlich an der Kaiserlichen Theologischen Akademie in Sankt Petersburg, wo er auch promovierte. - Seit 1905 lehrte er für zwei Jahre an der Theologischen Fakultät vom Kreuze in Jerusalem und wurde 1907 vom Patriarchen Photios nach Alexandrien berufen, wo er die Patriarchal-Druckerei gründete und die Leitung der auch von ihm gegründeten Zeitschriften »Ekklesiastikos Pharos« und »Pantainos« übernahm, wobei er so zur geistigen Bewegung in Alexandrien, das damals eines der wichtigsten Diaspora-Zentren des Griechentums war, und zur Förderung des dortigen Patriarchats entscheidend beitrug. - 1918 wurde er zum Professor für Apologetik und Enzyklopädie der Theologie an der Universität Athen gewählt. In Athen übernahm er die Leitung der Zeitschriften »Ekklesiastikos Keryx« und »Kaine Didache« (1918-1920), und seit 1923 bis zu seinem Tode die Leitung der neugegründeten Zeitschriften »Theologia« und »Ekklesia«. Gleichzeitig lehrte er am Rizareios-Priesterseminar von Athen. Er war öfter Dekan der Theologischen Fakultät der Universität Athen, 1936/1937 hundertster Rektor derselben Universität und wurde 1945 zum ordentlichen Mitglied der Athener Akademie gewählt. 1956 starb er im Alter von 82 Jahren. - Durch sein umfangreiches, sehr wichtiges wissenschaftliches Werk und seine starke kirchliche und soziale Tätigkeit prägte P. die griechische Theologie, Kirche und Gesellschaft der ersten Hälfte des 20. Jh. - Durch seine theologischen Werke trug P. viel zur Orthodoxie, zur patristischen Philologie und Theologie bei. Seine Schriften werden in apologetische, moralische, hagiographische, historische und »vermischte« eingeteilt, die seine vielseitige Bildung und seine vielfältigen Interessen beweisen. In seiner Promotion mit dem Titel »Der heilige Gregor Palamas Erzbischof von Thessaloniki« (Sankt Petersburg - Alexandrien 1911) beschäftigte er sich mit der Bewegung des Hesychasmus des 14. Jh. und rehabilitierte den mißverstandenen Hierarchen der orthodoxen Kirche, den heiligen Gregor Palamas. Von besonderer Bedeutung sind noch die Werke P. über Maximos Graikos (1470-1556) und über die Apologetik, sein Fach, die damals als die wissenschaftliche Wehr des Christentums gegen die Angriffe seitens des Materialismus, des Atheismus, der Naturwissenschaften und der Philosophie verstanden wurde. Außer seinen einzeln veröffentlichten Werken sind noch unzählige Artikel, Rezensionen usw. verstreut in den wichtigsten Zeitschriften seiner Zeit wie »Ekklesiastikos Pharos«, »Pantainos«, »Ekklesiastikos Keryx«, »Kaine Didache«, »Theologia«, »Ekklesia«, »Epistemonike Epeteris Panepistemeiou Athenon«, »Anaplasis«, »Nea Sion« usw. erschienen. - P. war ein sehr guter kirchlicher Journalist und hat daneben noch als bedeutender Patriot in den instabilen Umständen seiner Zeit gewirkt, vor allem in der Zeit der Balkankriege (1912-1913); durch viele Artikel und selbständige Werke ermutigte er seine Landsleute in dieser schwierigen Zeit.

Werke: SosialismCV ka<< CristianismoV, 1910; `O 8gioV GrhgorioV Palam'V, #rciepiskopoV QessalonikhV, 1911; BouddismCV ka<< CristianismoV, 1911; 'Ekklhsia ka<< Qeatron, 1914; Sosialistik)n eIdwlwn katalusiV, 1914; `O Pasteur ka<< 5 a"tomatoV genesiV t+V zw+V, 1925; `O Pascal ZV #pologht2V to* Cristianismo*, 1925; `O Renan ka<< 4 »BioV to* 'Ihso*«, 1925; 'Apologhtik/, te*coV Aé, 1928; `H o"sia ka<< tC baqoV to* Cristianismo*, 1937; `H 'AnastasiV to* 'Ihso* Cristo* tran)V ka<< #katagwnistwV #podeiknuomenh, 1940; `H #nqellhnik2 monorqodoxia t)n Rwswn to* IEé aI)noV ka<< MaximoV 4 GraikoV, 1947; `H proswpikothV Maximou to* Graiko*, 1948; MaximoV 4 GraikoV, 4 pr)toV Fwtist2V t)n Rwswn, 1950; `O 'Ihso*V CristCV ZV %storikCn proswpon, 19544; 'Apologhtik0 t)n Paterwn t)n pente prwtwn aIwnwn, 19642.

Lit.: Konstantinos G. Bonis, in: Theologia, XXII, 1951, 682-698; - Epistemonike Epeteris tes Theologikes Scholes tou Panepistemeiou Athenon-Kosmhteia Kaqhghto* Lewnidou Iw. Filippidou (1954-1955). TimhtikCn 'Afierwma eIV #eimnhston Grhgorion Papamica/l, Athen 1956, aé - iqé; - Ioannis N. Karmiris, in: Theologia, XXVII, 1956, 148-155; - Dimitrios S. Balanos, ebd., 155-157; - ebd., 158-163; - Vasileios Vellas, in: Ekklesia, XXXIII, 1956, 34-36; - Ders., in: Oi Treis Hierarchai, LXXXII, 1991, 61-62; - Iakovos, Metropolit von Sisanion und Siatista, in: Ekklesia, XXXIII, 1956, 36-43; - ebd., 43-46; - Ekklesia, LVIII, 1981, 497-560; - I.M. Chatziphotis, `O GrhgorioV Papamica/l (G)goV `AgiassoV) ZV logotecnhV ka<< dhmosiografoV, Athen 1982; - Athanasios A. Angelopoulos, in: Kleronomia, XXI, 1989, 361-362; - Oi Treis Hierarchai, LXXXII, 1991, 63-66; - D.A. Dimitriadis, in: Megale Hellenike Enkyklopaideia, XIX, o. Jahr, 2. Aufl., 571; - G. Möckel, in: RGG, V, 19613, 43-44; - Ioannis N. Karmiris, in: Threskeutike kai Ethike Enkyklopaideia, IX, 1966, 1198-1201.

Nikolaos Petrakos

Letzte Änderung: 07.02.1999