REGINALD von Orleans: se. Dominikaner, geb. um 1180 im Bistum Orleans, gest. 1.2. 1220 in Paris. Fest: 12.2. - Zunächst war er Lehrer des Kirchenrechts in Paris und kam als Kanoniker an die Kollegiatskirche Saint-Aignan in Orleans. Als er im Jahre 1218 nach Rom reiste, lernte er den hl. Dominikus kennen und wurde zu einem eifrigen Hörer seiner Predigten. Nun fasste er den Entschluß, in den Dominikanerorden einzutreten. Da wurde er schwer krank, so daß sich sein Eintritt etwas verzögerte. Während dieser Krankheit wurde er oft von Fieberanfällen geschüttelt. Jordan von Sachsen (gest. 1237) berichtet: »Meister Dominikus kam öfters zu ihm, um ihn zu besuchen. Er munterte ihn auf zur Armut Christi und zum Eintritt in seinen Orden und erreichte auch wirklich seine freie und volle Zustimmung, daß er sich dem Orden anschließe, ja, er verpflichtete sich dazu durch Gelübde.« Die Befreiung von der Krankheit erfolgte durch ein Wunder. Petrus Ferrandi und Jordan von Sachsen berichten, daß ihm »in der Glut seines Fiebers« die Gottesmutter erschienen sei. Sie salbte ihm Augen, Nase, Ohren, Mund, Lenden, Hände und Füße mit einer heilsamen Salbe. Dabei soll sie die Worte gesprochen haben: »Ich salbe deine Füße mit heiligem Öl zur Bereitschaft für das Evangelium des Friedens.« Zugleich zeigte sie ihm den vollständigen Habit des Predigerordens. Daraufhin wurde R. gesund. Jordan von Sachsen berichtet: »Dieses große Wunder hat Meister Dominikus später vielen, die heute noch am Leben sind, berichtet. Und als er einmal in Paris dies in einem Vortrag erzählte, war ich selbst dabei.« Nach dieser Genesung wurde er in den Orden aufgenommen. Bald wurde R. Prior des neugegründeten Konventes zu Bologna. Wiederum berichtet Jordan von Sachsen: »Seine Rede war sehr feurig. Ganz Bologna geriet in Erregung, denn ein neuer Elias schien erstanden zu sein. In jenen Tagen nahm er viele Bologneser in den Orden auf, die Zahl der Jünger begann zu wachsen, immer mehr wurden ihnen zugesellt. »Unter ihnen befanden sich junge Leute, berühmte Männer, Kleriker, Magister, Professoren und Studenten der Universität. Von Bologna ging er nach Paris und »predigte mit unermüdlichem Eifer in Wort und Werk Christus, und zwar den Gekreuzigten.« (Jordan von Sachsen). Schließlich muß noch erwähnt werden, daß er es war, der Jordan von Sachsen dazu bewogen hat, in den Predigerorden einzutreten. Nach seinem Tode wurde er in der Kirche Notre-Dame des Champs in Paris beigesetzt. Pius IX. hat seine Verehrung am 8. Juli 1875 bestätigt. - Im Tagesgebet zu seinem Fest am 12. Februar erscheint Maria als »die Mutter der Barmherzigkeit«, die dem sel. R. »geholfen hat, den Dienst der Predigt in evangelischer Armut zu wählen und andere für diese Lebensform zu gewinnen.«
Lit.: Propriun des Predigerordens III Feier des Stundengebetes, Proprium der Heiligen, Köln 1991, 241-243.