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Band VII. (1994) Spalten 179-180 Autor: Martin Persch

PELLDRAM, Leopold, Bischof von Trier, * 3.5. 1811 in Schweidnitz (Niederschlesien), † 3.5. 1867 in Trier. - P. entstammte einer Arztfamilie, studierte in Bonn und Breslau katholische Theologie, empfing am 5.4. 1835 in Breslau die Priesterweihe und war Erzieher im gräflichen Haus Matuschka in Arnsdorf, ehe er 1840 Pfarrer in Schmiedeberg wurde. 1844 wechselte er auf die Pfarrei Bad Warmbrunn und war ab 1846 zugleich Erzpriester und Kreisschulinspektor in Hirschberg. 1850 wurde er zum Propst an der St. Hedwigskirche in Berlin und zum Fürstbischöflichen Delegaten für die Mark Brandenburg und Pommern ernannt. P. genoß wegen seiner Bildung und Toleranz bei der Regierung und auch beim königlichen Haus hohes Ansehen. Am 12.4. 1859 wurde er zum Feldpropst der preußischen Armee ernannt, in welcher Eigenschaft er persönlich in vorderster Linie am Sturm auf die Düppeler Schanzen am 18. April 1864 teilnahm. Am 29.12. 1864 wählte das Trierer Domkapitel P. zum Bischof von Trier, nachdem Matthias Eberhard von der Regierung mit dem Veto belegt worden war und der anschließend gewählte Münchener Abt Bonifatius Haneberg die Wahl abgelehnt hatte. Die Konsekration erfolgte am 28.5. 1865 in Breslau, die Inthronisierung in Trier am 11.6. 1865. P. hat sich in Trier nie recht heimisch gefühlt und stieß auf starke Vorbehalte bei Klerus und Volk. Die engen Verbindungen zur schlesischen Heimat und zum preußischen Offizierskorps hat er eher intensiviert als vernachlässigt. Seine schwache Gesundheit bedingte, daß Generalvikar Matthias Martini immer häufiger die Amtsgeschäfte besorgte und Weihbischof Matthias Eberhard in steigendem Umfang die Pontifikalfunktionen wahrnehmen mußte. P.s Engagement galt den Exerzitien seines Klerus und dem Bischöflichen Konvikt. Während seiner kurzen Amtszeit absolvierte er lediglich drei Visitationsreisen. Höhepunkte dieser Zeit waren der Trierer Katholikentag 1865, die Grundsteinlegung eines Erweiterungsbaues des Priesterseminars und die Einweihung der Trierer Mariensäule (beides 1866). P. fand seine letzte Ruhestätte im nördlichen Seitenschiff des Trierer Domes.

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Lit.: Eucharius. Sonntagsblatt für die Diözese Trier 6 (1865) 9-11 und 7 (1867) 169-172 und 177-180; - Eduard Jost, Lebensbeschreibung des Bischofs Pelldram, Trier 1867; - Antonie Haupt, Meine Erinnerunqen an die vier letzten verstorbenen Trierer Bischöfe, in: Paulinus-Blatt 50 (1924) Ausgabe Nr. 16 vom 20. April 1924, 29-30; - Der Weltklerus der Diözese Trier seit 1800, Trier 1941, 258; - Handbuch des Bistums Trier XX, Trier 1952, 47; - Helmut Neubach, Zum 100. Todestag des Bischofs Leopold Pelldram, in: Trierische Landeszeitung Nr. 103 vom 4. /5. Mai 1967, 7; - Ders., Art. Pelldram, in: Die Bischöfe der deutschsprachigen Länder 1785/1803 bis 1945. Ein biographisches Lexikon, Berlin 1983, 556-557; - Alois Thomas, Vor hundert Jahren starb Bischof Leopold Pelldram, in: Paulinus. Trierer Bistumsblatt 93 (1967) Ausgabe Nr. 21 vom 21. Mai 1967, 16; - Christoph Weber, Kirchliche Politik zwischen Rom, Berlin und Trier 1876-1888, Mainz 1970, passim; - Ferdinand Pauly, Aus der Geschichte des Bistums Trier, Bd. III, Trier 1973, 84-86; - Martin Persch, In seine Bischofsstadt kam er »im heitersten Sonnenglaute ...« Vor 125 Jahren starb der Trierer Bischof Leopold Pelldram, in: Paulinus. Trierer Bistumsblatt 118 (1992) Nr. 12 vom 21.4.1992, 24; - ADB XXV, 330 f.; - Kosch, KD 3463 f.

Martin Persch

Literaturergänzung:

1997

Heinz Schwarz, Eine biograph. Skizze d. Trierer Bischofs L.P. (1865-1867), in: ASKG 55.1997, S. 147-180.

Letzte Änderung: 15.11.2011