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Band VII (1994)Spalten 383-384 Autor: Thomas Berger

PETRUS VERONENSIS (auch Petrus Martyr) OP * Ende des 12. Jh.s in Verona, † 6.4. 1252 zu Farga bei Mailand; obwohl aus einer häretischen Familie stammend, trat er 1221/1222 als Student in Bologna in den Dominikanerorden ein. Erste apostol. Tätigkeit 1232 in Mailand; erfolgreicher Prediger gegen die Häresie in fast allen Städten Ober- u. Mittelitaliens u. in Rom. P. trug entscheidend zur Befriedung der Städte in der Romagna u. in der Mark Ancona bei. Seit 1236 Prior mehrerer oberital. Konvente, zuletzt in Como. Am 18.6. 1251 erhielt er ein Mandat Innozenz' IV. zur Niederschlagung der Häresie in Cremona u. wurde päpstl. Inquisitor für Como u. Mailand. Wegen seines Erfolges ließen ihn die Häretiker Norditaliens töten; in den letzten Momenten seines Lebens soll er die Anfangsworte des »Credo« gesprochen oder das Wort »Credo« mit seinem Blut auf den Boden geschrieben haben. Das Martyrium machte ihn zum populärsten Volksheiligen Oberitaliens; beigesetzt in St. Eustorgio in Mailand wurde er schon am 29.4. 1253 heiliggesprochen. Seine Verehrung wurde vor allem durch die St. Petrus-Martyr-Bruderschaften verbreitet. Darstellung (meist mit Kopfwunde u. Schwert) von Fra Angelico, Bellini, del Sarto, Tizian u. a. Seit dem MA ist die Weihe des Petrus-Martyr-Wassers gegen Krankheit u. von Ölzweigen gegen Unwetter üblich. Obwohl nur wenige Monate als Inquisitor tätig, wurde P. in späteren Jhdten. von den Inquisitoren zum Schutzherrn erhoben u. zum Ideal-Inquisitor stilisiert. Die überlieferten Zeugnisse weisen besonders auf seine menschlichen Züge u. seine Beliebtheit hin.

Lit.: Acta Sanctorum, April III, 1866, 686-727; - Gerardo da Fracheto, Vitae Fratrum, ed. B. M. Reichert, in: MOP I, 1896, 236-308 f.; - Antoine Mortier, Histoire des maîtres generaux de l'ordre des frères prêcheurs III, Paris 1905, 140-166; - S. Orlandi, Il VII Centenario del la Predicazione e ricordi di S. Pietro Martire in Firenze (1245-1945), in: Memorie Domenicane LXIII, Florenz 1946, 26-41, 59-87, LXIV, Florenz, 1947, 31-48, 109-136, 170-208; - Gilles Meerssemann, Les Confréries de Saint-Pierre Martyr, in: AFP XXI, 1951, 51-196; - G. Ederle, S. Pietro da Verona, Verona 1952; - R. Francisco, Una vita per il credo, Mailand 1952; - Antoine Dondaine, Saint Pierre Martyr, in: AFP XXIII, 1953, 66-162 (sehr gute Quellenuntersuchung); - BHL II, Nrr. 6721-6726; - Adolf Franz, Die kirchlichen Benediktionen im Mittelalter I, 1909, 106, 210 f., 215; - Künstle II, 501-502; - EC IX, 1450 f.; - Reau III, 1104-1106; - LThK VIII, 369 f.; - Vladimir J. Koudelka - Antonio Silli, Pietro di Verona, in: Bibliotheca Sanctorum X, Rom 1968, 746-762.

Thomas Berger

Ein weiterer Beitrag über Petrus Martyr

Letzte Änderung: 09.10.2007