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Band XXIX (2008) Spalten 1075-1082 Autor: Sebastian Kranich

PFEILSCHMIDT, Ernst Heinrich, Pfarrer und Schriftsteller; * 20. Oktober 1809 in Großenhain; † 10. März 1894 in Dresden, beerdigt auf dem Annenfriedhof. P. wächst als Sohn eines Uhrmachers in seiner Geburtsstadt und in Dresden auf. Da er künstlerisch begabt ist, beginnt er eine Lehre als Steindrucker. Erst mit 17 Jahren schlägt er den höheren Bildungsweg ein und besucht die Dresdner Kreuzschule. 1830 bis 1833 studiert P. Theologie in Leipzig. 1834 wird er Kollaborator an der Kreuzschule und 1838 schließlich Diakonus an der Annenkirche in Dresden. An dieser Kirche verbleibt der 1865 zum Archidiakonus aufgerückte P. bis zu seiner Emeritierung 1874. - Als Student beeindruckt P. die Geschichtsschreibung des Freiburger Historikers Karl von Rotteck. Nach der Lektüre der Rotteckschen Werke schreibt P. an den Verfasser, er habe erkannt, "daß ohne das Geschichtsstudium auch das Studium der Theologie nur einen mechanischen Charakter haben" könne (Rüdiger von Treskow, Erlauchter Vertheidiger der Menschenrechte!, Bd. 2, Freiburg 1992, 395). Zugleich wird der badische Liberale von Rotteck für P. zum politischen Vorbild. Das Vorhaben, sein Studium 1833 in Freiburg fortzusetzen, kommt nicht zu Stande. Als von Rotteck 1840 stirbt bezeichnet sich P. als einen "seiner wärmsten Verehrer in Sachsen" (Klänge des Herzens an v. Rotteck's Grabe, Dresden 1840). - Als Linksliberaler hegt P. deutliche Sympathien für die deutschkatholische Bewegung, wovon einige Publikationen zeugen. 1848 hält er die Trauerrede auf Robert Blum in der Dresdner Frauenkirche. Darin stellt P. Blum als letztes Glied in eine Kette von Märtyrern, die von Sokrates, Christus und Paulus über Jan Hus, Girolamo Savonarola und Michael Servet bis zu Andreas Hofer, Johann Palm und Ferdinand von Schill reicht. Blum ist "für das Wohl, für die Freiheit des deutschen Vaterlandes gestorben." Aus der Perspektive "allgemeinerer geschichtlicher Betrachtung" erhält dieser Tod seinen Sinn, da "nach den Absichten einer höheren, göttlichen Weltordnung" durch den Tod der "Blutzeugen", die "für ihre Ueberzeugungen und Bestrebungen" gestorben sind, "die Siege des Guten und Wahren rascher und gewisser" befördert werden "als selbst" durch "das längste Leben seiner Vertreter". Im Zeichen des Kreuzes "wird das Gottesreich, dieses Reich des Lichtes, der Tugend, der Freiheit seine schönsten Siege davon tragen." Basierend auf diesen geschichtstheologischen Erwägungen fordert P. von seinen Hörern individualethische, pädagogische und politische Konsequenzen, die dessen spätaufklärerische Theologie erkennen lassen. Die "Jünglinge und Knaben" sollen um "sittliche Freiheit" ringen. Die Mütter sollen ihre Kinder "für die Freiheit durch Kräftigung ihres Willens und Veredlung ihrer Herzen" erziehen, "denn nur ein starker Wille und ein edles Herz macht den Menschen wahrhaft frei." Alle "Mitbürger" aber sind aufgerufen, die "Gleichgültigkeit gegen die öffentlichen Angelegenheiten, welche noch bei Tausenden als ein trauriges Vermächtnis aus vergangenen Jahrzehnten übrig ist", hinter sich zu lassen. Denn "im großen deutschen Vaterlande ... ist die Freiheit bedroht." Und auch in Sachsen, "wo die höchste Gewalt in den Händen eines volksfreundlichen Königs" liegt, "ist in Staat und Kirche, in Schule und Haus, in Gesetzgebung und Verwaltung noch mancher Schritt zu thun, bis wir zu dem fernen Ziele kommen" (Der Tod der Blutzeugen in seiner Bedeutung für das Leben, Dresden 1848). - Mit den sozialen Verwerfungen seiner Zeit ist P. besonders als Anstaltsgeistlicher im städtischen Frauenhospital und in der Königlichen Blindenanstalt konfrontiert. Angesichts der Auswirkungen des Pauperismus veröffentlicht er 1844 einen "Offene[n] Hilferuf an alle weltlichen Behörden des deutschen Vaterlands, welche auf den sittlichen Zustand der Kinder Einfluß haben können" (Grimma 1844). In der Formierungsphase der inneren Mission in Sachsen mischt er sich als Praktiker in die öffentliche Debatte ein. Ausgehend von einem weiten Begriff von innerer Mission, der "alles geregelte Zusammenwirken für Abhülfe äußeren und inneren Elends" umfaßt, bestreitet er unter Hinweis auf die Vielzahl vorhandener bürgerlicher sozialkaritativer Aktivitäten pauschale Klagen über fehlende Opferbereitschaft und Nächstenliebe. Für die mangelnde Akzeptanz der Diakonissenanstalt in Dresden macht er deren Bündnis mit dem "Altluthertume und demjenigen Pietismus" verantwortlich, "welcher in der Lehre von der völligen Verworfenheit des natürlichen Menschen seinen Grund hat, das Leben nur von seiner schwärzesten Seite, von der Sünde, des Todes und der Verdammnis auffaßt und vom Gebete die wunderbarsten Wirkungen erwartet." - P's Rückblick auf die Geschichte des Christentums lautet - gemessen an "Christus, seinem Stifter" - 1846: "Das Christenthum ist zum Kirchenthume geworden, die Liebe hat dem Glauben weichen müssen, das Diesseits ist in dem Jenseits aufgegangen." Für die Gegenwart hofft er vorsichtig: "Dem 19. Jahrhundert aber scheint es vorbehalten, Christenthum, Liebe, Diesseits in seine Rechte einzusetzen" (Warum gedeiht die Sache der inneren Mission in Sachsen nicht?, Leipzig 1846). - Mit dem Sieg der Reaktion in der Revolution von 1848/49 sind P's politische und theologische Positionen in Sachsen nicht mehr gefragt. In der Kirche geben die konfessionellen Lutheraner den Ton an, die an die lutherische Erweckungsbewegung anknüpfen. Seine Karrierechancen verbaut sich P. durch Differenzen mit dem einflußreichen Minister Friedrich Ferdinand Freiherr von Beust. Verleugnet hat P. seine liberalen Ansichten auch im Alter nicht. Noch zum Lutherjubiläum 1883 findet man den 71-jährigen Emeritus als Einlader zu einem Vortrag "Luthers Kirche der Zukunft", den der prominente Gegner des lutherischen Amtskirchentums Michael Baumgarten im überfüllten Saal der Dresdner Stadtverordneten hält (Dresdner Anzeiger 1883, Nr. 288; 291). - Ebenso wie die liberale politische Einstellung zieht sich das durch von Rotteck geweckte historisches Interesse als roter Faden durch P's Leben. Einem frühen Lehrbuch über die Geschichte des Altertums folgen eine ganze Reihe von Schriften und Artikeln zur sächsischen Kirchengeschichte und zur Geschichte der Reformation, die oft anläßlich von Jubiläen erscheinen. Dabei spielt protestantische Legitimationsbildung durch Erinnerung für P. eine wichtige Rolle. So heißt es in einem Gedicht zum Gustav-Adolf Gedenken 1832 z. B.: "Was rauscht die Harfe, der Psalter? / Wem tönt des Liedes Klang? / Wer sind die rüstigen Schaaren / Die deutschen Gauen entlang? // Ha! Gustav Adolf's Krieger! / Sie sind aus dem Grabe erwacht. / Sie kämpfen begeistert von Neuem / Für Christus die heilige Schlacht. // Voran des gefallenen Königs / Verklärter Geist; in der Hand / Das Schwert des göttlichen Wortes, / Für des Glaubens Freiheit entbrannt. // Das Auge voll Muth und Vertrauen, / Die Brust gestählt gegen Spott; / In dem Herzen und auf den Lippen: / "Ein' feste Burg ist Gott!" // Und fröhlich wehen die Banner / Des Glaubens voll Liebe darein. / Drauf steht es mit goldenen Zügen: / "Das ist Gustav Adolf's Verein!" (Heilige Zeiten, Leipzig 1858, 126 f.) - Weiterhin publiziert P. zu Problemen der Kirchenverfassung, der kirchlichen Zustände sowie zu weiteren theologischen und zu pädagogischen Fragen. Seine Beiträge erscheinen u. a. in der Leipziger Allgemeinen Zeitung für Christenthum und Kirche, im Theologischen Literaturblatt der in Darmstadt erscheinenden Allgemeinen Kirchenzeitung, in der Darmstädter Allgemeinen Schulzeitung, in der Sächsischen constitutionellen Zeitung, in der Sächsischen Dorfzeitung, im Dresdner Journal, in der in Dresden und Leipzig erscheinenden Abend-Zeitung und in der Gelegenheitsgedichtsammlung Festtage des Lebens. - Bekannt wird P. vor allem als Lyriker. Franz Blanckmeister stellt fest: "Seine 'Heiligen Zeiten' und seine 'Friedhofsrosen' erfreuten sich des Beifalls der Besten" (Pastorenbilder aus dem alten Sachsen, Dresden 1917, 183). Erstgenannter Band ist eine Gedichtsammlung zum protestantischen Kirchenjahr, in der über die allgemeinchristlichen Feiertage hinaus auch Gedichte zu Luthers Todestag, den Kurfürst Moritz-Tagen, den Augsburgischen Gedächtnistagen, zu Zwinglis Todestag, zum Reformationsfest, zu den Gustav Adolfs-Tagen und zum Bußtag enthalten sind. Die Verse sind teils schwärmerisch-pathetisch, teils Gebrauchslyrik, bisweilen auch trotz kitschiger Anflüge anrührend, wie im Gedicht "Frühe Vollendung. // Dringe leise, / Sanfte Weise, / Aus der Brust hervor! / Lüftchen, trage / Meine Klage / Durch des Friedhofs Thor! // Ach, hier haben / Sie begraben, / Was, wie Morgenroth, / Meinem Herzen / Selbst in Schmerzen / Freude, Hoffnung bot! // Wie die Rose / Weich im Moose / Eingewiegt zur Ruh', / Schläfst hienieden / Nun im Frieden, / Blütenleben, du! // Thränen fließen / Und begießen / Was der Tod gesät. / Elternherzen, / Reich an Schmerzen, / sind sein Blumenbeet. // Still, ihr Lüfte! / Fühlt ihr Grüfte / Nicht ein heilig Weh'n? / Laßt mich lauschen! / Hört ihr's rauschen: / 'Freudig Wiederseh'n!'? // Nun so schweige, / Schmerzensreiche / Klag' in meiner Brust! / Todtenkränze / Blüh'n im Lenze / Auf zu neuer Lust! // 'Was wir bergen / In den Särgen, / Ist das Erdenkleid. / Was wir lieben, / Ist geblieben, / Bleibt in Ewigkeit.' // Froher Glaube, / Der dem Staube / Leben, Hoffnung gibt! / Nein! - sie haben / Nicht begraben / Was mein Herz geliebt." (Heilige Zeiten, Leipzig 1858, 145-147) - Zudem ist der ehemalige Steindruckerlehrling auch ein Kenner der bildenden Kunst, wie schon seine 1842 erschienene "Geschichte des Domes zu Köln" zeigt. Als der Plan für ein Lutherdenkmal in Worms publik wird, nimmt P. Kontakt zum Wormser Denkmalsverein auf. Ab 1857 berät P. als Theologe Ernst Rietschel über die darzustellenden Figuren und Themen. Er versorgt den Bildhauer mit einem umfangreichen Exposé zu den einzelnen Personen der Reformationsgeschichte für das geplante historistische Tableau. Vom engen Kontakt zu Rietschel zeugen dreizehn Briefe des Künstlers an P., die den Fortgang der Arbeit am Denkmal spiegeln und das Urteil P's einfordern. Dabei besteht Rietschel im Austausch mit P. auf dem Recht des Künstlers zu "poetischer Inkonsequenz" gegenüber Einwänden, die aus "chronologischer Konsequenz" erhoben werden. In einem Brief bittet Rietschel den Pfarrer spontan, ihm für den Entwurf der Lutherfigur, die zuerst in Mönchskutte dargestellt werden sollte, einen Talar zu leihen. Rietschel ist auch unter den Predigthörern P's gewesen, wenn auch unregelmäßig, wie ein Satz aus einem Brief zu Pfingsten 1858 zeigt: "Ich komme nicht in die Kirche, doch frei von Arbeitsjagd, will ich in Frühlingsluft der Gnade Gottes herzinnig dankbar danken und preisen." - P. steht zugleich mit dem Wormser Denkmalsverein im intensiven Kontakt und nimmt auch so auf die Gestaltung des Denkmals Einfluß. Er propagiert das Unternehmen publizistisch und sammelt in seiner Dresdner Annen-Parochie 752 Taler für das Denkmal. Rietschel schreibt an P. im genannten Brief: "Wären alle so tätig und begeistert, käme die Sache leichter zu Stande. Aber wie viel Mattigkeit! Warum wirkt nur dies Beispiel nicht?" (Franz Blanckmeister, Meister Rietschel und der Pastor von der Annenkirche, in: Das Pfarrhaus: Zeitschrift für die christliche Familie, 1907, 116-119) Als das Denkmal vollendet ist, würdigt die Denkschrift zur Einweihung P. als einen "der eifrigsten und verdienstvollen Freunde des Luther-Denkmals" (Friedrich Eich (Hg.), Gedenkblätter zur Erinnerung an die Enthüllungsfeier des Luther-Denkmals in Worms am 24., 25. und 26. Juni 1868, Worms 1868, 22).

Werke: Abriß der alten Geschichte nach den drei Hauptvölkern des Alterthums, den Juden, Griechen und Römern: als Grundlage beim Unterrichte der Schüler in den mittleren und bei den Privatrepetitionen der Schüler in den oberen Classen gelehrter Schulen, bearbeitet von Ernst Heinrich Pfeilschmidt, Leipzig 1837; Klänge des Herzens an v. Rotteck's Grabe: geweiht von einem seiner wärmsten Verehrer in Sachsen, Dresden 1840; Geschichte des Domes zu Köln: für gebildete Freunde der Kirche, des Vaterlandes und der Kunst mitgetheilt von Ernst Heinrich Pfeilschmidt, Diaconus an der Annenkirche zu Dresden und Mitgliede des Centraldombauvereins zu Köln, Halle a. S. 1842, Reprint Boston 2001; Der Proceß der hallischen und deutschen Jahrbücher von Regierung und Ständeversammlung des Königreichs Sachsen: ein actenmäßiger Beitrag zur Geschichte des Kampfes zwischen dem Christenthume und der neuesten Philosophie, Grimma 1843; Offener Hilferuf an alle weltlichen Behörden des deutschen Vaterlands, welche auf den sittlichen Zustand der Kinder Einfluß haben können, Grimma 1844; Breslau und Leipzig in ihren eigenthümlichen Beziehungen zur politischen und kirchlichen Freiheit Deutschlands: ein Wort an die deutschen Männer jeder Confession von Treumund Schwertfeger, Altenburg 1845; Luther und Rom: drei Schriften Luthers wider das Papstthum mit besonderer Erwähnung des Rockes Christi in Trier. 1. Heft: Vermahnung an die Geistlichen, versammelt auf dem Reichstage zu Augsburg v. 1530 - 2. Heft: Warnung an meine lieben Deutschen v. 1531 - 3. Heft: Luther's letzte Predigt v. 1546, Grimma 1845; Der Feldzug der Geister innerhalb der katholischen Kirche während der Jahre 1844-1846: Protestantischer Ostermorgengruß an Ronge und Görres von Treumund Schwertfeger, Annaberg 1846; Luthers letzte Predigt: gehalten über Matth. 11, 25-30, zu Eisleben am 14. Februar 1546, bei Gelegenheit der 300jährigen Todesfeier Luther's am 18. Februar 1846 herausgegeben und erläutert von Ernst Heinrich Pfeilschmidt, Leipzig 1846; Warum gedeiht die Sache der inneren Mission in Sachsen nicht?, in: Allgemeine Zeitung für Christenthum und Kirche, Nr. 55, Leipzig, den 10. Juli 1846, 249-251 und ebd. Beilage Nr. 9, Leipzig, den 14. Juli 1846, 257-259; Christoph Friedrich von Ammon nach Leben, Ansichten und Wirken: ein Lichtbild aus der evangelischen Kirche, Leipzig 1850; Einige Andeutungen über den altdeutschen Kirchenbaustyl in seinem Verhältnisse zum christlichen Cultus (Abdruck aus dem Neuen Dresdner Journal 1850, Nr. 85), Dresden 1850; Vor dreihundert Jahren: Blätter der Erinnerung an Churfürst Moritz von Sachsen und den Freiheitskampf des protestantischen Deutschland gegen das Religionszwangsedict Kaiser Karl's V. vom 15. Mai 1548, Festgabe zur Siegesfeier des Passauer Vertrags vom 2. August 1552 und des Augsburgischen Religionsfriedens vom 26. September 1555, Dresden 1852; Der 20. Decbr. 1852: ein 300jähriger Gedächtnistag für das christliche Familienleben. Worte der Erinnerung an Katharina von Bora mit Bezug auf das Weihnachtsfest geschrieben (Abdruck aus der Sächs. Constit. Zeitung 1852, Nr. 294 und 295); Worte der Erinnerung an Dr. Franz Volkmar Reinhard als Oberhofprediger und Kanzelredner: zur Säcularfeier seines Geburtstages den 12. März 1853 geschrieben (Abdruck aus der Sächs. Constit. Zeitung 1853, Nr. 57-59), 2. Aufl.; Luther in Coburg, Dresden 1853; Immortellenkranz auf eine sächsische Fürstengruft: zum Gedächtnis der Sterbetage des Churf. Johann Friedrich des Großmüthigen von Sachsen und seiner Gemahlin Sibylle von Jülich, Cleve und Berg (d. 21. Febr. und 3. März 1554) niedergelegt (Abdruck aus der Sächsischen Dorfzeitung 1854, Nr. 5 und 6), Dresden 1854; Vicelin, der niedersächsische Wendenapostel: eine Säcularerinnerung an den 12. Decbr. 1854, in: Neue Lübeckische Blätter 1855, Nr. 4-6; Drei Tage zu Augsburg: reformationsgeschichtliche Dichtung (Abdruck aus der Sächs. Constit. Zeitg. 1855, Nr. 220), Dresden 1855; Heilige Zeiten: Dichtungen, Leipzig 1858; Drei Friedhofs-Rosen. Dichtung, Leipzig 1860; Philipp Melanchthon: bei Gelegenheit der 300jährigen Erinnerung an seinen Todestag (den 19. April 1560) geschildert von Ernst Pfeilschmidt (Abdruck aus der Sächsischen Dorfzeitung 1860, Nr. 1-13), Dresden 1860; Ein Räthsel aus der Geschichte der Luther-Denkmäler, in: Dresdner Anzeiger, Nr. 122 vom 2. Mai 1875, 23 f., Nr. 123 vom 3. Mai 1875, 13 f.; Die Johanneskirche und Johannesgemeinde in Dresden bis mit Ablauf des 2. Jahres seit der Wahl ihres Kirchenvorstands am 30. Mai 1877: ein Beitrag zur Dresdner Kirchen-, Stadt-, und Baugeschichte von Ernst Pfeilschmidt, Dresden 1879; Umschau über die Lutherdenkmäler, in: Dresdner Anzeiger, Nr. 314 vom 10. November 1885, 12 f.; Umschau über die Fürstendenkmäler des Hauses Wettin, Dresden 1889.

Predigten: Welchen Standpunct muß der Christ bei seinem Urtheil über die Versuchungen einnehmen? Eine von der Reinhard'schen Stiftungsdeputation zu Leipzig mit dem großen Preise gekrönte Predigt über 1. Kor. 10, 13, Leipzig 1833; Die göttliche Traurigkeit wirket zur Seligkeit eine Reue, die Niemand gereuet; die Traurigkeit aber der Welt wirket den Tod. Eine von der Reinhard'schen Stiftungsdeputation zu Leipzig gekrönte Preispredigt über 2. Kor. 7, 10, Dresden 1835; Worte der Freude, der Mahnung und des Segens. Gesprochen bei der Confirmationsfeierlichkeit in der Annenkirche zu Dresden am 4. April 1841, Dresden o. J.; Worte der Erbauung bei der Abendfeier des Jahresschlusses in der Annenkirche zu Dresden am 31. Decbr. 1843 nach Anleitung von Jac. 1 V. 17 gesprochen, Selbstverlag o. J.; Die Verbindung zwischen Sachsens Könige und Sachsens Volke: ein erhebendes Vorbild für alle unsere Herzensverbindungen, Predigt über 1. Sam. 19, 1-6, am 10. S. n. Trinit. gehalten zur Feier der Rückkehr des Königs Friedrich August aus England am 9. Aug. 1844, Grimma 1844; Der Tod der Blutzeugen in seiner Bedeutung für das Leben. Rede bei der Todtenfeier für Robert Blum in der Frauenkirche zu Dresden am 19. November 1848, Dresden 1848; Rede am Grabe der k. sächs. Hofschauspielerin Mathilde Schlegel, in: Erinnerung an Mathilde Schlegel, Dresden 1848; Wiege, Traualtar und Sarg: drei geistliche Amtsreden, Dresden 1848; Sylvesterpredigt: in der Frauenkirche zu Dresden am Abend des 31. December 1849 gehalten, Dresden 1850; Gedächtnispredigt auf Reinhard. Gekrönte Preisaufgabe der Reinhard'schen Stiftung in Leipzig, Dresden 1853; Das Selbstzeugnis Jesu von sich als dem Lichte der Welt: Gastpredigt am 23. Januar 1859 im St. Petri-Dome zu Bremen über Evangelium Johs VIII, V. 12-20, Bremen 1859.

Lit.: Friedrich Eich (Hg.), Gedenkblätter zur Erinnerung an die Enthüllungsfeier des Luther-Denkmals in Worms am 24., 25. und 26. Juni 1868, Worms 1868; Ernst Heinrich Pfeilschmidt, in: Wilhelm Haan (Hg.), Sächsisches Schriftsteller-Lexicon. Alphabetisch geordnete Zusammenstellung der im Königreich Sachsen gegenwärtig lebenden Gelehrten, Schriftsteller und Künstler, nebst kurzen biographischen Notizen und Nachweis ihrer im Druck erschienenen Schriften, Leipzig 1875, 264 f.; Todtenschau, in: Dresdner Geschichtsblätter 1894, Nr. 3, 150; Franz Blanckmeister, Meister Rietschel und der Pastor von der Annenkirche. Zur Entstehungsgeschichte des Wormser Reformationsdenkmals, in: Das Pfarrhaus: Zeitschrift für die christliche Familie, Jg. 23, 1907, 116-119; Ders., Ernst Rietschel und sein theologischer Freund. Aus Pastor Pfeilschmidts Leben, in: Ders., Pastorenbilder aus dem alten Sachsen, Dresden 1917, 178-183; Christiane Theiselmann, Das Lutherdenkmal Ernst Rietschels (1856-1868) im Rahmen der Lutherrezeption des 19. Jahrhunderts (Europäische Hochschulschriften: Reihe 28, Kunstgeschichte; Bd. 135), Frankfurt am Main 1992; Rüdiger von Treskow, Erlauchter Vertheidiger der Menschenrechte! Die Korrespondenz Karl von Rottecks, Bd. 2, Regesten (Veröffentlichungen aus dem Archiv der Stadt Freiburg im Breisgau, 26/2), Freiburg 1992.

Sebastian Kranich

Letzte Änderung: 13.06.2008