REEG, Ludwig, evangelischer Theologe und Schriftsteller, * 1866 in Bad Vilbel (Hessen), + 1941. - Als Mittelschüler zeigte er besonderes Interesse für Geologie und Begabung für naturwissenschaftliche Fächer. Dennoch entschied er sich für das Studium der Theologie, um »das Christentum, das ihm tot schien, zu überwinden« (Hilda Graubner, 1950). R. wirkte zunächst als Pfarrer in verschiedenen hessischen Städten, ging aber bereits 1905 krankheitsbedingt in den Ruhestand. Nach einer Italienreise begann er seine schriftstellerische Tätigkeit. Er zeigt sich darin als Vertreter eines individualistisch gefärbten, stark jesuanischen Christentums. Ohne die gemeinschaftliche Seite zu ignorieren wendet er sich gegen jede Form der zwanghaften Ordnung. In Auseinandersetzung mit großen Gestalten der Kulturgeschichte betont er die Begegnung des Menschen mit der göttlichen Weltordnung, in der »Wirklichkeit« als Zusammenhang von Innenwelt und Außenwelt erst wird und bekennt sich zur »Schönheit der inneren Kraft«. In seinen Büchern über die paulinischen Briefe (1928), den Pentateuch (Die wunderbare Welt, 1929) und Shakespeare (Shakespeare und die Weltordnung, posthum 1950) versucht er sich in der Kunst des Lesens.
Werke: Gnade und Wahrheit. Konfirmanden und Konfirmierten in freiem Anschluß am Luthers Katechismus dargereicht. 1898; Von der tiefen Wirklichkeit. 1910; Vom neuen Willen zur Kirche. 1912; Das verborgene Leben. 1913; Der Heimweg. 1917; Die Gemeinde. 1920; Der Strom. Begegnungen mit Jesus. 1921; Das Gedicht Gottes. Von Jesu Schau und Glauben. 1924; Vom festlichen Warten. 1926; Paulus, ein Versuch Briefe zu lesen. 1928; Die wunderbare Welt. 1929; Vom Raum des Lebens. Potsdam 1932; Ein deutscher Weg zu Jesus. 1933; Evangelium der Wirklichkeit. 1936; Shakespeare und die Weltordnung (Vorwort v. Hilda Graubner). Stuttgart 1950.