REHBERGER, Andreas, * 18.11. 1716 in Nürnberg, + 16.5. 1769 in Nürnberg. Der Pfarrerssohn studierte Theologie ab 1734 in Altdorf bei Bernhard, Baier und Feuerlein und ab 1737 in Halle bei Baumgarten. R. wurde 1739 Hauslehrer und war ab 1741 Mittagsprediger in Heil. Kreuz vor Nürnberg, ab 1746 Pfarrer in Nürnberg-St. Jobst. R. gehörte seit 1741 dem Pegnitzorden an. Seit 1761 war er Pfarrer in Nürnberg-St. Jacobi, wo er 1762 die Witwe seines Amtsvorgängers Catharina Juliana Stark heiratete. Einer seiner Söhne war Gottlieb Andreas R., Konrektor in Nürnberg am Gymnasium bei St. Egidien. R. schrieb eine große Anzahl geistlicher Lieder und Gedichte.
Werke: Vorrede zu den Evangelischen Zeugnissen von Gnade und Recht, so arme Sünder und Kinder zu Jesu dem Weltheilande haben, oder zu Leopold Franz Friedrich Lehr's geistlichen Liedern, 1745; Vorrede zu der Frau Hofräthin Neubauer gottseligen Sabbaths-Beschäftigungen, 1750; Den plötzlichen Verlust Ihres hochgepriesenen und unvergeßlichen Vorstehers und Hauptes, des hoch-berühmten Melanders, beklagen, mit Bestürzung und innigster Wehmut, die sämtlichen Pegnesischen Blumen-Genossen durch die gerührte Feder ihres ergebensten Uranio, 1751; Vorrede zu Johann Rudolph Osiander's bussfertiger Sünder Trost aus den Sonn- und Festtäglichen Evangelien, 1762; Leichpredigt über Jes. XLIII,1 bey dem Begräbniss Hrn. Castellans J.S.v. Pfinzing, des Letzten seines Stammes, 1764; Evangelische Sterbe- und Todespsalmen, hrsg. von Georg Christoph Rümler, 1. Sammlung 1764, 2. Sammlung 1765 (Darin eine große Anzahl der Lieder von R.); Biblia das ist die ganze Heilige Schrift Altes und Neues Testaments, wie solche von Martin Luther 1522 in unsere teutsche Mutter-Sprache zu übersetzen angefangen. Vormals mit einer Vorrede Johann Michael Dillherrns herausgegeben, nun aber aufs neue besorgt von A.R., 1765; Nürnbergisches allgemeines Gesangbuch, 1769, 17782; Zwey Predigtentwürfe und eine ganze nachgeschriebene Predigt, in: J.A. Dietelmair, Ehrengedächtnis Hrn. A. Rehbergers, 1772.
Lit.: Christian Friedrich Raßmann, Literarisches Handwörterbuch der verstorbenen deutschen Dichter und zur schönen Literatur gehörenden Schriftsteller, 1826, 196 f.; - Heinrich Wilhelm Rotermund, Fortsetzung und Ergänzungen zu Jöchers allg. Gelehrten Lexicon, VI, 1820, Sp. 1586; - Eduard Emil Koch, Geschichte des Kirchenliedes, VI, 31866-72, 396-399; - Albert Friedrich Wilhelm Fischer, Kirchenliederlexikon, Zweite Hälfte, 1878, 465a; - Gottlieb Andreas Rehberger, Dem Andenken der besten Mutter, Frau Katharina Juliana, Hrn. Andreas R.s, Prediger bei Sankt Jakob selig nachgelassene Witwe, einer gebornen Christianin, gewidmet von ihren Kindern, 1799; - Georg Andreas Will, Nürnbergisches Gelehrten-Lexikon 3. Theil, 1757, 283 f.; - Christian Conrad Nopitsch 2. Supplement-Band zu Will, a.a.O., 1805, 234 f.; - Ehrengedächtnis Herrn A.R.s, in: Wills Norischer Bibliothek, 1771; - J.A. Dietelmair, Ehrengedächtnis Hrn. A. Rehbergers, 1772; - Georg Ernst Waldau, Diptycha Ecclesiarum Norimbergensium continuata, 1787, 91-96; - Gottlieb Lebrecht Richter, Allgemeines biographisches Lexikon alter und neuer geistlicher Liederdichter, 1804, 299; - Friedrich Carl Gottlob Hirsching, Historisch-literarisches Handbuch, Bd. 9,1, 1806; - Johann Georg Meusel, Lexikon der vom Jahr 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller, 11, 1811, 90 f.; - Gotthilf Heinrich v. Schubert, Altes und Neues aus dem Gebiet der inneren Seelenkunde, Bd. 2, 1825, 20-50; - Gottfried Thomasius, Das Wiedererwachen des evangelischen Lebens in der lutherischen Kirche Bayerns, 1867, 89 ff.; - Franz Brümmer, Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten, 1884; - Matthias Simon, Evangelische Kirchengeschichte Bayerns, Bd. 2, 1942, 516 ff.; - ADB 27, 586; - RGG, Bd. IV, 19302, Sp. 1816.