PFLUGER, Josef: Weihbischof und Generalvikar in Wien, * 7.2. 1857 in Raab in Oberösterreich, † 10.1. 1929 in Wien. - Pf. war der Sohn eines Tischlermeisters und einer Hufschmiedstochter. Nach dem Studium des Kanonischen Rechtes an der Gregoriana und seinem Aufenthalt in der Anima wurde er 1889 Zeremoniar von Kardinal Ganglbauer in Wien. 1890 wurde er Ordinariatskanzler und promovierte 1890 zum Doktor der Theologie in Wien. 1900 wurde er Kanonikus an St. Stephan zu Wien. 1911 rückte er auf zum Generalvikar von Erzbischof Nagl von Wien. Am 30. November 1911 wurde er Titularbischof von Arpasa und Weihbischof in Wien. - Kurz vor Weihnachten, am 17. Dezember 1911 erfolgte seine Konsekration. - Nach dem Tode von Kardinal Nagl wurde Pf. Kapitelsvikar. 1913 wurde er wiederum Generalvikar unter Erzbischof Piffl von Wien. Am 29. Januar 1927 erhielt er den Titel eines Titularerzbischofs von Macra. - Franz Loidl kennzeichnet Pf. mit den Worten: "Er galt durch Jahre als verläßlicher Ratgeber für Bischof wie Priester in allen schwierigen juristischen Fragen. Pfluger hat nie direkt in der Seelsorge gearbeitet, er war kein großer Redner und trat nur wenig in der Öffentlichkeit auf. Aber er erfüllte als sachkundiger und korrekter Beamter vorbildlich seine Pflicht und widmete seine Kräfte ganz den vielen Belangen der Diözesanverwaltung" (In: Geschichte des Erzbistums Wien... S. 297-298). Im Sommer 1912 erfolgte durch einen Geistesgestörten ein Attentat auf Pf., das jedoch ohne weitere Folgen abging.
Lit.: Franz Loidl, Generalvikar Titular-Erzbischof DDr.Josef Pfluger, in: Beiträge zur Wiener Diözesangeschichte 4 (1963) 17-22; — E. Gatz (Hrsg.): Die Bischöfe der Deutschsprachigen Länder 1785/1805-1945, Berlin 1983, 561 (G. Hartmann); — Fr. Loidl: Geschichte des Erzbistums Wien, Wien-München 1983, 297-298.
Ekkart Sauser
Letzte Änderung: 15.11.2011