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Band VII. (1994) Spalten 136-138 Autor: Stephan Haering

PEHEM, Joseph Johann Nepomuk, josephinischer Kirchenrechtler, * 8.4. 1740 in Stockach/Bodensee, + 17.5. 1799 in Wien. - P. absolvierte die juristischen Studien in Innsbruck und Wien, wo er 1771 zum Dr. jur. utr. promoviert wurde. Noch im selben Jahr wurde er in Innsbruck Professor des Kirchenrechts, 1775 Direktor des adeligen Konvikts und 1777 kaiserlicher Rat. 1779 ging P. als Nachfolger J. V. Eybels nach Wien und wurde dort Professor des geistlichen Rechts; diese Aufgabe übte er bis zu seinem Tod aus. - P. zählt in seinem Fachgebiet zu den konsequentesten Vertretern josephinischer Auffassungen und postulierte den Vorrang landesherrlicher Rechte vor dem kanonischen Recht. Seine Werke waren zeitweise als offizielle Lehrbücher in Österreich staatlich vorgeschrieben.

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Werke: Disquisitio historico-juridica de consensu parentum in nuptiis filiorum filiarumque familias, Innsbruck 1777; Jus ecclesiasticum publicum, Pars I, Wien 1781; Abh. v. Einf. der Volkssprache in den öffentlichen Gottesdienst, Wien 1783; Jus ecclesiasticum universum, Wien 1786; Praelectionum in jus ecclesiasticum universum methodo discentium utilitati adcommodata congestarum, 2 Bde., Wien 1788, Pars III Wien 1789 u. ö.; = deutsch: Vorlesungen über das öffentliche und Privatkirchenrecht, 2 Bde., Bd. 1: Wien 1802, Bd. 2: Wien 1803, 18072; Versuch über die Nothwendigkeit einer vorzunehmenden Reformation der geistlichen Orden und das Recht der Regenten, aus eigener Macht dieselben in allen Ländern zu reformiren, einzuschränken und aufzuheben, (Wien) 1782; Historisch-statistische Abh. v. Errichtung, Ein- und Abtheilung der Bisthümer, Bestimmung der Erzbisthümer, Bestätigung, Einweihung und Versetzung der Erz- und Bischöfe, vom römischen Pallium und Eide, welche die Erz- und Bischöfe nebst anderen Prälaten dem römischen Papste schwören müssen, und von den Gerechtsamen der Regenten in Ansehung dieser Gegenstände, Wien 1790 (anonym erschienen).

Lit.: Johann Georg Meusel, Lexikon der vom Jahr 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller, Bd. X, 1810 (Nachdr. 1968), 308; - Werner1, 219 f.; - Ernst Landsberg, Gesch. der Dt. Rechtswiss., Bd. III/I, 1898, Text 384, Noten 250; - Ad. Rösch, Das KR im Zeitalter der Aufklärung, in: AkathKR 83 (1903), 446-482, 620-652; 84 (1904), 56-82, 244-262, 495-526; 85 (1905), 29-63, passim; - Johann Baptist Sägmüller, Das Naturrecht im offiziellen KR der Aufklärung, in: ThQ 94 (1912), 58-99, bes. 83-88; - Nikolaus Grass, Die Kirchenrechtslehrer der Innsbrucker Univ. v. 1672 bis z. Ggw. Ein Btr. z. Wissenschaftsgesch. Östr.s, in: Veröff. des Museum Ferdinandeum 31 (1951), 157-212, bes. 169 f.; neu abgedr. in: Ders., Östr.s Kirchenrechtslehrer der Neuzeit. Bes. an den Univ.en Graz und Innsbruck (Freiburger Veröff. aus dem Gebiete v. Kirche und Staat 27), 1988, 255-314, bes. 267 f.; - Willibald M. Plöchl, Gesch. des KRs, Bd. V, 1969, 358 f., 368-370; - Knut Walf, Das bisch. Amt in der Sicht josephinischer Kirchenrechtler (Forsch. z. kirchlichen Rechtsgesch. und z. KR 13), 1975, passim; - Hans-Wolfgang Strätz, Wegweiser z. Säkularisation in der kanonistischen Lit., in: Säkularisierung und Säkularisation vor 1800, hrsg. v. Anton Rauscher, 1976, 43-67, passim; - Manfred Brandl, Die dt. Theologen der Neuzeit. Ein Repertorium, Bd. 2: Aufklärung, 1978, 181; - Bernd Mathias Kremer, Der Westfälische Friede in der Deutung der Aufklärung (Jus ecclesiasticum 37), 1989, passim; - ADB XXV, 318 f.; - Wurzbach XXI, 428 f.; - Schulte III/1, 259 f.; - HN V/1, 512; - Kosch, KD II, 3457 f.; - Novissimo Digesto Italiano XII (1965), 807.

Stephan Haering