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Band XXII (2003) Spalten 1067-1069 Autor: Christian Görzel

PETER PHILIPP von Dernbach, Fürstbischof von Bamberg und Würzburg , * 1.7. 1619 in Geisa/Röhn, † 23.4. 1683 in Würzburg. - P.P. entstammt einem althess. Adelsgeschlecht dessen Stammhaus nahe Herbornseelbach in Hessen lag und das im Zuge der Gegenreformation auch nach Franken kam. Ein Teil der Familie hatte sich schon im 16. Jahrht. im Fuldischen niedergelassen, wo es ein Mitglied der Familie, Balthasar von Dernbach ( 1548-1606 ), bis zum Fürstabt brachte. - P.P., der Neffe Balthasars und nicht der Erste dieses Namens, der im Bamberger Domkapitel aufschwor, wurde am 7. Februar 1631, also mit 12 Jahren, in Bamberg als Domizellar aufgenommen; am 25. Februar 1643 folgte der gleiche Vorgang in Würzburg. Im Jahr 1639 findet er sich unter den an der Universität Würzburg eingeschriebenen Studenten Petrus Philippus a Dernbach, Nobilis Bucho, Logices Studiosus. Es folgten, nachdem er seine Pflichtresidenz in Bamberg vom Okt. 1642 bis Okt. 1643 absolviert hatte, theolog. Studien in Rom am Collegium Germanicum. Am 14. Juni 1648 lässt sich P.P. wieder in Bamberg nachweisen; am 31. Mai 1649, ein Jahr später, wurde er als Domherr mit Sitz und Stimme ins dortige Domkapitel aufgenommen am 7. Aug. 1649 auch in Würzburg. Schon vorher war er wiederholt vom Fürstbischof von Bamberg zu Diensten herangezogen worden, und als 1651 mit der Wahl Philipp Valentin Voit von Rienecks zum Dompropst das von diesem bisher bekleidete Amt des Vizedoms von Kärnten vakant wurde, wählte sich Bischof Melchior Otto als dessen Nachfolger P.P., präsentierte ihn am 27. Juni desselben Jahres dem Domkapitel und bestallte ihn am 12. Sept. mit Brief und Siegel zum neuen Vizedom in Kärnten. - Dieses Amt versah er bis zu seiner Wahl zum Bischof und sammelte dabei politische Erfahrungen in der ständigen Auseinandersetzung mit der Innerösterreichischen Regierung und den Kärntner Landständen. Seine Tätigkeit in Kärnten brachte ihn aber auch in enge Verbindung zum zweitältesten Sohn Kaiser Ferdinands III., dem späteren Kaiser Leopold I. Dieser lernte ihn als kluge, kaiser - und glaubenstreue Persönlichkeit kennen, bediente sich seiner Ratschläge und bezeugte ihm, als er zur Regierung gekommen war, seine besondere Gunst. - Mit Unterstützung Leopolds I. wurde P.P. am 22. März 1672 Fürstbischof von Bamberg. Seine wirtschaftl. Verhältnisse waren günstig, als Vizedom genoss er hohe Bezüge. Er gelangte schnell zu Besitz in Kärnten und der Steiermark, die Familie zählte künftig zu den dortigen Ständen. P.P. wurde am 27. Mai 1675 auch zum Fürstbischof von Würzburg gewählt. Bald nach der Übernahme der Diözese Bamberg knüpfte er mit Kaiser Leopold I. (1658-1705) Verhandlungen an, um endlich einmal die Differenzen beizulegen, die zwischen dem Hochstift und Österreich wegen der bamberg. Besitzungen in Kärnten bestanden. - P.P. bewies während seiner Amtszeit großes innen -, wie außenpolit. Geschick. Er förderte die schönen Künste, das Münzwesen und die Alchemie. Über seinen Obliegenheiten als Landesherr versäumte er keineswegs seine bischöfl. Aufgaben. Wiederholt schärfte er seinem Klerus die Bestimmungen über eine standesgemäße Kleidung und über eine würdige Feier des Gottesdienstes ein. - Den Jesuiten in Bamberg war er wie sein Vorgänger sehr gewogen; er übertrug ihnen die Predigten bei Bittprozessionen und anderen öffentl. Anlässen und förderte ihre Missionstätigkeit in Stadt und Land. - Ende Feb. 1683 erleidet P.P. einen Schlaganfall, nach kurzzeitiger Besserung erliegt er aber dessen Folgen und stirbt am 23. Apr. 1683 auf der Marienburg.

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Lit.: Carl Gottfried Scharold, Zwiespalt der Domkapitel zu Bamberg und Würzburg mit ihrem Fürstbischof Peter Philipp von Dernbach, 1842; - Johannes Kist, Fürst - und Erzbistum Bamberg, 110 f., 1962; - Max Domarus, Die Großen von Dernbach. Aufstieg und Ende eines reichsständischen Hauses. In: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst, Band 16, 267-281, 1964; - Hermann Caspary, Staat, Finanzen, Wirtschaft und Heerwesen im Hochstift Bamberg, 1976; - Hans Jürgen Wunschel, Die Aussenpolitik des Bischofs von Bamberg und Wuerzburg Peter Philipps von Dernbach, 1979; - Walter de Gruyter, Germania sacra - Das extemte Bistum Bamberg 3, 526 ff, 2000.

Christian Görzel

Letzte Änderung: 15.11.2011