PETEL, Georg: Bildhauer, geb. zwischen 1590 und 1593 in Weilheim in Oberbayern, gest. Ende 1633 oder Anfang 1634 in Augsburg. - Nach Wanderjahren durch die Niederlande und Italien ließ er sich 1625 in Augsburg nieder. Hier erwarb er sich einen hohen Ruf als Plastiker voller Vitalität und Ausdrucksstärke. In der Kunstgeschichte gilt er als einer der Höhepunkte der gesamten deutschen Plastik des 17. Jh. - Von großer Bedeutung wurde er auch für die Geschichte der Darstellung des Jesuskindes in der deutschen Plastik. Im Auftrage des Rates der Stadt Augsburg, dem er als Katholik angehörte, gestaltete er das Jesuskind für den Schalldeckel der Kanzel der Barfüßerkirche zu Augsburg. Dieses Jesuskind gehört zu den wichtigsten Vertretern dieser Art, den jugendlichen Christus darzustellen. Erich Lidel hat jüngst dazu festgestellt: »Petel schuf das Christkind in einer Zeit grassierender Pestepidemien, bedrängender Hungersnöte, erbitterter Glaubenskämpfe inmitten eines entsetzlichen Krieges. Petel hat, wie eine spätere Innenansicht der Barfüßerkirche zeigt, seinem Christkind in die linke Hand das Kreuz, das Zeichen der Erlösung, gegeben.... Als das Christkind im Jahr 1730 auf den Schalldeckel der dritten Kanzel gestellt wurde, stiftete Bürgermeister Herwart für die Figur eine goldene Kugel mit einem Elfenbeinkreuz.... Nun hat das Christkind in seiner spielenden Hand die Weltkugel, die geprägt ist vom Kreuz, dem Zeichen des Schrecken und der Erlösung.« Etwas später bemerkt Lidel: »Aus dem Inferno eines Bombenangriffes auf Augsburg im Zweiten Weltkrieg haben beherzte Hände das Christkind gerettet. Jetzt schreitet es von seinem Sockel auf der Nordseite des wiederaufgebauten Chores der Barfüßerkirche sieghaft segnend und damit freudige Hoffnung weckend auf die Menschen zu.«