PELLISON-FONTANIER, Paul, französischer Historiker und apologetischer
Schriftsteller, * 30.10. 1624 in Castres, † 7.2. 1693 in Paris.
- P. entstammte einer protestantischen Familie und promovierte
in Rechtswissenschaft an der Universität Toulouse. Im Jahre 1652 wird
er Berater des Königs, ein Jahr darauf Mitglied der Académie Française,
doch fällt er beim Minister N. Fouquet in Ungnade, was ihm einen Gefängnisaufenthalt
von fünf Jahren einbringt (1661-1666). Im Jahre 1667 nimmt ihn König
Ludwig XVI. in seine Dienste auf. Drei Jahre später (1670) konvertiert
P.-F. zum kath. Glauben und tritt in den geistlichen Stand ein. Als
Priester wird er Verwalter des Fonds zur Verbreitung des kath. Glaubens
in Frankreich. Stark bemüht er sich in seiner ihm verbleibenden Lebenszeit
um die Wiedergewinnung und Rekatholisierung seiner ehem. Glaubensbrüder,
auch durch seine literarischen Arbeiten.
Werke: Histoire de l'Académie Française, 2 Bde, Paris
1653 [hrsg. v. C. Livet, Paris 1858]; Réflexions sur les différends
en matière de religion, 4 Bde, Paris 1686; Traité de l'Eucharistie,
Paris 1694; Œuvres diverses, 3 Bde, Paris 1739; Histoire de Louis
XVI, 3 Bde [hrsg. v. Lemascrier], Paris 1749; Œuvres choisies,
Paris 1803.
Lit.: F. Marcon, P. Étude sur sa vie et ses œuvres,
Paris 1859; - DThC XII, 720 f.; - Enciclopedia Italiana
di Scienze, Lettere ed Arti XXVI, 635; - ECatt IX, 1093; -
Encyclopedic Dictionary of Religion, Philadelphia-Washington, D. C.
1979, 2716 f.
Johannes Madey
Literaturergänzung:
Maria Rosa Antognazza, Leibniz and religious toleration. The correspondence with P. P.-F., in: ACPQ 76.2002, S. 601-622.
Letzte Änderung: 15.11.2011