PFEIFER, Peter: Dr. phil., Germanist, kath. Kulturhistoriker, * 16.2. 1895 in Deutschnofen/Südtirol, † 22.6. 1980 in Innsbruck. - Durch und durch vom Südtiroler Kulturerbe geprägt, machte Pf. bereits als junger Mann seine Welterfahrungen durch seinen Militärdienst im Ersten Weltkrieg im hohen Norden. Nach seinen Germanistikstudien an der Universität in Innsbruck promovierte er zum Dr. phil. Er trat das Amt eines Mittelschulprofessors am Innsbrucker humanistischen Gymnasium an. Dort wirkte er durch viele Jahrzehnte. Sein Hauptfach war Germanistik, sein Nebenfach Italienisch, das sonst kaum in Innsbruck gelehrt wurde. - In seinem Germanistik-Unterricht legte er den größten Wert auf die Verflochtenheit dieses Faches mit der ganzen deutschen Kultur- und Kunstgeschichte. Er war es vor allem, der den jungen Gymnasiasten den Weg wies zur Seele der Sprache und zur Seele vor allem der christlichen, deutschen Kunst. Es kam Pf. nicht an erster Stelle auf bloße Wissensvermittlung an. Vielmehr versuchte er, daß die Persönlichkeit junger Menschen in eine wirkliche Beziehung treten konnte zu den Größen der Literatur und der christlichen Kunst. Heimatliebe sollte gebildet und gefördert werden angesichts der Dichter und der Kunstwerke, vorab in Kirchen und Kapellen. Berühmt wurden im Innsbrucker Gymnasialbetrieb seine Kurz-Exkursionen innerhalb des Innsbrucker Stadtgebietes und darüber hinaus. Er verstand es dabei meisterhaft, die jungen Menschen selbst die Initiative ergreifen zu lassen, um die Größen der künstlerischen Begegnung selbst zu wählen. Dann aber floß auch seine weise und weisende Hand in die Deutung der Werke ein. Er war auch ein mutiger Verfechter der Reinheit der Sprache, so daß alle falsche Verfremdung von Kultur und Sprache hintangehalten wurde. Pf. hat deutliche Spuren in das geistig-geistliche Leben junger Menschen von früher eingelassen. Insofern gilt er auch als ein echter Förderer kultivierter christliche Kultur. - Sein Grab findet sich am Innsbrucker K. u. K. Militärfriedhof im Stadtteil Pradl.