PEILLAUBE, Emile, * 8. Juli 1864 in Calonges (Lot-et-Garonne,
Frankreich), + 29. August 1934 in Paris. - P. studierte
am kleinen Seminar in Agen. Zwanzigjährig betrat er das große Seminar
in Agen. 1889-1891 studierte er in Toulouse und bekam das Baccalaureat
für kanonisches Recht und wurde für Philosophie und Theologie Lizentiat.
Seine Thesis über die Theorie der Begriffe bemerkte und würdigte der
Erzbischof von Paris, Mgr d'Hulst, der ihn zu dem Katheder von Psychologie
am Pariser katholischen Institut ernannte. So kam er 1892 nach Paris
und blieb dort bis zu seinem Tode. 1899 wurde P. ordentlicher Professor
für Psychologie. Im Dezember 1900 begründete er die Revue de Philosophie,
die er als ein Forschungsinstrument faßte und die er den verschiedenen
Denkarten eröffnete. 1906 begründete er eine wissenschaftliche Reihe,
die »Bibliothèque de philosophie expérimentale« im Verlag Marcel Rivière.
Im Jahre 1912 begründete er das Seminar »Sankt Thomas von Aquin« als
einen Studienzirkel für Laien. 1925 begründete er die Cahiers thomisters,
eine an einem breiten Publikum bestimmte christliche Revue. Er war
von 1913 bis 1934 Dekan der philosophischen Fakultät. Dem Orden der
Maristen gehörend, war er ein großer Pädagoge; seine persönlichen
Eigenschaften erlaubten ihm, ein großer Lebenserreger zu sein. Er
bewunderte die thomistische Psychologie und wollte alle neuen psychologischen
Probleme in thomistischen Begriffen ausdrücken. P. war ein strenger
Thomist, und seine Auffassung der thomistischen Lehre war sehr monolithisch.
Werke: La théorie des concepts, existence, origine, valeur,
Paris, Lethielleux, 1895; Les images, essai sur la mémoire et l'imagination,
Paris, M. Rivière, 1910; Ame, sa spiritualité. Démonstration théologique.
Démonstration rationnelle d'après la philosophie de saint Thomas,
VIII und IX, in Dictionnaire de théologie catholique (A. Vacant et
E. Mangenot), Paris, Letouzey, 1923, Spalte 1021-1041; La destinée
humaine, Paris, B. Grasset, 1930; Caractère et Personnalité, herausgegeben
von Charles Eyselé, Paris, Téqui, 1935.
Lit.: Revue de Philosophie, 31.ter Jahrgang, n.1,
Januar-Februar 1931 (30.ter Geburtstag der Revue), »Allocution de
S. E. le cardinal Verdier«, 18-19, »Allocution de Jacques Maritain«,
20-31; - Revue de philosophie, 34.ter Jahrgang, n.5-6,
Sept.-Dez. 1934 (Speziellnummer »der R. P. Emile Peillaube«), Charles
Eyselé, »Le R. P. Peillaube, fondateur de la Revue de Philosophie«,
329-343; - Georges Dwelshauvers, »Les idées psychologiques dans
l'œuvre du R. P. Peilhaube«, 345-363; - F. A. Blanche, »Le
R. P. Peillaube, premier doyen de la fabulté de philosophie de l'Institut
Catholique de Paris«, 364-375; - François Mentré, »La faculté
de philosophie«, 376-380; - »Emile Peillaube, Philosoph«, in Psychological
Register 1932, 746.
Jean-Louis Vieillard-Baron