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Band VII (1994)Spalten 412-413 Autor: Margit Ksoll

PFANDER, Karl Gottlieb, evangelischer Missionar, * 3.11. 1805 in Waiblingen, als Sohn des Bäckermeisters Johann Friedrich Pfander und der Elisabeth Margaretha Bürklin, † 1.12. 1865 in Richmond (England). - Pf. war in erster Ehe verheiratet mit Sophie Reuß, Tochter eines russischen Staatsrats in Moskau; in zweiter Ehe mit Emilie Emmi Swinburne. Aus der zweiten Ehe sind mehrere Kinder hervorgegangen. Pf. erlernte nach dem Besuch der Lateinschule in Waiblingen das Bäckerhandwerk. Mit sechszehn Jahren wurde er Pfarrer Friedrich von der Brüdergemeinde in Kornthal zur weiteren Unterrichtung übergeben. 1821 trat Pf. in die Missionsanstalt in Basel ein, die 1815 entstanden war und bahnbrechend für die evangelische Missionsbewegung des 19. Jahrhunderts wurde. Zwischen 1825 und 1837 wirkte Pf. in Armenien, Mesopotamien und Persien. Dafür erlernte er die armenische, persische und türkische Sprache und studierte intensiv den Koran. 1838 trat Pf. in den Dienst der englischen Missionsgesellschaft. Er setzte seine Missionstätigkeit fort von 1837-1841 u.a. in Mangalur, Dharwar und Kalkutta, von 1842-1855 in Agra, von 1855-1857 in Beschawar und von 1858-1865 in Konstantinopel. 1857 wurde Pf. vom Erzbischof von Canterbury zum Doktor der Theologie ernannt. 1864 ließ der türkische Sultan die Häuser der Missionsgesellschaft schließen. Daraufhin zog sich Pf. nach England zurück. Pf. setzte sich intensiv mit dem Islam auseinander und versuchte dessen Irrtümer aufzuzeigen. Seine Schriften, die in die Sprachen seiner Wirkungsgebiete übersetzt wurden, verteilte er auf seinen Missionsreisen. Überall konnte er Erfolge seiner Missionierung aufweisen.

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Werke: Remarks on the Nature of Muhammedism, Calcutta 1840; The Mizan ul Hagg or Balance of Truth, London 1867.

Lit.: Christoph Friedrich Eppler: Karl Gottlieb Pfander, ein Zeuge der Wahrheit unter den Bekennern des Islam, 1888.

Margit Ksoll

Letzte Änderung: 15.11.2011