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Band XVIII (2001)Spalten 1135-1136 Autor: Ekkart Sauser

PENZ, Franz de Paula: kath. Pfarrer und Baudirektor, * 1.4. 1707 in Navis am Brenner, † 12.3. 1772 in Telfes im Stubaital in Nordtirol. - P. war der Sohn des Bauern Josef Penz am Sennhof in Aussernavis am Brenner. Nach dem Studium der Theologie in Brixen-Südtirol wurde er 1730 zum Priester geweiht. 1736 wurde er Kooperator in Telfes im Stubaital. Er hatte ein ausgeprägtes Empfinden für die Notwendigkeiten des Tiroler Kirchenbaues. So begann er als geistlicher Baudirektor zu wirken. Seine ersten Arbeiten war die Barockisierung der Kirchen in Arzl bei Innsbruck (1735-1737) und in Mieders im Stubaital (1737-1739). In Gnadenwald bei Hall in Tirol errichtete er eine Kuratie und barockisierte die Kirche. 1742 begann er seinen ersten barocken Kirchenneubau, die sog. alte Pfarrkirche in Weerberg bei Schwaz, die 1745 vollendet wurde. An dieser Kirche wird als wichtige Neuerung die Flachkuppel gechaffen. G. Pfaundler beschreibt sein Tun mit den Worten: »Penz entwarf das Grundkonzept seiner Kirchenbauten selber, wobei er jeweils die seelsorglichen Anforderungen sowie die finanziellen Möglichkeiten berücksichtigte. Die Detailarbeiten ließ er von Maurermeistern und von einer Reihe guter Künstler ausführen, die er um wenig Geld heranzuziehen wußte. Er war ein äusserst praktischer Mensch und ein hervorragender Organisator. Seine Bauten ließ er von einer wandernden Bautruppe errichten, die von den jeweiligen Dorfbewohnern tatkräftig unterstützt wurden. (Tirol-Lexikon... S. 298). Er ließ Kirche und Pfarrhaus in Fulpmes bauen, in Schönberg bei Innsbruck, die Kirche in Gossensaß bei Sterzing in Südtirol und seinen wohl schönsten Kirchenbau, die Basilika zu Wilten in Innsbruck in den Jahren 1751-1755. In den Jahren 1751-1752 war P. Leiter des Dombaues in Brixen. Von dort mußte er wegen Intrigen am bischöflichen Hofe abtreten und war nun ab 1753 Pfarrer in Telfes im Stubaital. In den Jahren 1755-1756 erbaute er die Pfarrkirche von Telfes. Weitere Kirchenbauten folgten in Schmirn, Navis, Obertilliach, Steinach und in Brixen (Englische Fräulein). Als sein letzter Bau gilt die Pfarrkirche von Neustift im Stubaitale. Sein Baustil wirkte in Tirol bis ins 19. Jh. hinein.

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Lit.: G. Pfaundler: Tirol-Lexikon, Innsbruck 1983, 298; - J. Gelmi: Kirchengeschichte Tirols, Innsbruck-Wien-Bozen 1986, 155, 156, 157.

Ekkart Sauser

Letzte Änderung: 15.11.2011