PENICK, Charles Clifton, Missionsbischof der amerikanischen Episkopalkirche. * 9.12. 1843, Charlotte County, VA. † 13.4. 1914, Baltimore, MD. P. besuchte 1860 eine Militärschule in Danville, VA., anschließend das Hampden-Sidney College, VA. Nach Ausbruch des Sezessionskrieges diente er bei den Konföderierten als Stabsfeldwebel im 38. Virginia Freiwilligen Infanterie-Regiment. Sein Vater, der Farmer Edwin Andersen Penick (* 24.2. 1820) gehörte ebenfalls diesem Regiment an, er kam bei Kämpfen im Oktober 1862 ums Leben. Nach der Kapitulation im April 1865 besuchte P. das Virginia Theological Seminary, Alexandria, VA., wo er 1869 zum Diakon und im Juni 1870 zum Priester geweiht wurde. Zunächst war er Pfarrer der St. George Kirche, Mount Savage, MD., von 1873-77 Pfarrer der Messias-Kirche, Baltimore, MD. 1877 verlieh ihm das Kenyon College, Ohio, den Titel Doctor of Divinity (DD). Die Bischofskonferenz in Philadelphia wählte P. 1876 zum Missionsbischof von "Cape Palmas und die angrenzenden Gebiete in Westafrika". Dort hatten befreite amerikanische Sklaven aus Maryland 1831 den African State of Maryland gegründet, der sich 1857 als Maryland County der 1847 ebenfalls von ehemaligen Sklaven gegründeten Republik Liberia anschloß. Nach seiner Bischofsweihe am 13.2. 1877 in Alexandria, VA., traf P. im Oktober des Jahres in Cape Palmas ein. Nach dem Tod seines Vorgängers Johann Gottlieb Auer (s.d.) hatte der Diozöse fast vier Jahre lang die rechte Leitung gefehlt. Zwei Monate nach seiner Ankunft berichtete er seiner Heimatkirche, wie verfallen er die hölzernen Gebäude der Mission vorfand, wie das Schulwesen zusammengebrochen war und viele Probleme der Lösung harrten. Wegen der Wirtschaftskrise von 1877 fehlten die notwendigen Finanzmittel, so daß die Missionsstationen im Sinoe, im Bassa und im Montserrado County aufgegeben werden mußten. Außerdem versuchten die um Cape Palmas ansässigen Grebo 1875 ein Königreich zu gründen, wodurch es zu Kämpfen mit der liberianischen Regierung kam, bis ein US Kriegsschiff zu Gunsten Liberias eingriff. Trotz dieser Schwierigkeiten und eigener gesundheitlicher Probleme baute P. mit etwa 25 jungen einheimischen Lehrern das Schulsystem wieder auf. Bei jeder Missionsschule ließ er eine Kaffeefarm anlegen, damit die Schulen sich möglichst selbst unterhalten konnten. Als der 9. Präsident von Liberia Anthony William Gardner (1820-1885) der Episcopal Mission ein Stück Land bei Cape Mount County im Osten des Landes überließ, reiste P. begleitet von einigen Helfern 1878 dorthin und wählte einen Platz am Nordwestende des Kaps für eine Mission mit Schule für Jungen und Mädchen der in der Gegend ansässigen Vai und Gola. Daraus entwickelte sich später die St. John's Schule, die bald Studenten aus der ganzen Republik anzog. Im April 1881 heirateten P. und Mary E. Hoge (* 1.3. 1845, WV) in Wheelings, WV., aus der Ehe stammen zwei Töchter, eine starb früh. Nach sechsjähriger anstrengender Tätigkeit im tropischen Klima Westafrikas erkrankte P. und mußte 1882 Liberia verlassen. Als er erkannte, daß er nicht wieder dorthin zurückkehren konnte, reichte er 1883 seinen Rücktritt als Bischof ein, der angenommen wurde. Bald darauf übernahm er die Pfarrstelle an der St. Andrew's Kirche, Louisville, KY. Ab 1908 war er Pfarrer der Ascension Episcopal Church, Frankfort, KY. Nach dem Tod seiner Frau im Oktober 1912 beendete er seine Tätigkeit.
Werke: More than a prophet. New York 1881; Our Mission Work in Africa. (16 Seiten) o.O., 1881; A Letter from Cape Mount, W. Africa. Young Christian Soldier and Carrier Dove (14. May 1882) 100; Letter from Bishop Penick. The Spirit of Missions. 43-47 (1878-1882); Our Dead: Our Memories: Our Lessons: Our Duties. An Oration on the Decoration of Confederate Graves, at Louisville, K.Y., May 26, 1888; The Devil Bush of West Africa, Fetter's Southern Magazine, 2/2 (April 1893), 225-231; Prison reform and human betterment (9 Seiten), o.O. 1897.
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