PFANDER, Karl Gottlieb, evangelischer Missionar, * 3.11. 1805 in Waiblingen,
als Sohn des Bäckermeisters Johann Friedrich Pfander und der Elisabeth
Margaretha Bürklin, † 1.12. 1865 in Richmond (England). - Pf.
war in erster Ehe verheiratet mit Sophie Reuß, Tochter eines russischen
Staatsrats in Moskau; in zweiter Ehe mit Emilie Emmi Swinburne. Aus
der zweiten Ehe sind mehrere Kinder hervorgegangen. Pf. erlernte nach
dem Besuch der Lateinschule in Waiblingen das Bäckerhandwerk. Mit
sechszehn Jahren wurde er Pfarrer Friedrich von der Brüdergemeinde
in Kornthal zur weiteren Unterrichtung übergeben. 1821 trat Pf. in
die Missionsanstalt in Basel ein, die 1815 entstanden war und bahnbrechend
für die evangelische Missionsbewegung des 19. Jahrhunderts wurde.
Zwischen 1825 und 1837 wirkte Pf. in Armenien, Mesopotamien und Persien.
Dafür erlernte er die armenische, persische und türkische Sprache
und studierte intensiv den Koran. 1838 trat Pf. in den Dienst der
englischen Missionsgesellschaft. Er setzte seine Missionstätigkeit
fort von 1837-1841 u.a. in Mangalur, Dharwar und Kalkutta, von 1842-1855
in Agra, von 1855-1857 in Beschawar und von 1858-1865 in Konstantinopel.
1857 wurde Pf. vom Erzbischof von Canterbury zum Doktor der Theologie
ernannt. 1864 ließ der türkische Sultan die Häuser der Missionsgesellschaft
schließen. Daraufhin zog sich Pf. nach England zurück. Pf. setzte
sich intensiv mit dem Islam auseinander und versuchte dessen Irrtümer
aufzuzeigen. Seine Schriften, die in die Sprachen seiner Wirkungsgebiete
übersetzt wurden, verteilte er auf seinen Missionsreisen. Überall
konnte er Erfolge seiner Missionierung aufweisen.