PEŁESZ, Julian griechisch-katholischer Bischof von Stanisławów (Stanislaviv) und danach von Przemyśl (Peremyšl), Historiker der griechisch-katholischen Kirche, * 3.1. 1843 in Smerekowiec, bei Gorlice (Lemken-Land in Galizien), † 22.4. 1896 in Przemyśl. Seine Eltern waren Grzegorz und Joanna, geb. Szczawińska. Der Vater war Diakon an der Kirche in Smerekowiec und Pfarrschulelehrer. Julian besuchte Pfarrschule in Smerekowiec, die Volksschule in der Stadt Jasło und das Gymnasium in Prešov in der Slowakei und in Przemyśl. 1863 ablegte er die Reifeprüfung in Przemyśl. Das Theologiestudium begann er am "Barbareum" in Wien. 1867 kehrte er in Przemyslerdiözese zurück und am 20.10. 1867 wurde er zum Priester geweiht. Nach der Priesterwehie kam er wieder nach Wien, wo war er Studienpräfekt im St. Barbara-Seminar. 1870, promovierte er in Theologie. Jahre 1870-1872, verbrachte er in Lemberg als Religionslehrer an der Schule der armenischen Benediktinerinnen, im Lehrerseminar für Mädchen und als Studienpräfekt an das griechisch-katholische Priesterseminar in Lemberg. An der theologischen Fakultät der Universität Lemberg bekam er die Stelle eines Adjunkten. Er war tätig in der Organisation "Sicz", in der Gesellschaft "Proświta" und in der Redaktion der Zeitschrift "Ruskij Sijon". 1872 kam er nach Przemyśl zurüch wo arbeitete er als Studienpräfekten, Vertreter des Professors für Pastoraltheologie zugleich war er Referent des griechisch-katholischen Konsistoriums in Przemyśl. 2.12. 1874 wurde P. zum Pfarrer an die Kirche St. Barbara in Wien und zum Rektor des "Barbareums" bestellt. In Wien wurde er auch zum Lehrer des Erzherzogs Rudolf berufen. Als Rektor das "Barbareum" unterband er die unter den Klerikern sich ausbreitende "Russophilie". Auch hier fand er noch Zeit für soziale und karitative Tätigkeiten. 1882 lehnte er das Bischofsamt in der griechisch-katholischen Diözese Križevci in Kroatien ab. Seit 1881 war er Kanoniker im Kapitel von Przemyśl und 1883 kam er nach Lemberg wieder. In Lemberg bemühtet sich um das Amt des Metropoliten. Stattdessen wurde er der erste Bischof der Diözese Stanisławów. Am 12.1. 1885 erhielt er die Nominierung, am 27.3. 1885 fand die Präkonisation statt. Die Bischofsweihe empfing er 1.11. 1885 in Lemberg. 10.1. 1886 erfolgte die Installierung im Dom zu Stanisławów. Er mußte, als erster Bischof dieser Diözese die Organisierung übernehmen. 4.1. 1886 hielt Bischof P. im Landtag eine Rede über das Schulwesen. Er protestierte auch gegen Aktionen wider die Union sowie gegen antiruthenische Haltungen und appellierte an Polen und Ruthenen, Eintracht zu üben und Loyalität zu zeigen gegenüber der österreichischen Regierung. Bischof P. beteiligte sich auch aktiv an der Arbeit der Provinzialsynode 1891 in Lemberg als Kenner des Kirchenrechts. Noch in 1891 wurde Bischof P. nach Przemyśl versetzt. Aus Przemyśl unternahm er zweimal einen Ad limina-Besuch; und 1893 bekam er den Titel eines Assistenten des päpstlichen Throns und das Adelsprädikat eines römischen Grafen. In Stanisławów und in Przemyśl gab er einige Hirtenbriefe heraus. Bischof P. erkrankte an einer starken Apathie und Depression. Am 22. April 1896 starb er im Alter von 53 Jahren in Przemyśl und dort wurde er begraben. - Pełesz war auch berühmte Historiker der griechisch-katholischen Kirche. Sein wichtigstes Werk ist die zweibändige Publikation Geschichte der Union der ruthenischen Kirche mit Rom von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart (Wien 1876-1881; Neuauflage London 1968). Die andere seine Werke sind: Pastyrskoe Bohoslovie (Wien 1877) ( ein Kompendium zur Pastoraltheologie, Rozprawa o duchownom urjadowom stylu (Wien 1878), sowie ein, Uczebnyk katolyckoj religii (Lwów 1876) ( Handbuch für Religion an Mittelschulen. Er hat auch mit J. Hergenröther hat er bei der Redaktion des 2. Bandes des Kirchenlexikons zusammengearbeitet.
Lit.: Kumor B., Pełesz Julian, in: Słownik Polskich Teologów Katolickich, Bd 3, Warszawa 1982, 346-347 ; - Lechicki Cz, Pełesz Julian, in: Polski Słownik Biograficzny, Bd 25, 570-571 ; - Matkowski S., Tri synodalni archijereji. Spominy z žyttia i dijalnosti Preosv. J. Kuilovskoho, J. Peleša i S. Sembratovica, Lvov 1932; Nabywaniec S., Uniccy biskupi przemyscy w latach 1610-1991. Szkice biograficzne. Rzeszów 1995, 77-80; - Ders., Bischof Julian Pełesz - ein Historiker der griechisch-katholischen Kirche, "Ostkirchliche Studien, Augustinus-Verlag-Würzburg, Bd 57: 2008, Heft 1, 157-163 ; - Ders., Biskup Julian Pełesz - historyk Kościoła greckokatolickiego, in: Wielokulturowe środowisko historyczne Lwowa w XIX i XX w., Bd. 3, Hrg. J. Maternicki, L. Zaszkilniak, Rzeszów, 2005, 279-284 ; - Saurer E., Die politischen Aspekte der österreichischen Bischofsernennungen 1867-1903, Wien 1967, 177, 250.
Stanisław Nabywaniec
Letzte Änderung: 15.11.2011