PHOTINUS und seine Gefährten: Hl., Bischof, Märtyrer, * Ende des
1. Jh. in Kleinasien, † 177-178 in Lyon. Fest 2. Juni. -
Photinus, Bischof von Lyon, erlitt während einer Christenverfolgung
in Lyon zusammen mit Blandina, Sanctus, Athalus, Maturus, Epagathus,
Alexander, Pontikus und noch vierzig anderen Männern und Frauen, deren
Namen nicht überliefert sind, den Martertod. Das Zeugnis dieses ruhmreichen
Sterbens ist uns historisch glaubwürdig überliefert in dem Brief der
Kirchen von Vienne und Lyon an die Kirchen von Kleinasien und Phrygien.
Hier heißt es: »Der heilige Photinus, Bischof der Kirche von Lyon,
wurde im Alter von über neunzig Jahren, wo er fast keine Lebenskraft
mehr in seinem schwächlichen Körper hatte, aber vor Verlangen nach
dem Martyrium die Stärke eines rüstigen Geistes in sich trug, zum
Richterstuhl geschleppt. Während ihn die Soldaten unter Begleitung
der Behörden hinführten, und der Volkshaufe ihn mit wildem Geschrei
verfolgte, wie es bei Christus selbst sich zutrug, legte er ein glänzendes
Bekenntnis ab. Auf die Frage des Richters, wer der Gott der Christen
sei, antwortete er »Wenn du dessen wert bist, wirst du ihn erkennen«.
Darauf wurde er in unmenschlicher Weise fortgeschleppt, wobei ihm
unzählige Wunden geschlagen wurden, denn diejenigen, die sich in seiner
Nähe befanden, mißhandelten ihn mit Fußtritten und Faustschlägen,
und die von ihm entfernter waren, warfen alles auf ihn, was ihnen
zu Händen kam. Alle aber vermeinten, sie seien eines großen Verbrechens
schuldig, wenn sie ihn nicht so viel als möglich verfolgten. Auf diese
Weise nämlich glaubten sie, die ihren Göttern angetane Beleidigung
rächen zu müssen. Dann wurde er fast tot in den Kerker geworfen und
endlich gab er nach zwei Tagen seinen Geist auf.« Besonders eindrucksvoll
an diesem Bericht ist die Tatsache, daß sein Martyrium in Verbindung
gesetzt erscheint mit der Passion Christi: »Wie es bei Christus selbst
sich zutrug.« Hier wird, wie auch beim Martyrium des Polykarp von
Smyrna, den er sicher noch gekannt hat, deutlich: Das Martyrium des
Märtyrers ist eine Art Vergegenwärtigung des Martyriums Christi selbst.
In der Beschreibung des Zeugentodes der Gefährten des Ph. fällt einerseits
der Stand bzw. Beruf auf, aus dem Einzelne von ihnen kamen: Sanctus
war »Diakon der Kirche von Vienne«, Blandina wird als »Sklavin« bezeichnet,
Alexander erscheint als »ein Arzt aus Phrygien, der bereits seit einigen
Jahren in Gallien wohnte«, Epagathus, ein junger Mann aus erlauchter
Familie. Andererseits wird in der Beschreibung des Martertodes der
Einzelnen auch Theologie deutlich, so z.B. beim Diakon Sanctus. Von
ihm heißt es in den Märtyrerakten. »Furchtbar waren seine Brandwunden.
Er aber blieb unerschütterlich fest und unnachgiebig bei seinem Bekenntnis.
Denn wie ein linder Tau und wie eine göttliche Kraft floß auf ihn
herab aus himmlischer Quelle das lebendige Wasser aus dem Herzen Christi.«
Mit Recht sieht man hier einen frühchristlichen Hinweis auf die Verehrung
des Herzens Jesu.
Quellen: Mart. Lugd. Eusebius Werke II, GCS 9,1; Kirchengeschichte
I, ed. E. Schwartz, Leipzig 1903, 402-426; Knopf-Krüger, Ausgewählte
Märtyrerakten 18-28; Ruinart, Acta Martyrum, 1859, ed. Valesiana;
Fr.A. Stroth, Eusebii Kirchen-Geschichte, 1. Bd., 1777; M. Stigloher,
Ausgewählte Schriften des Eusebius Pamphili, Bischofs von Cäsarea
in Palästina I: BKV (1870); Ph. Haeuser, Das Eusebius Pamphili, Bischofs
von Cäsarea, Kirchengeschichte: BKV 2. R. 1. Bd. 1932; H. Rahner,
Die Märtyrerakten des 2. Jahrhunderts: Zeugen des Wortes 32 (1941);
P. Guyot-R. Klein, Das frühe Christentum bis zum Ende der Verfolgungen,
Bd. 1: Die Christen im heidnischen Staat, Darmstadt 1993, 70-90; O.
Hagemeyer, Ich bin Christ - Frühchristliche Märtyrerakten, Düsseldorf
1961, 47-72; W. Schamoni-Martyrer der Frühkirche, Düsseldorf 1964,
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Lit.: O. Bardenhewer, Geschichte der altchristlichen Literatur
II (1914), 664-675 und III (1923), 240 ff.; - J. Quasten, Patrology
I (1950), 177-181; - H. Rahner, Die Anfänge der Herz-Jesu-Verehrung
in der Väterzeit, in: J. Stierli (Hrsg.); - Cor Salvatoris - Wege
zur Herz-Jesu-Verehrung, Freiburg i.Br. 1956, 56; - H. Rahner,
Symbole der Kirche - Die Ekklesiologie der Väter, Salzburg 1964, 213;
- E. Sauser, Bekenner seiner Herrlichkeit - Das Zeugnis frühchristlicher
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- Ortskirchen der Frühzeit und Kirchenbewußtsein heute, Frankfurt
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