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Band XVII (2000)Spalten 1111-1112 Autor: David Berger

RÉGINALD, Antonin (OP) * um 1605, † 12.4. 1676. Pater A.R. (Ordensname) wird als A. Ravaille um das Jahr 1605 in Albi (Languedoc) geboren. 1623 tritt er in Avignon in den Dominikanerorden ein. Von 1634 an lehrt er zunächst an verschiedenen Studieneinrichtungen seines Ordens in Frankreich Philosophie und Theologie, von 1639 bis zu seinem Tod wirkt er als (»königlicher«) Professor für Theologie an der Universität Toulouse. Unterbrochen wird diese lange Lehrzeit nur von einer Tätigkeit als Ordensprovinzial der Languedoc (1653-57) und einigen Romaufenthalten (1652-53), deren wichtigster auf das Jahr 1652 zu datieren ist: Gerufen von seinem Ordensgeneral vertritt er während der Verhandlungen über die bekannten fünf Propositionen des Jansenius die thomistische Schule strikter Observanz. Auch in seinen Werken tut sich R. vor allem als geschickter Verteidiger der von den Jesuiten auf der einen und den Jansenisten auf der anderen Seite im 17. Jh. angegriffenen thomistischen Gnadenlehre hervor. Besondere spekulative Fähigkeiten zeigt sein unvollendet gebliebenes Werk »Doctrina D. Thomae Aquinatis tria principia« (Toulouse 1670), in dem er die wichtigsten Leitmotive der thomistischen Synthese herausarbeitet und didaktisch klug präsentiert. Über die thomistische Schule im engeren Sinne hinaus bekannt wurde der südfranzösische Dominikaner durch die von ihm verfasste Schrift über die Autorität des Römischen Katechismus: »Dissertatio de catechismi Romani auctoritate« (Toulouse 1648), welche vielen Katechismusausgaben im Druck beigegeben wurde. Ungedruckt blieben bislang seine häufig abgeschriebenen Vorlesungen über fast die gesamte theologische Summe des Aquinaten.

Werke: Opusculum de vero sensu composito et diviso ... maxime vero juxta D. Thomam, Paris 1638; Theses apologeticae, Paris 1644; Quaestio theologica, historica et juris Pontificii, quae fuerit mens Concilii Tridentini circa gratiam efficacem et scientiam mediam, Toulouse 1644; Dissertatio de catechismi Romani, Toulouse 1648; Doctrina D. Thomae Aquinatis tria principia cum suis consequentiis, Toulouse 1670; De mente s. Concilii Tridentini circa gratiam seipsa efficacem. Opus posthumum, Antwerpen 1706.

Lit.: J.J. Percin, Monumenta Conventus Tolosani OP, Toulouse 1693, 169-172; - J. Quétif/J.Echard, Scriptores Ordinis Praedicatorum, Bd. II, Paris 1721, 661-663; - G. Schneemann, Die Entstehung der thomistisch-molinistischen Controverse, Freiburg / Breisgau 1879, 88-102; - HN II (1893) 46-47; - Wetzer-Welte2 X (1897) 942-943; - R. Mortier, Histoire des maîtres généraux de l'ordre des fréres prêcheurs, Bd. VII, Paris 1914, 61-65; - DThC XIII/2 (1937) 2104-2114; - A. Walz, Compendium historiae Ordinis Praedicatorum, Rom2 1948, 443-445; - LThK2 VIII (1963) 1099; - M. Grabmann, Geschichte der katholischen Theologie, ND. Darmstadt 1961, 162-163; - M.J. Scheeben, Gesammelte Schriften, Bd. VIII, Freiburg / Breisgau 1967, 117-118; - Catholicisme 12 (1990) 650; - LThK3 VIII (1999) 971.

David Berger

Literaturergänzung:

David Berger, In der Schule d. Hl. Thomas von Aquin. Studien zur Geschichte d. Thomismus. Bonn 2005, S. 45-50.

Letzte Änderung: 20.01.2006